27. August 2020 / 10:53 Uhr

Beschlussvorlage der Bundesregierung: Bundesliga muss bis Jahresende wohl ohne Zuschauer auskommen

Beschlussvorlage der Bundesregierung: Bundesliga muss bis Jahresende wohl ohne Zuschauer auskommen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Bundesregierung will 2020 offenbar keine Zuschauer mehr in die Stadien lassen.
Die Bundesregierung will 2020 offenbar keine Zuschauer mehr in die Stadien lassen. © 2020 Getty Images/dpa (Montage)
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Die Hoffnung der Bundesliga-Klubs auf eine baldige Zuschauer-Rückkehr könnten am Donnerstag einen Dämpfer erhalten. Dies geht aus einer Beschlussvorlage des Bundes vor der Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten hervor.

Nach den Plänen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darf sich die Bundesliga wohl keine Hoffnungen darauf machen, noch in diesem Jahr vor Zuschauern zu spielen. Am Donnerstagmittag berät sich die Kanzlerin in einer Video-Konferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Und zumindest aus einer Beschlussvorlage des Bundes, die der dpa vorliegt, geht vor dem Treffen hervor, dass man Zuschauer bei Sportevents vorerst weiter verbieten will: "Großveranstaltungen wie Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, größere Konzerte, Festivals oder Dorf-Schützenfeste" sollen demnach bis Ende des Jahres untersagt bleiben.

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Bei niedrigen Infektionszahlen: Regionale Ausnahmen offenbar möglich

Dieses Verbot würde neben den Profi-Fußball-Klubs auch die Vereine im Handball, Basketball und Eishockey sowie weitere stark von Zuschauer-Einnahmen abhängige Sportarten empfindlich treffen. Allerdings heißt es laut dpa weiter, dass es in Regionen mit sehr geringen Infektionszahlen Ausnahmen geben könne, wenn sichergestellt sei, dass die Teilnehmer ausschließlich aus dieser Region oder aus umliegenden Regionen mit entsprechenden Entwicklungen kommen.

Die Deutsche Fußball Liga hatte am Mittwoch im Zusammenspiel mit dem Deutschen Fußball-Bund ein überarbeitetes Hygienekonzept vorgestellt und den Vereinen der Bundesliga und 2. Bundesliga zugesendet. Die 36 Klubs der DFL sollen den Leitfaden auf ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 3. September in den Statuten verankern. Darin sind auch personalisierte Tickets für Zuschauer vorgesehen. Ob dies aber in der Umsetzung der von der Bundesregierung nun vorgeschlagenen Richtlinien zu einer Zulassung einer größeren Zahl von Fans in den Stadien führen kann, erscheint fraglich.

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Innenminister Seehofer für Fan-Rückkehr in Teilen

Vor dem Treffen am Donnerstag hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer den Fußball-Fans hingegen Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in die Stadien gemacht. "Die Bevölkerung versteht es nicht, wenn im Nahverkehr viele Menschen auf engem Raum unterwegs sein dürfen, aber ein Fußballspiel mit wenigen Zuschauern und großen Abständen nicht möglich sein soll", argumentierte der CSU-Politiker in der Augsburger Allgemeinen für eine Fan-Rückkehr.