14. September 2020 / 10:56 Uhr

Bundesliga-Vorschau zu Borussia Dortmund: Favres Rasselbande reif für den Titel?

Bundesliga-Vorschau zu Borussia Dortmund: Favres Rasselbande reif für den Titel?

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der BVB startet einmal mehr mit vielen jungen Talenten in die neue Saison.
Der BVB startet einmal mehr mit vielen jungen Talenten in die neue Saison. © imago images/Team 2/Montage
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Teil 15 der SPORTBUZZER-Saisonvorschau auf die kommende Bundesliga-Spielzeit: Der BVB ist zur Zwischenstation für die größten Talente Europas geworden – Am Montag geht es im DFB-Pokal gegen den MSV Duisburg .

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Normalerweise ist Hans-Joachim Watzke ein Mann der klaren Worte – und Ziele. Wenn es darum ging, eine Einschätzung zur Erwartungshaltung beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund zu bekommen, hielt sich der Boss höchst selten zurück, sondern gab meist durchaus selbstbewusst zu Protokoll, wohin sein Klub will. Normalerweise.

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Denn neuerdings sind keine forschen Töne mehr von Watzke zu hören. „Wir werden offiziell kein Ziel mehr ausgeben“, sagte er kürzlich. „Und das geschieht nicht, weil wir keines haben. Aber ich spiele dieses Spiel nicht mehr mit.“ Was Watzke meinte: Vor einem Jahr hatte sich der Klub dazu bekannt, Meister werden zu wollen – und diese Ankündigung flog den Schwarzgelben erneut um die Ohren. Der Rest ist bekannt: Die Schale holten wieder die Bayern, dem BVB blieb wieder mal nur Platz zwei.

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BVB-Ziel trotz Vorsicht klar

Vor allem Lucien Favre dürfte die neue Zurückhaltung gefallen. Der Trainer hielt noch nie viel davon, sich öffentlich selbst unnötig unter Druck zu setzen. Wohin die Dortmunder in der kommenden Spielzeit will, ist dennoch nicht so schwer zu erraten – zumal die Profis offensichtlich nicht über das Vorhaben der Bosse informiert worden waren. Abwehrboss Mats Hummels beispielsweise machte jedenfalls keinen Hehl daraus, dass man künftig „einen Platz weiter oben stehen will“ als zuletzt. Also ganz oben. Dortmunds erste Prüfung steht allerdings erst mal im DFB-Pokal an, in der ersten Runde geht es am Montag (20.30 Uhr, ARD und Sky) gegen den MSV Duisburg. „Ich kann sagen, dass wir den Pokal gewinnen wollen“, sagt Favre.

Dass die BVB-Truppe qualitativ gut dasteht, steht außer Frage. Schließlich verlor man entgegen vieler Befürchtungen keinen einzigen Stammspieler, sondern trennte sich lediglich von zwei Profis mit großen Namen: Mario Götze und André Schürrle – sie spielten längst keine Rolle mehr. Mit vielen, vielen großartigen Talenten und ein paar international gestandenen Haudegen geht der BVB jetzt seinen Weg weiter. Zuletzt meldete sich auch Kapitän Marco Reus nach langer Verletzungspause wieder fit.

Dortmunder Investitionen in die Zukunft

Für Jude Bellingham überwies man 26,5 Millionen Euro an Birmingham City – mehr wurde noch nie zuvor für einen 17-Jährigen gezahlt. „Wir sehen in ihm auf Anhieb eine Verstärkung für unseren Profikader. Jude verfügt schon jetzt über erstaunlich viel Qualität im eigenen Ballbesitz genauso wie gegen den Ball“, schwärmt Sportdirektor Michael Zorc. Dass mit Youssoufa Moukoko möglicherweise sogar ein noch größeres Juwel aus dem eigenen Stall darauf brennt, endlich auch auf höchstem Niveau von der Leine gelassen zu werden, ist durchaus bemerkenswert. Allerdings wird Moukoko dies erst ab dem 20. November tun können – nach Beendigung seines 15. Lebensjahrs.

Der von Real Madrid ausgeliehene Brasilianer Reinier (18) sowie Eigengewächs Giovanni Reyna (17) vervollständigen die Rasselbande, die von Erling Haaland und Jadon Sancho (beide 20) angeführt wird. Der norwegische Knipser und Englands Dribbelkönig zählen eigentlich nicht mehr zu den Talenten, sondern zu den heißesten Eisen des Kontinents in dieser Altersklasse. „Der BVB kann stolz darauf sein, inzwischen die führendste Adresse bei den größten Talenten in Europa zu sein“, sagt Sky-Experte und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Dennoch glaubt er nicht an den ganz großen Wurf: „Auch der BVB ist wie alle anderen Vereine in Deutschland weit weg von den Bayern.“ Daran ändert auch die Verpflichtung von Thomas Meunier nichts, der ablösefrei von Paris Saint-Germain kam und in seiner Karriere schon einige Titel gewonnen hat. Beim BVB sollen bis zum Ende seines Vertrags 2024 noch weitere hinzukommen.