04. August 2020 / 14:53 Uhr

Keine Gäste-Fans, keine Stehplätze & Co.: Bundesliga mit einheitlichem Vorgehen bei Fan-Rückkehr

Keine Gäste-Fans, keine Stehplätze & Co.: Bundesliga mit einheitlichem Vorgehen bei Fan-Rückkehr

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat am Dienstag mit den 36 Profi-Klubs in Frankfurt getagt. 
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat am Dienstag mit den 36 Profi-Klubs in Frankfurt getagt.  © (c) dpa - Pool
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Die insgesamt 36 Profiklubs der Bundesliga und der 2. Liga haben sich am Dienstag auf ein einheitliches Vorgehen bei der möglichen Teil-Rückkehr von Fans in die Stadien geeinigt. Das ergab eine DFL-Mitgliederversammlung.

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Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die insgesamt 36 Klubs der Bundesliga und 2. Liga haben sich am Dienstag auf ein einheitliches Vorgehen bei einer möglichen Teil-Rückkehr von Zuschauern in die Stadien geeinigt. Auf einer außerordentlichen DFL-Mitgliederversammlung, die aufgrund der Corona-Pandemie als Video-Konferenz stattfand, folgten die Vereine einem vom Dachverband bereits vor knapp drei Wochen veröffentlichten Leitfaden. Offen war allerdings vor allem, ob alle Klubs die Vorgaben in gleichem Maße umsetzen werden. Dies ist durch die Entscheidungen vom Dienstag nun klar.

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"Priorität in Deutschland haben nicht volle Stadien, sondern die gesundheitliche Situation", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert während einer Pressekonferenz: "Aktuell spielt Corona eben noch mit und eine sehr bedeutende Rolle." Der 51-Jährige betonte, dass sämtliche Beschlüsse temporär gelten werden. "Es geht nicht um sportpolitische und strategische Weichenstellungen für die kommenden Jahre", sagte der Ligachef.

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Wesentliche Punkte des Papiers sind ein Stehplatz- und Alkoholverbot bis zum 31. Oktober und keine Gäste-Fans in den Stadien bis zum Jahresende. Damit soll das Infektionsrisiko in der Corona-Pandemie verringert werden. Verkauft werden sollen für die Spiele nur personalisierte Online-Tickets, mit denen die Nachverfolgung von Infektionsketten möglich sind. Gerade dieser Punkt war von Fan-Gruppierungen zuletzt kritisch beurteilt. So forderte das Bündnis Unsere Kurve, dass die "abgegebenen Daten (nur) zum Gesundheitsschutz genutzt werden und nicht für andere Zwecke“, wie etwa einer Überwachung der Fans, sagte Vorstandsmitglied Jobst Peter dem rbb.

Fan-Bündnis sieht mögliche Zuschauer-Rückkehr kritisch

Überhaupt steht Peter einer Rückkehr von Fans in die Stadien skeptisch gegenüber. "Bei aller Sehnsucht, die ich selber als regelmäßiger Stadiongänger habe, wir leben in einer Pandemie. Und die Vernunft sollte immer den Gesundheitsschutz nach vorne stellen", sagte er: "Wenn die Fallzahlen steigen und sich daraus ergibt, dass das Fußballspiel nicht zu besuchen ist, dann habe ich das zu akzeptieren."

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Auch Politiker wie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatten angesichts wieder ansteigender Zahlen von Neuinfektionen Zweifel an einem Ende der Geisterspiele geäußert. Er halte Bundesliga-Spiele mit 25.000 Zuschauern "für sehr schwer vorstellbar", hatte der CSU-Politiker der Bild am Sonntag erklärt. Viele Vereine haben derweil schon konkrete Konzepte für die Fan-Rückkehr erarbeitet und festgelegt, wie viele Zuschauer sie im Fall der Fälle ins Stadion lassen wollen.

Fan-Rückkehr: Politik muss grünes Licht geben

Klar ist: Ohne die Zustimmung der Politik sind derartige Pläne aber hinfällig. Seifert betonte, dass es von Seiten der DFL keinerlei Forderungen gegeben habe und auch nicht geben werde. Die Erstellung des Konzepts für eine Rückkehr von Zuschauern sei einzig unter dem Gesichtspunkt von Möglichkeiten zu einem noch nicht bestimmten Zeitpunkt geschehen. Die neue Spielzeit soll mit der ersten Runde des DFB-Pokals vom 11. bis 14. September beginnen. Eine Woche später ist der Start von Bundesliga, 2. Liga und 3. Liga vorgesehen.