28. Juli 2021 / 14:21 Uhr

Bundesliga-Vorschau zum FC Augsburg: Die Hoffnung auf den Weinzierl-Glanz vergangener Tage

Bundesliga-Vorschau zum FC Augsburg: Die Hoffnung auf den Weinzierl-Glanz vergangener Tage

Timon Zöfelt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Augsburg-Trainer Markus Weinzierl (r.) will die verkorkste vergangene Saison vergessen machen.
Augsburg-Trainer Markus Weinzierl (r.) will die verkorkste vergangene Saison vergessen machen. © IMAGO/Sportfoto Rudel/Krieger/ActionPictures/Eibner (Montage)
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Der SPORTBUZZER beleuchtet vor der neuen Saison die Lage bei den Bundesliga-Klubs. Heute geht es um den FC Augsburg, das nach einem durchwachsenen Jahr an alte Glanzzeiten mit Trainer-Rückkehrer Markus Weinzierl anknüpfen möchte. Für SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge ist der FCA "ein Phänomen".

Als Markus Weinzierl im April die Geschicke des geschassten Heiko Herrlich als neuer Trainer des FC Augsburg übernahm, schwang die Hoffnung auf das Aufleben alter Hochzeiten unvermittelt mit. Vier Jahre lang hatte Weinzierl die Fuggerstädter zwischen 2012 und 2016 erfolgreich gecoacht und bis ins Sechzehntelfinale der Europa League geführt. "Ich habe hier vier Superjahre erlebt, wir haben viele Krisen überstanden und viele Erfolge gefeiert. Ich habe bei meinem Abschied damals einen Fehler gemacht", räumte der 46-Jährige bereits bei seiner Vorstellung ein.

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Nun ist er zurück. Und einen ersten Punkt auf der Agenda hat Weinzierl trotz erst drei Pflichtspielen mit dem FCA bereits wieder abgehakt: Für den Klassenerhalt reichte eine souveräne Performance gegen Werder Bremen (2:0) am vorletzten Spieltag – Platz 13 hieß es am Ende einer holprigen Saison. Weinzierl visiert bereits das nächste Etappenziel an, denn mit dem Absturz in die Zweitklassigkeit wollen die bayerischen Schwaben künftig nichts zu tun haben. "Es sollte ein bisschen mehr sein", sagte sogar Geschäftsführer Stefan Reuter.

Vieles wird davon abhängen, ob das Team die DNA der ersten Weinzierl-Ära mit aggressivem und unbekümmertem Umschaltspiel wiederfinden kann. Zudem muss der Blick auf die Kadersituation geschärft werden. Mit Rani Khedira (ablösefrei zu Union Berlin) und Laszlo Benes (nach Leihe zurück zu Borussia Mönchengladbach) verließen zwei Leistungsträger den Klub. Und doch scheint die Balance zu passen. Mit Felix Uduokhai, Carlos Gruezo oder Marco Richter stehen hungrige Akteure in sämtlichen Mannschaftsteilen bereit, die die Erfahrenen um Kapitän Jeffrey Gouweleeuw oder Torjäger Alfred Finnbogason sinnvoll ergänzen. Einzig die Situation in der Defensive bereitet noch Sorgen: Rückkehrer Kevin Danso will den Klub verlassen, Uduokhai (bei Olympia wie Richter) und ­Reece Oxford (Meniskusoperation) werden zumindest das Pokalspiel beim Greifswalder FC verpassen.

Augsburg setzt auf Dorsch und Vargas

Demgegenüber stehen von Reuter angekündigte "punktuelle Verstärkungen": Mit der Verpflichtung von Mittelfeldspieler Niklas Dorsch von KAA Gent landete man einen absoluten Transfercoup und kann zugleich die durch den Khedira-Abgang entstandene Lücke schließen. Für die Schwaben ist der für 7 Millionen Euro Ablöse hergelotste Dorsch ein Versprechen für die Zukunft. In die Führungsrolle wie in der deutschen U21-Auswahl, die er als einer der Leader zum EM-Titel führte, müsse Dorsch erst noch hineinwachsen, sagte Weinzierl. Dennoch sehe man das große Potenzial. Der nächste Fingerzeig war die Vertragsverlängerung mit Offensivmann Ruben Vargas (bis 2025), der mit der Schweiz bei der EM zuletzt für Furore sorgte und beim überraschenden Sprung bis ins Viertelfinale mit starken Leistungen bestach.

Das Sommer-Resümee des Augsburger Geschäftsführers fällt nicht zuletzt nach dem achtbaren Auftritt im Test gegen Paris Saint-Germain (1:2) daher positiv aus: "Wir gehen sehr optimistisch in die Saison", so Reuter. Auch Weinzierl glaubt, "dass der FCA mit vielen Trümpfen punkten kann". Gute Voraussetzungen, um sich nicht erneut mit Begriffen wie "Abstiegskampf" oder "Klassenerhalt" herumschlagen zu müssen, sind gegeben. Man will höher hinaus – und hofft auf den alten Glanz der Weinzierl-Ära.

SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge nimmt dennoch weiter den Nichtabstieg als Maßstab: "Die Augsburger sind für mich ein Phänomen: Sie holen aus ihren geringen Mitteln seit Jahren das Optimum heraus und gehören inzwischen zu den etablierten Bundesliga-Teams. Und: Wenn es eng wird, sind sie da und schaffen immer wieder den Klassenerhalt. Das sollte auch in diesem Jahr gelingen."