24. Juli 2021 / 12:02 Uhr

Bundesliga-Vorschau zu Eintracht Frankfurt: Vieles auf Anfang mit Glasner und Krösche

Bundesliga-Vorschau zu Eintracht Frankfurt: Vieles auf Anfang mit Glasner und Krösche

Tom Vaagt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sportdirektor Markus Krösche (links) und Trainer Oliver Glasner sind neu bei der Eintracht.
Sportdirektor Markus Krösche (links) und Trainer Oliver Glasner sind neu bei der Eintracht. © Getty/IMAGO/Hartenfelser/Kessler-Sportfotografie/Jan Huebner (Montage)
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Der SPORTBUZZER beleuchtet vor der neuen Saison die Lage bei den Bundesliga-Klubs. Heute geht es um Eintracht Frankfurt, das nach den Abschieden von Fredi Bobic, Adi Hütter und André Silva vor einem Neuanfang steht. SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge geht von einem schweren Jahr für die Hessen aus.

Es waren Wochen der Rückschläge. Erst kündigte Fredi Bobic seinen Abgang an. Dann erklärte auch Trainer Adi Hütter, dass er künftig woanders arbeiten werde. Anschließend verspielte die Mannschaft auf der Zielgeraden der Saison die Qualifikation für die Champions League. Und in der Sommerpause zog es Top-Stürmer André Silva ebenfalls in neue Gefilde. Dachte man bei Eintracht Frankfurt noch vor wenigen Monaten, man könne sich in den kommenden Jahren in der absoluten Bundesliga-Spitze festsetzen, ist inzwischen wenig wie es war. Es heißt: Vieles auf Anfang.

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Dass man Umbrüche meistern kann, bewiesen die Hessen bereits. Im Sommer 2019 gab man seine gesamte Sturmreihe ab. Die Wechsel von Luka Jovic (Real Madrid), Sébastian Haller (West Ham United) und Ante Rebic (AC Mailand) brachten dem Klub zwar insgesamt über 100 Millionen Euro ein, schienen ihn aber auch seiner gesamten offensiven Durchschlagskraft zu berauben. Doch der nun bei Hertha BSC tätige Bobic baute einen Kader zusammen, der die Verluste auffing. Die Rolle dieses Machers kommt nun Markus Krösche zu, der gemeinsam mit dem neuen Trainer Oliver Glasner dafür sorgen soll, dass die personellen Rückschläge mittelfristig gar zu Fortschritten führen.

Als Ersatz für 28-Tore-Mann Silva, der jetzt für RB Leipzig stürmt, wurden bislang Santos Borré und Jesper Lindström verpflichtet – zwei hierzulande verhältnismäßig unbekannte Angreifer, die in Frankfurt zu Stars reifen sollen. Das Risiko bei beiden Transfers ist gering. Der Kolumbianer Santos Borré (25) kam ablösefrei von River Plate aus Buenos Aires. Für Lindström mussten zwar rund sieben Millionen Euro an Bröndby IF überwiesen werden, doch mit seinen 21 Jahren steht der offensiv flexibel einsetzbare Däne erst am Beginn seiner Entwicklung und könnte – ganz gemäß der Frankfurter Strategie der vergangenen Jahre – mittel- bis langfristig einen ungleich höheren Wiederverkaufswert erzielen.

Ein Modell, das auch bei der Eintracht aufgrund der Corona-Pandemie noch mehr zum Tragen kommen dürfte, als in den vergangenen Jahren ohnehin schon. Krösche, der in bei seinem Ex-Klub RB über andere Möglichkeiten verfügte, muss haushalten und bei der Zusammensetzung des Teams kreativ sein. In den kommenden Wochen soll der Kader verkleinert werden, auch ein millionenschwerer Verkauf von Flügelspieler Filip Kostic noch in dieser Transferperiode scheint nicht ausgeschlossen. Auch Glasner war bei seinem bisherigen Arbeitgeber VfL Wolfsburg andere wirtschaftliche Voraussetzungen gewohnt. Nun muss das Duo beweisen, dass es in Frankfurt auch mit kleinerem Budget Großes bewirken kann.

Ein möglicher Weg: Die Förderung von Spielern aus dem eigenen Nachwuchs oder von Jungprofis, die neu zum Team stoßen. Als guter Griff könnte sich dabei vor allem der erst 17-jährige Spanier Fabio Blanco erweisen. Der Flügelstürmer kam ablösefrei vom FC Valencia und zeigte in der bisherigen Saisonvorbereitung vielversprechende Ansätze. Auch auf Blancos noch ein Jahr jüngeren Landsmann Enrique Herrero García (kam ebenfalls ablösefrei vom FC Villarreal) hält man bei der SGE große Stücke.

"Der Kader sieht sehr gut aus. Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen, hungrigen Spielern", sagte Glasner bei seiner Vorstellung als Coach des Europa-League-Teilnehmers und möchte manche Sachen ein wenig anders als sein Vorgänger Hütter, den es zu Borussia Mönchengladbach zog, angehen: "Wir wollen die Kreativität und Unberechenbarkeit beibehalten, aber mehr Balance in die Defensivabsicherung hereinbringen und den Laden öfter mal dicht halten."


SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge glaubt nicht, dass sich die Eintracht erneut für Europa qualifizieren wird: "Die Eintracht wird es in dieser Saison schwer haben. Mit Trainer Adi Hütter und Manager Fredi Bobic sind die beiden wichtigsten Protagonisten weg. Zudem wechselte Top-Torjäger André Silva nach Leipzig und das Verpassen der Champions League dürfte auch noch in den Knochen stecken. Platz acht würde ich schon als Erfolg bewerten."