08. September 2020 / 15:51 Uhr

Bundesliga vor 2000 Fans: Deutschlands Handball-Clubs schauen auf den SC DHfK Leipzig

Bundesliga vor 2000 Fans: Deutschlands Handball-Clubs schauen auf den SC DHfK Leipzig

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gegen die Füchse Berlin kam in der Halle ordentlich Stimmung auf.
Gegen die Füchse Berlin kam in der Halle ordentlich Stimmung auf. © Christian Modla
Anzeige

In der kommenden Woche will das örtliche Gesundheitsamt entscheiden. Der SC DHfK Leipzig hofft, in der Liga gut 2000 Fans in die Halle lassen zu dürfen. Aktuell ist der Club bereits Vorreiter der Liga.

Anzeige

Leipzig. Die Clubs der Handball-Bundesliga schauen gerade gespannt auf Leipzig. Denn der SC DHfK ist im Kampf um die Rückkehr der Zuschauer zum Pionier geworden, durfte am vergangenen Wochenende im Test gegen die Füchse Berlin bereits 725 Fans in die Arena lassen. „Da kam schon wieder Bundesliga-Feeling auf“, sagte Geschäftsführer Karsten Günther. Angefangen hatte Leipzig vor einigen Wochen mit 250 Zuschauern, dann die Kapazität langsam gesteigert.

"Ab 2000 Zuschauer zahlen wir nicht mehr drauf"

Für den Start in die Saison am 1. Oktober gegen Ludwigshafen plant der SC DHfK den großen Wurf. „Wir sind davon überzeugt, dass es mit unserem Konzept machbar ist, der doppelten bis dreifachen Anzahl an Zuschauern ein Heimspielerlebnis zu ermöglichen“, erklärte Günther. Der Club rechne in der kommenden Woche mit einer Entscheidung durch das Leipziger Gesundheitsamt.

Mehr zum SC DHfK

Fans sind dabei nicht nur aufgrund der Stimmung wichtig. Vor allem geben sie den Clubs wirtschaftlich Luft zum Atmen. Allerdings lohnt sich der durch die Hygienekonzepte vorgesehene Aufwand erst ab bestimmten Zuschauerzahlen, die je nach Verein unterschiedlich sind. „Man kann davon ausgehen, dass wir ab 2000 Zuschauern nicht mehr draufzahlen“, betonte Günther. Ähnlich sieht es offenbar in Berlin aus. „Meine Wunschvorstellung wäre ein Start mit 2000 Zuschauern. Vielleicht kann man sich in Hunderterschritten dann ja irgendwann mal den 3000 nähern“, sagte Füchse-Manager Bob Hanning dem „Tagesspiegel“ (Dienstag).

"Wir sind quasi in aufklärerischer Mission unterwegs"

Das Leipziger Modell wird von der ganzen Liga mit Spannung verfolgt. „Es gibt viel Zuspruch aus der Liga, und wir stehen in einem intensiven Austausch“, sagte Günther. „Ich habe das Gefühl, es wird sehr genau hingeschaut, was gerade in Leipzig passiert.“ Die Testspiele waren für den Club wie ein Training des Hygienekonzepts. „Es geht darum, die Abläufe zu trainieren und Schwächen auszuloten. Und wir sehen, was den Leuten zumutbar ist“, sagte Arena-Chef Philipp Franke gegenüber dem SPORTBUZZER.

Dem Club geht es auch darum, der Gesellschaft zu vermitteln, was trotz der Einschränkungen durch ein Hygienekonzept möglich ist. „Wenn wir jetzt nicht zeigen, dass der Besuch eines Handballspiels genau so ungefährlich ist wie das Einkaufen im Supermarkt, wer soll es sonst tun? Wir sind quasi in aufklärerischer Mission unterwegs“, sagte Günther. Dabei erhält der SC DHfK Rückendeckung aus der Politik, wie kürzlich durch Ministerpräsident Michael Kretschmer. Man sende ein positives Signal an die Gesellschaft. „Ich bin froh, dass wir Impulsgeber sein können“, sagte Günther.

Seine größte Erkenntnis war, dass die Leute die Umstände annehmen und sich diszipliniert verhalten. Viele seien dankbar, dass sie wieder in die Halle dürften. Bis zum Saisonstart will der Club an Feinheiten arbeiten und Helfer rekrutieren. Denn der personelle Aufwand wird um einiges höher als zu normalen Zeiten.