02. September 2020 / 20:22 Uhr

Bundesliga: Wolfsburg plant mit mindestens 500 Zuschauern zum Start!

Bundesliga: Wolfsburg plant mit mindestens 500 Zuschauern zum Start!

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Plant die Rückkehr von Zuschauern in die VW-Arena: VfL-Geschäftsführer Michael Meeske.
Plant die Rückkehr von Zuschauern in die VW-Arena: VfL-Geschäftsführer Michael Meeske. © Roland Hermstein
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In der ersten Runde des DFB-Pokals, wenn der VfL Wolfsburg Viertligist Union Fürstenwalde empfängt, werden keine Zuschauer im Stadion sein - anders könnte es zum Bundesliga-Start gegen Bayer Leverkusen sein. Mindestens 500 Fans sollen dabei sein.

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2500 Zuschauer am Samstag (15.30 Uhr) beim VfL-Test in Magdeburg (keine Gäste-Fans), 8400 Fans dürfen beim Bundesliga-Start von RB Leipzig gegen Mainz dabei sein - aber wann dürfen Wolfsburgs Fußballer wieder vor heimischem Publikum spielen? Darüber sprach Geschäftsführer Michael Meeske nun auf SPORTBUZZER-Nachfrage - mindestens 500 Zuschauer sollen beim Liga-Auftakt gegen Bayer Leverkusen am Sonntag, 20. September (18 Uhr) dabei sein, vielleicht dürfen sogar noch mehr rein.

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In den vergangenen Tagen haben sich die Verantwortlichen des VfL oft zusammengesetzt und sich Gedanken über die Rückkehr von Zuschauern ins Stadion gemacht. "Aus organisatorischen Gründen" entschieden sich die Wolfsburger nun aber zumindest mal gegen Fans beim Pokal-Spiel gegen Fürstenwalde. "Aufgrund der bei DFB-Pokalspielen geltenden Kartenverkaufs-Bedingungen, die vom DFB festgelegt sind, wären für uns ziemlich hohe Kosten entstanden. Daher war eine Zulassung von Fans für uns wirtschaftlich leider nicht darstellbar", erläutert Meeske.

Testspiel: VfL Wolfsburg gegen Holstein Kiel

Testspiel: VfL Wolfsburg gegen Holstein Kiel. Zur Galerie
Testspiel: VfL Wolfsburg gegen Holstein Kiel. ©

Anders stellt sich die Ausgangslage bei Liga-Spielen dar. Zwar gelten auch dort die Bestimmungen der Bundesregierung sowie die Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen, aber der Kostenfaktor ist ein anderer. Grundsätzlich sind Großveranstaltungen mit mehr als 500 Zuschauer bis vorerst Ende des Jahres untersagt, sollten eine Kontaktverfolgung sowie die Einhaltung der Hygienevorschriften nicht möglich sein. Was das angeht, macht sich Meeske für Wolfsburg keine Sorgen: "Wir haben in unserem Hygienekonzept alle geforderten Maßnahmen aufgeführt und können diese auch jederzeit umsetzen. Wir sind für die Rückkehr der Fans bereit."

Und die peilt der VfL schon zum Liga-Start gegen Leverkusen an. Bereits zum Auftakt der Frauenfußball-Bundesliga am Freitag (19.15 Uhr) zwischen dem VfL und der SGS Essen dürfen wieder 500 Zuschauer im AOK-Stadion dabei sein. Meeske: "Bei Spielen der Männer in der Bundesliga streben wir ebenfalls an, das maximal Erlaubte an Zuschauern zu ermöglichen."

Das sind derzeit ebenjene 500 Zuschauer - aber es ist noch mehr denkbar. Denn die momentan geltende Verordnung in Niedersachsen gilt nur bis zum 14. September. Danach könnte mehr gehen, sofern eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung der Hygienevorschriften gewährleistet sind. "Wir haben sowohl für diese 500 als auch für eine höhere Anzahl der zugelassenen Fans seit einiger Zeit mit dem Gesundheitsamt Wolfsburg Konzepte erarbeitet und abgestimmt, damit wir in jeder möglichen Situation Zuschauer zulassen können", so Meeske. "Sobald die neue Version für die Zeit nach dem 14. September feststeht, werden wir in enger Absprache mit den Behörden alles daran setzen, die maximal erlaubte Anzahl dann in unser Stadion zu lassen."

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Ursprünglich hatte der VfL geplant, nach Möglichkeit wieder 7500 Zuschauer in die VW-Arena zu lassen. Masken müssten am Platz nicht getragen werden, Gästefans und Alkohol sind ohnehin untersagt. Dass es jetzt schon für Leipzig und Magdeburg Sondergenehmigungen gibt, findet Meeske nicht gut. Grundsätzlich seien "landesspezifisch unterschiedliche Vorgaben in vielen Bereichen", so der Geschäftsführer, "für die Menschen schwer vermittelbar und das gilt natürlich dann auch für Sondergenehmigungen für einzelne Vereine im Fußball. Ich bin generell kein Freund davon."

Vor allem sieht Meeske darin eine Wettbewerbsverzerrung: "Gerade im Fußball wurde ja schon immer über die Wettbewerbsgleichheit und -ungleichheit diskutiert", betont der 48-Jährige. "Da spielt das in der aktuellen Situation natürlich auch eine besondere Rolle, denn ich denke schon, dass es atmosphärisch einen Unterschied macht, ob man vor leeren Rängen, vor 500 Zuschauern oder vor 5000 Fans spielt." Der Ärger der Fans über derartige Sonderstellungen sei für ihn "verständlich". Es sei "natürlich schwer zu vermitteln, wenn unter teilweise sehr identischen Bedingungen völlig unterschiedliche Vorgaben gelten, nur, weil beispielsweise die Nachbarstadt, die nur wenige Luftkilometer entfernt ist, aber in einem anderen Bundesland liegt". Vielmehr wünscht er sich eine einheitliche Lösung, sodass "keiner benachteiligt wird und alle damit leben können".