23. Juni 2020 / 08:16 Uhr

Bundesliga im Vergleich: Das verdienen Europas Top-Ligen an den nationalen TV-Rechten

Bundesliga im Vergleich: Das verdienen Europas Top-Ligen an den nationalen TV-Rechten

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Bundesliga steht bei den nationalen TV-Einnahmen im internationalen Vergleich trotz der Coronavirus-Krise auch mit dem neuen Vertrag ordentlich da.
Die Bundesliga steht bei den nationalen TV-Einnahmen im internationalen Vergleich trotz der Coronavirus-Krise auch mit dem neuen Vertrag ordentlich da. © Jan Huebner/Pool/Imago Images/Montage
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Trotz der Coronavirus-Krise bleiben die TV-Einnahmen in der Bundesliga auf hohem Niveau. Im Vergleich mit den europäischen Top-Ligen, wo die Rechte teilweise noch bis 2022 vergeben sind, steht die Bundesliga damit immer noch ordentlich da.

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Trotz der Coronavirus-Krise bleiben die Einnahmen der Bundesliga aus den nationalen TV-Rechten noch immer auf hohem Niveau. Auch im Vergleich mit den europäischen Top-Ligen, die ihre TV-Pakete teilweise noch bis 2022 vergeben haben, steht die Bundesliga damit immer noch ordentlich da. Für den Zeitraum 2021/22 bis 2024/25 erlösen die Mitglieder Deutschen Fußball Liga (DFL) insgesamt 4,4 Milliarden Euro, wobei Livebilder wie bisher im Wesentlichen beim Pay-TV-Sender Sky und dem kostenpflichtigen Streamingportal DAZN zu sehen sein werden. Der SPORTBUZZER blickt ins Ausland und auf die TV-Einnahmen der großen europäischen Ligen.

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England:

TV-Krösus unter Europas Spitzenligen ist wenig überraschend die Premier League. Englands Eliteklasse hatte im Februar 2018 für drei Saisons (2019/20 bis 21/2022) fünf verschiedene TV-Pakete zum Preis von knapp fünf Milliarden Euro verkauft - das entspricht pro Saison durchschnittlich Einnahmen von mehr als 1,6 Milliarden Euro. Vier Pakete (insgesamt 128 Spiele) gingen an Sky Sports, eines an BT (32 Spiele). Zwei weitere Pakete über 40 Begegnungen (je zwei komplette Spieltage) wurden separat ausgeschrieben. Um Zuschauerzahlen in den Stadien nicht zusätzlich zu gefährden, werden für den heimischen Markt stets nur 200 von 380 Spielen verkauft. Zusätzlich viel Geld verdient gerade die Premier League mit der Auslandsvermarktung - insbesondere China ist für die Engländer ein lukrativer Markt.

Spanien:

La Liga hat ihre TV-Einnahmen mit dem aktuellen Vertrag, der von 2019 bis Ende der Saison 2021/22 gültig ist, um etwa 15 Prozent gesteigert. Für vier ausgeschriebene Blöcke erhielten die Klubs 3,42 Milliarden Euro, also pro Saison 1,14 Milliarden Euro. Diese verteilen sich auf das Telekommunikations- und Medienunternehmen Telefónica und die Gruppe Mediapro. Zudem erhält La Liga für den Zyklus von 2019 bis 2024 pro Spielzeit 900 Millionen Euro aus der internationalen Vermarktung. Zum Vergleich: Die Bundesliga erzielt international mit dem noch bis 2021 gültigen Vertrag "nur" etwa 200 Millionen Euro pro Jahr.

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Italien:

Um die Vergabe der nationalen TV-Rechte für die Serie A von 2018 bis 2021 hatte es einigen Krach gegeben. Eigentlich hatte Mediapro die Rechte für 1,05 Milliarden Euro pro Saison erworben, wollte diese aber an verschiedene Plattformen weiter verkaufen. Dagegen klagte Sky Italia erfolgreich - ein Gericht ordnete die Neuausschreibung der Rechte an. Schließlich sicherten sich Sky Italia (266 Spiele) und die britische Perform Group (114 Spiele), zu der unter anderem DAZN gehört, die Rechte für mindestens 973 Millionen Euro jährlich. Nach Angaben des damaligen Serie-A-Chefs Gaetano Micchiche könnte sich die Summe jedoch noch um bis zu 20 Prozent erhöhen - je nach dem, wie viele Abonnenten die beiden Rechteinhaber generieren.

Frankreich:

Anders als die Serie A hat die französische Ligue 1 die Schallmauer von einer Milliarde Euro Einnahmen aus der nationalen TV-Vermarktung auch ohne Zusatzeinnahmen geknackt - allerdings erst mit Wirkung seit der laufenden Saison. Denn im aktuellen Zyklus von 2020 bis 2024 erhalten die Vereine aus Frankreichs höchster Spielklasse insgesamt 1,153 Milliarden Euro pro Saison. Zuvor hatten die Klubs pro Jahr 762 Millionen Euro kassiert - die Steigerung ist durch den Einstieg von Mediapro bedingt. Auch der Sender BeIn Sports aus Katar hat Rechtepakete erworben. Dagegen ist der französische Sender Canal+, der seit 1984 Livebilder der ersten Liga gezeigt hatte, mit Ende der laufenden Saison aus dem Rennen. Die Spielzeit war in Frankreich wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochen und Tabellenführer Paris Saint-Germain mit dem deutschen Trainer Thomas Tuchel erneut zum Meister erklärt worden.