30. Juli 2021 / 12:02 Uhr

Bundesliga-Vorschau zu Borussia Dortmund: Mit neuen Gesichtern auf der Suche nach Konstanz

Bundesliga-Vorschau zu Borussia Dortmund: Mit neuen Gesichtern auf der Suche nach Konstanz

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Neu beim BVB: Trainer Marco Rose und Stürmer Donyell Malen.
Neu beim BVB: Trainer Marco Rose und Stürmer Donyell Malen. © IMAGO/Kirchner-Media
Anzeige

Borussia Dortmund wagt den kontrollierten Neuanfang. Mit dem neuen Chefcoach Marco Rose und dem als Nachfolger von Jadon Sancho vorgesehenen Donyell Malen will der BVB wieder die Meisterschale in den Pott holen. SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge sieht seinen Ex-Klub als potenziellen Bayern-Herausforderer.

Am Donnerstag trudelten auch die belgischen EM-Fahrer im Trainingslager des Bundesligisten Borussia Dortmund in Bad Ragaz ein. Thorgan Hazard, Axel Witsel und Thomas Meunier hatten nach dem Turnier Sonderurlaub und mussten danach in die Schweiz reisen – obwohl der BVB-Tross bereits nach dem Testspiel gegen den FC Bologna (diesen Freitag, 17 Uhr) am Samstag wieder in die Heimat aufbricht.

Anzeige

Der Grund für den Kurztrip: Der neue Trainer Marco Rose möchte das Trio so schnell wie möglich persönlich kennenlernen, ihm seine Spielphilosophie vermitteln und jeden Tag nutzen, um einen neuen Teamgeist zu kreieren, der seine Mannschaft zu Titeln führen soll – oder zumindest zu einem. Marco Reus machte jedenfalls keinen Hehl daraus, welcher es am liebsten sein soll. „Wir müssen große Ziele haben, weil wir den Kader dazu haben, deutscher Meister zu werden“, sagte der Kapitän. „Natürlich muss in einer Saison viel zusammenkommen, um die Bayern zu schlagen. Aber das Potenzial ist da.“

Hummels, Haaland und Bellingham: Das sind die Rekordtransfers des BVB

Mats Hummels, Erling Haaland und Jude Bellingham (v.l.) gehören zu den teuersten Transfers in der BVB-Geschichte. Wie viel Geld die Dortmunder für sie ausgaben, erfahrt ihr in unserer Galerie.  Zur Galerie
Mats Hummels, Erling Haaland und Jude Bellingham (v.l.) gehören zu den teuersten Transfers in der BVB-Geschichte. Wie viel Geld die Dortmunder für sie ausgaben, erfahrt ihr in unserer Galerie.  ©

14 Punkte weniger als der große Konkurrent aus München holten die Schwarz-Gelben in der vergangenen Saison, in der erst Lucien Favre und später Edin Terzic auf der Trainerbank saßen. Immerhin gab es nach Platz drei in der Liga noch den DFB-Pokal für die Borussia.

Donyell Malen soll den Abgang von Jadon Sancho kompensieren

Zwei Wochen vor dem Bundesliga-Auftakt gegen Eintracht Frankfurt hat Rose noch einige Baustellen zu schließen, ein wichtiges Puzzleteil stand am Dienstag erstmals auf dem Trainingsplatz. Gemeinsam mit Raphael Guerreiro war Donyell Malen, der für 30 Millionen Euro von der PSV Eindhoven verpflichtet wurde, per Privatjet in die Schweiz geflogen. Der niederländische Offensivmann soll den Abgang von Jadon Sancho kompensieren, der für 85 Millionen Euro zu Manchester United wechselte. Malen bringt ähnliche Attribute mit wie der Engländer: Schnelligkeit, Dribbelstärke, Torgefahr. In der vergangenen Saison traf Malen in 45 Pflichtspielen 27-mal. Mit Erling Haaland soll er nun die gegnerischen Abwehrreihen schwindelig spielen. Ob Seite an Seite im Sturm oder in unterschiedlichen Rollen – die Aufgabe für den Königstransfer hat die norwegische Tormaschine bereits klar formuliert: „Ich habe Donyell gesagt, dass er mir viele Bälle vorlegen muss, sonst bin ich sauer auf ihn“, scherzte Haaland. „Er muss vom ersten Moment an liefern.“

Liefern müssen allerdings alle – und zwar deutlich mehr als zuletzt, wenn es mit der ersten Meisterschaft seit 2012 klappen soll. In den letzten Jahren war vor allem die fehlende Konstanz das große Problem des BVB. Auf teilweise furiose Auftritte folgten häufig unerklärliche Patzer gegen schwächere Teams. Das rätselhafte Auf und Ab brachte der Mannschaft wiederholt den Vorwurf mangelnder Mentalität ein. „Es gilt, auch bei schlechten Spielen die Punkte einzufahren. Das zeichnet Mannschaften aus, die am Ende Meisterschaften gewinnen“, fordert Reus. „Wir müssen einfach konstanter spielen. Auf einem Niveau, wie wir es am Ende der Saison gezeigt haben. Das ist der Maßstab.“

Rummenigge: Torwart-Position "bereitet mir ein wenig Sorgen"

Neben den Talenten, die wie Youssoufa Moukoko (16) im BVB-Kader stehen, sollen Spieler wie Julian Brandt und Mahmoud Dahoud (Vertrag bis 2023 verlängert) endlich dauerhaft zeigen, zu was sie in der Lage sind. Im Tor wird wohl Zugang Gregor Kobel (kam für 13 Millionen Euro aus Stuttgart) stehen. 46 Liga-Gegentore, 30 mit Roman Bürki und 16 mit Marwin Hitz, waren für einen ernsthaften Titelanwärter 2020/2021 einfach zu viel.


SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge rechnet in dieser Saison mit starken Dortmundern: "Mit Jadon Sancho hat der BVB einen Schlüsselspieler verloren, der eigentlich nicht zu ersetzen ist. Trotzdem hat der neue Trainer Marco Rose einen Topkader zusammen, bei dem mir einzig die Torwartposition ein wenig Sorgen bereitet. Auch Gregor Kobel hat (noch) kein internationales Format. Wenn Stürmer Erling Haaland gesund bleibt, sehe ich in den Dortmundern dennoch das einzige Team, das die Bayern vielleicht ärgern kann."