09. September 2020 / 09:58 Uhr

Bundesliga-Vorschau zur TSG Hoffenheim: Sebastian Hoeneß will neue Ära einleiten

Bundesliga-Vorschau zur TSG Hoffenheim: Sebastian Hoeneß will neue Ära einleiten

Dennis Ebbecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ist in der neuen Saison im Fokus: Schreuder-Nachfolger Sebastian Hoeneß.
Ist in der neuen Saison im Fokus: Schreuder-Nachfolger Sebastian Hoeneß. © imago images/TSG 1899 Hoffenheim
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Teil 11 der SPORTBUZZER-Saisonvorschau auf die kommende Bundesliga-Spielzeit: Der Name Hoeneß ist zurück in der Bundesliga. Mit Neu-Trainer Sebastian Hoeneß möchte sich die TSG Hoffenheim in der Spitze etablieren.

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50 Jahre lang galt der Name Hoeneß als eine der wenigen Konstanten im schnelllebigen Bundesliga-Geschehen. Neben Uli, der 1970 sein Profidebüt gegeben hatte und nach seinem verletzungsbedingten Karriereende mit nur 27 Jahren Manager (und später Präsident) des FC Bayern wurde, schrieb auch Dieter als Spieler Fußballgeschichte. Später trat er in die Fußstapfen seines Bruders, fungierte ebenfalls als Funktionär (Stuttgart, Hertha und Wolfsburg). Die Bundesliga ohne Hoeneß? Das gab es nur selten, genauer gesagt lediglich während Ulis Haftstrafe zwischen 2014 und 2016 sowie seit Ende 2019, als der heute 68-Jährige sein Präsidentenamt niederlegte.

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In der Saison 2020/2021 beginnt nun eine neue Hoeneß-Ära – und zwar die von Dieters Sohn und Ulis Neffen Sebastian, der bei der TSG Hoffenheim einen Vertrag bis 2023 unterschrieben hat. Der Übungsleiter, der zuletzt die Zweite Mannschaft des FC Bayern zum Meistertitel in der 3. Liga geführt hatte, ist jedoch mehr als nur der Sohn von Dieter oder der Neffe von Uli – und Sebastian Hoeneß ist auch kein neuer Julian Nagelsmann.

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Parallelen zwischen Hoeneß und Nagelsmann

Natürlich dient der aktuelle Trainer von RB Leipzig dennoch für jeden nachfolgenden TSG-Coach als Gradmesser, da Nagelsmann die Kraichgauer bis in die Champions League geführt hatte. Und die Vergleiche liegen auf der Hand, zumal es Hoeneß – wie sein Vor-Vorgänger – selbst nie zum Profifußballer brachte. Beide gelten zudem als innovative Trainertypen, ausgestattet mit einer klaren Ausrichtung und einem guten Auge für Talente. Schließlich soll nicht zuletzt das hochmoderne Nachwuchsleistungszentrum der Hoffenheimer den 38-Jährigen von einem Wechsel überzeugt haben. Neuland ist der Kraichgau für Hoeneß nicht, da er einst einige wenige Spiele für Hoffenheim in der Regionalliga absolviert hatte.

Seitdem hat sich bei dem Klub von Mäzen Dietmar Hopp allerdings eine Menge getan: Die TSG ist zu einem gestandenen Bundesliga-Klub gereift, der in der Vorsaison mit Rang sechs die drittbeste Platzierung der Vereinsgeschichte erzielen konnte. Umso überraschender mutete die Trennung vom damaligen Trainer Alfred Schreuder nach dem 30. Spieltag an, der sich mit seinem Team zu diesem Zeitpunkt in guter Position befand (Platz sieben). Offiziellen Angaben zufolge sollen „Differenzen über die Ausrichtung des Klubs“ für das Aus des mittlerweile als Co-Trainer beim FC Barcelona untergekommenen Coaches verantwortlich gewesen sein. Letztendlich brachte dann Interimscoach Matthias Kaltenbach die Qualifikation für die Europa League in trockene Tücher.

Hoffenheim mit einem Testspiel-Ausrutscher

Mit Hoeneß scheinen die Verantwortlichen diesbezüglich auf einer Welle zu liegen, auch wenn im Trainingslager am Tegernsee noch nicht alle Ergebnisse stimmten. Nach den Siegen über SV Wehen Wiesbaden (7:1) und SpVgg Greuther Fürth (1:0) kassierte die TSG eine herbe 2:5-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg. Ende August folgten dann zwei Testsiege gegen den Bundesliga-Rivalen Mainz 05. „Wir haben schon viele Dinge umgesetzt, die der Trainer von uns will. Es gibt noch Dinge, an denen wir arbeiten müssen, aber das sah schon sehr gut aus“, sagte Kapitän Benjamin Hübner anschließend. Und Hoeneß? Der sagte, im „Großen und Ganzen“ sei er „sehr zufrieden“.

Einen guten Eindruck in den Tests hinterließ der brasilianische Rückkehrer João Klauss, der gegen Nürnberg und Mainz traf. Mit Mijat Gacinovic haben die Hoffenheimer zudem einen gestandenen Bundesliga-Profi von Eintracht Frankfurt verpflichtet. Darüber hinaus stehen die Zeichen bei Florian Grillitsch, der zunächst als Wechselkandidat galt, auf Verbleib. Zudem dürfte Torwart Oliver Baumann nach der Nominierung von Joachim Löw in den DFB-Kader für die Nations-League-Spiele gegen Spanien und die Schweiz mit Selbstvertrauen in die neue Saison starten. Sportchef Alexander Rosen sprach im Trainingslager von einem „sehr, sehr positiven Eindruck.“ Eine neue Hoeneß-Ära scheint also eingeläutet zu sein.