05. Oktober 2020 / 07:32 Uhr

Hummels, Hernandez und Co.: Das wurde aus den teuersten Zugängen aus dem Sommer 2019

Hummels, Hernandez und Co.: Das wurde aus den teuersten Zugängen aus dem Sommer 2019

Constantin Paschertz
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Mats Hummels, Luka Jovic und Lucas Hernández kosteten ihre Klubs 2019 in Summe 133 Millionen Euro.
Mats Hummels, Luka Jovic und Lucas Hernández kosteten ihre Klubs 2019 in Summe 133 Millionen Euro. © imago images/RHR-Foto/Kevin Voigt/Jan Huebner/Pool/HMB-Media/Laci Perenyi/Montage
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Das Transferfenster des Sommers 2020 schließt am Montag. Dann werden wieder spannende Spieler in die Bundesliga gewechselt sein. Aber was wurde eigentlich aus den zehn teuersten Sommer-Zugängen der Bundesligisten von 2019? Wer spielt noch bei seinem Klub und wer hat seine Ablöse nicht rechtfertigen können? Der SPORTBUZZER zeigt, wie ihre Debüt-Saison verlaufen ist.

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Die Lebensläufe der zehn Bundesliga-Top-Transfers des Sommers 2019 könnten unterschiedlicher nicht sein. Einige Spieler sind schon gar nicht mehr bei den Vereinen, die sie damals kauften. Viele von ihnen sind bei ihren aktuellen Klubs glücklich und erfolgreich, wieder andere haben ihren Platz im Team noch nicht gefunden und haben auch zum Saisonstart 2020/21 noch mit ihren Rollen zu kämpfen. Und der Bundesliga-Rekord-Transfer ist auch unter ihnen. Der SPORTBUZZER zeichnet die zehn Wege nach.

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Lucas Hernandez (80 Millionen Euro Ablöse)

Der Franzose wechselte 2019 für die Bundesliga-Rekordsumme von 80 Millionen Euro von Atlético Madrid zum FC Bayern München. Der jetzt 24-Jährige hatte trotz großer Verheißungen beim FCB aber nie einen Stammplatz – weder unter Niko Kovac noch unter Neu-Trainer Hansi Flick. 25 Pflichtspiele bestritt Hernandez zwar, aber nur sieben über 90 Minuten. Der Hauptgrund für die magere Ausbeute: Verletzungen.

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In der Innenverteidigung werden Hernandez wegen seiner Ausfälle David Alaba und der eigentlich schon aussortierte Jerome Boateng vorgezogen, auf der Position des Linksverteidigers feierte der junge Alphonso Davies seinen Durchbruch. Zwei Bundesliga-Partien sowie die Spiele den UEFA- und DFL-Supercup hat der teuerste Zugang des Sommers 2019 in der neuen Saison schon absolviert. Trainer Flick hält viel vom Defensivallrounder und bezeichnete ihn noch im Juni als "einen Spieler, den man sich als Trainer wünscht".

Benjamin Pavard (35 Millionen Euro Ablöse)

Hernandez's Landsmann kam 2019 für nicht einmal die Hälfte von dessen Rekordsumme vom VfB Stuttgart zum FC Bayern. Als flexibel einsetzbarer Innenverteidiger geholt, wurde er insbesondere nach dem Trainerwechsel von Kovac zu Flick zum unangefochtenen Stamm-Rechtsverteidiger beim Rekordmeister. In der Triple-Saison 2019/20 machte Pavard 47 Pflichtspiele, 32 davon absolvierte der 24 Jahre alte Weltmeister in der Bundesliga. Seit dem Saisonstart 2020/21 stand Pavard bereits vier Mal für die Münchner auf dem Rasen, verpasste nur 17 Minuten Einsatzzeit.

Kerem Demirbay (32 Millionen Euro Ablöse)

Der zweimalige deutsche Nationalspieler ist Rekordtransfer von Bayer Leverkusen. Seine erste Spielzeit war an entsprechende Erwartungen geknüpft, die der mittlerweile 27 Jahre alte Mittelfeldspieler nur bedingt erfüllen konnte. Taktisch war das System von Trainer Peter Bosz um Jungstar Kai Havertz aufgebaut. Demirbay tat sich schwer, seinen Platz im Team zu finden. Ganze 40 Pflichtspiele absolvierte Demirbay in der zurückliegenden Saison für die Werkself, konnte aber nur zwei Treffer selbst erzielen und elf vorbereiten.

In der aktuellen Saison scheint es besser zu laufen – auch weil er nach dem Abgang von Kai Havertz zum FC Chelsea mehr Verantwortung übernehmen muss und ein wichtiger Taktgeber im Mittelfeld ist. Drei Torbeteiligungen in vier Pflichtspielen verbuchte Demirbay schon und scheint endgültig angekommen im System Bosz und bei Bayer.

Mats Hummels (30,5 Millionen Euro Ablöse)

Der Transfer 2019 war für den Innenverteidiger schon der vierte Wechsel zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund. In seinem ersten Jahr zurück beim BVB war Hummels unverzichtbar, aber keinesfalls fehlerlos in seinem Spiel. Es hagelte Kritik, weil er in einigen Spielen zu langsam agierte. Der 31-Jährige fing sich, ließ die Kritiker verstummen, wurde zum unangefochtenen Abwehrchef der Borussen und absolvierte letztendlich 41 von 46 möglichen Pflichtspielen.

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Bayerns Leroy Sané (von links), Leverkusens Patrik Schick, Dortmunds Jude Bellingham und Leipzigs Alexander Sörloth haben für ihre neuen Klubs bereits gespielt. ©

Weil Marco Reus immer wieder verletzt fehlte und Lukasz Piszczek ebenfalls kein Stammspieler mehr war, trug Hummels auch oft die Kapitänsbinde des BVB. Trotz seiner Rückkehr entwickelte die Favre-Elf aber kein unbedingtes Sieger-Gen und wurde recht deutlich hinter den Bayern Vizemeister und erreichte nicht einmal das DFB-Pokal-Finale. Auch 2020/21 ist er Stammkraft und Vize-Kapitän hinter Reus. Fünf von fünf Partien bestritt der Ex-Nationalspieler bereits.

Thorgan Hazard (25,5 Millionen Euro Ablöse)

Im Zuge der groß angelegten Transfer-Offensive des Sommers 2019 wechselte auch Hazard zum BVB. Der Belgier kam von Borussia Mönchengladbach und wollte den nächsten Schritt in seiner Karriere machen. Die Konkurrenz im Kader der Dortmunder schien groß. Reus, Achraf Hakimi, Julian Brandt, Raphael Guerreiro, Mario Götze und in der Spitze Paco Alcácer standen neben Hazard zur Verfügung. Der quirlige Außenstürmer stellte aber Flexibilität unter Beweis und ließ sich auch hinter der Spitze oder vorne im Sturm aufbieten. Mittlerweile ist der 27-Jährige für Favre unverzichtbar. 43 Pflichtspiele in der vergangenen Saison belegen das deutlich. In der Saison 2020/21 hat Hazard erst einmal über 19 Minuten auf dem Platz gestanden, weil er zuvor mit einem Muskelfaserriss pausierte.

Nico Schulz (25,5 Millionen Euro Ablöse)

Anders als Hummels und Hazard erging es Nationalspieler Nico Schulz nach seinem Transfer von der TSG Hoffenheim zum BVB. Als großer Hoffnungsträger und als Pendant zum offensivstarken Achraf Hakimi auf der anderen Seite wurde der Linksverteidiger verpflichtet. Den Großangriff auf den FC Bayern gestaltete Schulz aber kaum mit. Wettbewerbsübergreifend durfte der 27-Jahre alte Berliner nur 18 Mal ran für die Schwarz-Gelben – immerhin in neun Spielen stand er 90 Minuten auf dem Feld. Auch in der neuen Saison spielt er hinter Raphael Guerreiro wohl maximal die zweite Geige und hatte zu Saisonbeginn sogar noch Eigengewächs Felix Passlack vor der Nase, der schon als aussortiert galt. Sechs Minuten in der Liga und 23 im DFL-Supercup stehen in der neuen Saison für ihn bisher zu Buche.

Julian Brandt (25 Millionen Euro Ablöse)

Mit seiner Ablösesumme galt der Ex-Leverkusener als absolutes Schnäppchen, war er doch im Verbund mit Kai Havertz der Shootingstar der Werkself und der Nationalmannschaft. Der gebürtige Bremer zeigte im Dortmunder System Anpassungsschwierigkeiten, brauchte zu Saisonbeginn 2019 ein paar Spiele, um sich zurecht zu finden und musste vorerst auf die Bank. Zwar traf er gleich am ersten Bundesliga-Spieltag, danach wirkte er über linksaußen nicht mehr so erfolgreich. Favre testete ihn in der Mittelfeldzentrale und dort gewöhnte sich der jetzt 24-Jährige gut ein.

Als Taktgeber wurde er unverzichtbar und absolvierte insgesamt 42 Pflichtspiele für den BVB und war an 20 Toren direkt beteiligt. In der Spielzeit 2020/21 hat Brandt mit Giovanni Reyna und Jude Bellingham (beide 17 Jahre alt) zwei Youngster vorgesetzt bekommen, gegen die sich er sich noch nicht durchsetzen konnte. Sie muss er übertrumpfen, wenn er weiter eine so wichtige Rolle beim Vizemeister einnehmen will.

Lucas Tousart (25 Millionen Euro Ablöse)

Der Franzose, der der Rekordtransfer von Hertha BSC ist, wurde nach dem Kauf direkt wieder für eine komplette Saison an seinen abgebenden Verein Olympique Lyon für ein Jahr ausgeliehen - und fällt deshalb aus der Wertung.

Lukas Jovic (22,5 Millionen Euro Ablöse)

Jovic wurde durch die Aktivierung der Kaufoption, die sein Klub Eintracht Frankfurt und seine Stammverein Benfica Lissabon ausgehandelt hatten, zum teuersten Spieler der Klub-Gesichte. Für die Hessen kam der mittlerweile 22 Jahre alte Stürmer aber nicht mehr zum Einsatz. Nach seiner erfolgreichen Leihe in die Bundesliga holte ihn Real Madrid direkt für 60 Millionen Euro in die La Liga. Es schien, als hätten die Spanier endlich einen absoluten Klassestürmer mit Entwicklungspotenzial verpflichtet. Aber der Serbe verschwand in der Versenkung.

Unter Trainer Zinedine Zidane blieb ihm nur die Rolle des Jungen, der sich noch eingewöhnen muss. Nur 27 Mal kam er in der gesamten Saison zum Einsatz und war dabei nur an vier Toren beteiligt. Über die volle Distanz spielte Jovic nur ein einziges Mal. Außerdem machte er immer wieder durch Eskapaden auf sich aufmerksam – im Sommer mit einer Grillparty, bei der er klar gegen geltende Corona-Regeln verstieß. In der Saison 2020/21 hat er immerhin schon zwei Spiele von Beginn an bestritten und konnte durchaus überzeugen.

Paco Alcácer (21 Millionen Euro Ablöse)

Der spanische Stürmer kam nach einem Leih-Jahr fest zu Borussia Dortmund. Vor allem als zuverlässiger Joker hatte er sich im Team von Favre einen Namen gemacht und sollte 2019/20 der Stamm-Angreifer werden. In der ersten Saisonhälfte absolvierte er 15 Partien für die Borussen und war an neun Treffern beteiligt. Eine Achillessehenreizung warf ihn aber immer wieder zurück.. Der Klub reagierte und holte im Winter Erling Haaland von RB Salzburg.

Daraufhin floh Alcácer in seine Heimat zum FC Villareal. Beim "Gelben U-Boot" kamen nochmal 14 Spiele und sechs Torbeteiligungen für ihn dazu. Verletzt war er weniger häufig, als bei den Schwarz-Gelben. Auch in der neuen Saison ist der 27-Jahre spanische Nationalspieler in Villareal gesetzt und kommt auf bisher drei Tore in fünf Pflichtspielen.

Dodi Lukebakio (20 Millionen Euro Ablöse)

Nach einem überragenden Leih-Jahr bei Fortuna Düsseldorf wechselte Lukebakio zur ambitionierten Hertha nach Berlin. Sowohl unter Ante Covic, als auch danach unter Jürgen Klinsmann und unter dem aktuellen Hertha-Coach Bruno Labbadia ist der 23 Jahre alte Belgier Stammspieler. Seine Vorteile liegen in seinem Tempo, seiner Flexibilität und seiner Torgefahr. In der Hautstadt spielte der Offensivmann schon als Rechtsaußen, Linksaußen und Mittelstürmer und kam 2019/290 auf 33 Einsätze, acht Treffer und ebenso viele Vorlagen. Auch in der neuen Saison führt an ihm kein Weg vorbei. Drei Einsätze und drei Tore hat er bereits auf dem Konto.