08. September 2020 / 11:10 Uhr

Bundesliga-Vorschau zu RB Leipzig - Nagelsmann mit Titelhunger: "Gern auch mal Meister werden"

Bundesliga-Vorschau zu RB Leipzig - Nagelsmann mit Titelhunger: "Gern auch mal Meister werden"

Dennis Ebbecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Julian Nagelsmann will in seiner fünften Saison ins Titelrennen eingreifen.
Julian Nagelsmann will in seiner fünften Saison ins Titelrennen eingreifen. © imago images/Picture Point LE
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Teil 10 der SPORTBUZZER-Saisonvorschau auf die kommende Bundesliga-Spielzeit: Wie RB Leipzig geht auch Trainer Julian Nagelsmann in seine fünfte Bundesliga-Saison. Im Titelrennen müssen die Sachsen ohne den zum FC Chelsea gewechselten Timo Werner auskommen.

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Es liegt in der Natur der Sache, dass eine neue Bundesliga-Saison Veränderungen mit sich bringt. Mit Blick auf das große Ganze im deutschen Fußball sind diese mal mehr und mal weniger relevant. Rückblickend gesehen war die Saison 2016/2017 eine dieser besonderen Spielzeiten, die ein neues Zeitalter eingeläutet und dem Profifußball hierzulande eine neue Richtung gegeben haben. Eine Richtung, die insbesondere von den sogenannten Fußballtraditionalisten kritisch beäugt wurde. Während RB Leipzig – ein Klub, der erst 2009 gegründet worden war – sein Bundesliga-Debüt gab, avancierte bei der TSG Hoffenheim ein gewisser Julian Nagelsmann mit damals 28 Jahren zum jüngsten hauptamtlichen Trainer der Bundesliga-Geschichte.

Allen Unkenrufen zum Trotz sollte der Plan letztendlich aufgehen, sowohl in Hoffenheim als auch in Leipzig. Während die Kraichgauer unter Nagelsmann Platz vier erstürmten, wurden die Sachsen auf Anhieb Zweiter – nicht zuletzt dank des zu jener Saison aus Stuttgart verpflichteten Timo Werner, der den „Roten Bullen“ mit seinen 21 Toren zusätzlich Flügel verleihen konnte.

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Zeitsprung: 2020/2021 geht RB in seine fünfte Bundesliga-Saison, ebenso wie Nagelsmann, der bereits seit einem Jahr für die Leipziger verantwortlich ist. Werner hingegen, der in den vergangenen vier Jahren im Leipzig-Trikot stolze 78 Ligatore erzielen konnte, hat den Klub für die Ablösesumme von 53 Millionen Euro in Richtung FC Chelsea verlassen.

Nagelsmann will nach ganz oben

Nach einem erneut starken RB-Jahr mit der Champions-League-Qualifikation (Platz drei) sowie dem erstmaligen Sprung ins Halbfinale der Königsklasse möchte Nagelsmann an die jüngsten Erfolge anknüpfen, bestenfalls sogar noch eine Schippe drauflegen. Bereits im Juni machte der 33-Jährige im Rahmen des Sport1-Talks „Doppelpass“ keinen Hehl daraus, wie groß sein Titelhunger ist: „Dass wir gern auch mal Meister werden, das ist normal. Es sollte jeder, der in der Bundesliga mitspielt, den Drang haben, maximal erfolgreich zu sein.“

Um dieses mit Blick auf die acht Meisterschaften des FC Bayern in Folge ambitionierte Ziel zu erreichen, braucht es zwei grundlegende Eckpfeiler: zum einen „mehr Coolness und Cleverness im letzten Drittel“, eine Anspielung Nagelsmanns auf die zu vielen Unentschieden (zwölf) in der vergangenen Saison, und zum anderen einen Ersatz für den abgewanderten Nationalstürmer Werner.

Weiter Handlungsbedarf im Angriff

Trotz der Verpflichtung des Südkoreaners Hee-chan Hwang, der für knapp 10 Millionen Euro auf kurzem Dienstweg von RB Salzburg zu RB Leipzig gewechselt ist, sieht der Coach auf dieser Position weiteren Transferbedarf. „Wir haben ja bereits Hwang geholt, können Timo aber nicht eins zu eins ersetzen und müssen seine 47 Scorerpunkte auf mehrere Schultern verteilen“, erläuterte Nagelsmann gegenüber der Sport Bild. Auf einen Werner-Ersatz zu verzichten wäre aus Sicht des Trainers „extrem dämlich“. Zuletzt liebäugelten die Sachsen auch mit einer Verpflichtung von Linksaußen Milot Rashica (SV Werder Bremen), doch die Sache hakelt aufgrund der Ablösesumme.

Ob die Rädchen bei RB auch im fünften Bundesliga-Jahr ineinandergreifen werden, dürfte sich erstmals im DFB-Pokal gegen Nürnberg (12. September) und dann zum Ligaauftakt gegen Mainz (20. September) zeigen. Auf Testspiele wurde aufgrund des Kurzurlaubs nach dem späten Champions-League-Turnier und der Länderspielwoche nämlich verzichtet.