13. August 2022 / 07:00 Uhr

Bundestrainer Hansi Flick kritisiert WM in Katar scharf: "Kein Turnier für Fans"

Bundestrainer Hansi Flick kritisiert WM in Katar scharf: "Kein Turnier für Fans"

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundetrainer Hansi Flick kritisiert die Austragung der Weltmeisterschaft in Katar scharf.
Bundetrainer Hansi Flick kritisiert die Austragung der Weltmeisterschaft in Katar scharf. © IMAGO/Laci Perenyi, ANP (Montage)
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100 Tage vor dem Start der Weltmeisterschaft hat Hansi Flick in einem RND-Interview scharfe Kritik an der Austragung des Turniers in Katar geübt. Der Bundestrainer zählt auf, was ihm missfällt und urteilt: Die gesellschaftliche Aufgabe des Fußballs sei mit der Lage vor Ort nicht vereinbar. 

Hansi Flick hat die Austragung der Weltmeisterschaft im kommenden Winter in Katar hat kritisiert. In einem exklusiven Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND+), zu dem auch der SPORTBUZZER gehört, prangerte der Bundestrainer neben der Menschenrechtssituation in dem Wüstenstaat auch das wohl ausbleibende Fan-Erlebnis bei dem Turnier vom 20. November bis zum 18. Dezember an.

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"Ich habe viele Bekannte, die gerne nach Katar fliegen würden, es aber aus vielerlei Gründen unterlassen. Weil sie sich die massiven Preise nicht leisten können, weil die Situation etwa für Homosexuelle inakzeptabel ist, weil es Menschenrechtsverletzungen gibt, weil Minderheiten ausgegrenzt werden. Dabei sollte der Fußball für alle da sein. Darum sage ich: Es ist keine WM für den normalen Fan", erklärte der 57-Jährige.

Die Veranstaltung ist bereits seit der Vergabe an Katar 2010 höchst umstritten. 2015 hatte die FIFA entschieden, die Weltmeisterschaft vom Sommer in den Winter zu verlegen, da vor Ort in den traditionellen WM-Monaten Juni und Juli Temperaturen um die 40 Grad herrschen. Zudem steht das Emirat wegen Menschenrechtsverletzungen und dem Umgang mit ausländischen Arbeitern stark in der Kritik. Immer wieder wird darüber diskutiert, ob und wie die teilnehmenden Nationalmannschaften mit Protestaktionen auf die Situation im Land aufmerksam machen können und sollen.

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Flick bezeichnet die Gemengelage zwischen den sportlichen Aufgaben und den äußeren Umständen des Turniers als "Herausforderung" und kündigte an, dass der DFB die Nationalspieler weiter über die Lage in Katar informieren und sich zudem vielleicht auch mit anderen WM-Teilnehmern austauschen werde. "Wir haben schon viele Gespräche geführt, um die Mannschaft bestmöglich zu informieren. Wir werden uns im September erneut zusammensetzen und überlegen, was wir, möglicherweise auch gemeinsam mit anderen Nationen und Mannschaften, machen können und wollen. Grundsätzlich finde ich es schade, dass dieses Turnier keine WM für Fans wird", erklärte der DFB-Coach.