22. November 2020 / 11:07 Uhr

Bundestrainer Felix Dyck vom TSV Hagenburg: Das war der große Fehler von Jogi Löw

Bundestrainer Felix Dyck vom TSV Hagenburg: Das war der große Fehler von Jogi Löw

Daniel Kultau
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
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Wie in dieser Bildmontage zu sehen, könnte Felix Dyck die Deutsche Nationalmannschaft wieder auf Kurs bringen. Das glaubt zumindest der Großteil der Nutzer des Sportbuzzer Schaumburg. © dpa, Daniel Kultau // Montage: Daniel Kultau
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Die Nutzer des Sportbuzzer Schaumburg haben abgestimmt. Felix Dyck vom TSV Hagenburg wäre ein geeigneter Nachfolger, sollte Bundestrainer Joachim Löw aufhören. Wir sprachen mit dem Trainer des TSV Hagenburg über die Probleme der Nationalmannschaft und wie er die Deutsche Mannschaft auflaufen lassen würde.

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Bundestrainer Joachim Löw ist angeschlagen. Spätestens nach der 0:6-Niederlage gegen Spanien in der Nations League. Welcher Schaumburger Trainer könnte Löw im Falle eines Rücktritts also am ehesten beerben? Diese Frage stellten wir den Nutzern des Sportbuzzer Schaumburg. Zur Auswahl standen die acht Trainer der heimischen Landes- und Bezirksligisten.

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Kann Felix Dyck (links) die Nationalmannschaft wieder zum Jubeln bringen? Die Nutzer des Sportbuzzer Schaumburg würden es ihm zutrauen. © Daniel Kultau

Ganz oben stand am Ende mit 31,8 Prozent Felix Dyck vom Bezirksligisten TSV Hagenburg. „Jetzt habe ich als Trainer alles erreicht und kann mit einem ruhigen Gewissen in Hagenburg aufhören“, scherzte der 30-Jährige. TSV-Spartenleiter Dietmar Thake nickt den Abgang augenzwinkernd mit den Worten „das wird für den DFB aber nicht billig“ ab. Wir unterhielten uns mit „Bundestrainer-Dyck“, der im Vereinsfußball dem HSV die Daumen drückt, über die aktuelle Situation der Nationalmannschaft:

Hallo Herr Dyck und Glückwunsch, denn Sie sind nun Schaumburgs Bundestrainer. Haben Sie sich das Spiel gegen Spanien angeschaut?

Ja, ich habe die Spiele gegen die Ukraine und Spanien beide gesehen. Der 3:1-Sieg gegen die Ukraine sollte nicht unser Anspruch sein. Wir sollten uns eher mit den großen Fußballnationen wie Spanien auf Augenhöhe bewegen. Aber das war natürlich erschreckend.

Was sind denn Ihrer Meinung nach momentan die großen Probleme?

Für mich war der große Fehler, dass sich Löw von Thomas Müller und Mats Hummels getrennt hat. Jerome Boateng sehe ich als nicht so schlimm an. Jeder sieht, dass Müller und Hummels in bestechender Form sind. Solche Spieler sind Eckpfeiler, die jedes Team braucht. Die krempeln die Arme hoch wenn es mal nicht so läuft und sind einfach wichtige Typen für eine Mannschaft. Enttäuscht bin ich von Ilkay Gündogan und Toni Kroos. Die spielen beide auf so zentralen Positionen, aber die schaffen es einfach nicht, das Spiel an sich zu reißen. Es fehlten aus der Mannschaft einfach auch mal Zeichen, mal robust geführte Zweikämpfe. Da war nichts.

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Gibt es denn im jetzigen Kader Spieler, denen Sie eine solche Führungsrolle zutrauen würden?

Manuel Neuer und Joshua Kimmich. Es ist jedoch für einen Torwart wie Neuer schwierig, Einfluss auf das Spiel zu nehmen. Kimmich ist noch verletzt, ich hoffe, dass er schnell wieder zurückkehrt.

Sie würden also zumindest Thomas Müller und Mats Hummels zurück in die Nationalmannschft berufen. Glauben Sie denn, dass Jogi Löw das machen wird?

Das ist schwierig. Es würde unserer Mannschaft mit Sicherheit helfen, aber leider glaube ich nicht, dass es passieren wird. Er hat sich damit keinen Gefallen getan, die drei Spieler so konsequent aus der Nationalmannschaft zu schmeißen. Wenn er sie jetzt zurückholen würde, würde sich auch die Frage stellen, inwiefern sich Löw unglaubwürdig machen würde.

Glauben Sie denn, dass Löw überhaupt noch der richtige Trainer für die Mannschaft ist?

Das glaube ich schon und ich traue es ihm auch grundsätzlich zu. Er hat viel erreicht, alleine mit dem Weltmeistertitel 2014. Aber es steht und fällt mit den beiden Personen (Thomas Müller und Mats Hummels Anm. d. Red.). Ich frage mich auch, wer es sonst machen könnte? Jürgen Klopp wäre vielleicht eine Alternative, Hansi Flick möglicherweise auch eine Option.

Finden Sie den Job des Bundestrainers denn generell interessant? Es ist ja sicherlich nicht einfach, wenn es 80 Millionen Bundestrainer in ganz Deutschland gibt, die alle meinen Dinge besser zu wissen als man selbst.

Es wäre schon ein interessanter Job (lacht). Er ist sehr vielfältig, aber man hat es auch nicht leicht. Man muss viel über die Grenzen schauen, darf keinen Verein vernachlässigen. Ich stelle ihn mir schon umfangreicher als einen normalen Trainerjob vor.

Angenommen Teammanager Oliver Bierhoff ruft jetzt bei Ihnen an und macht Sie zum Bundestrainer. Welchen Spieler vom TSV Hagenburg würden Sie direkt in den Kader berufen?

Das ist gemein (lacht). Ich beharre immer darauf, niemanden bevorzugen zu wollen. Eine schwierige Frage und es fällt mir nicht leicht, eine Antwort zu geben. Aber unser Innenverteidiger Daniel Aust hat sich unglaublich gemacht. Er hat richtige Führungsstärke entwickelt und mit ihm kann man auch sehr gut diskutieren. Von daher würde ich ihn wohl nehmen.

So würde die Aufstellung unter Felix Dyck aussehen:

Neuer, Kimmich - Hummels - Süle - Leibold, Kroos - Goretzka, Gnabry - Müller - Reus, Werner

Ergebnis der Abstimmung:

  1. Felix Dyck (TSV Hagenburg) 31,8 Prozent.
  2. Timo Nottebrock (TSV Algesdorf) 16,3 Prozent.
  3. Jemand anderes 14,9 Prozent.
  4. Fabian Stapel (TuS SW Enzen) 13,6 Prozent.
  5. Steffen Potthast (VfL Bückeburg II) 6,3 Prozent.
  6. Heiko Thürnau (VfR Evesen) 5,7 Prozent.
  7. Torben Brandt (VfL Bückeburg) 5,2 Prozent.
  8. Raphael Idel (MTV Rehren A/R) 3,5 Prozent.
  9. Uwe Oberländer (SC Rinteln) 2,7 Prozent.