23. Dezember 2019 / 20:54 Uhr

Bundestrainer Joachim Löw zieht Fazit: Diese Note gebe ich der DFB-Elf im Jahr 2019

Bundestrainer Joachim Löw zieht Fazit: Diese Note gebe ich der DFB-Elf im Jahr 2019

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Joachim Löw hat das DFB-Jahr 2019 bewertet.
Bundestrainer Joachim Löw hat das DFB-Jahr 2019 bewertet. © imago images/Jan Huebner
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Den Umbruch weiter vorangetrieben, spielerische Glanzlichter gesetzt und die EM-Qualifikation als Gruppensieger abgeschlossen: Die deutsche Nationalmannschaft unter Bundestrainer Joachim Löw kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Im Interview mit dem "Sport-Informations-Dienst" zeigte sich Löw zufrieden.

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Schlechter als 2018 hätte es auch nicht mehr laufen können: Vor einem Jahr schied Deutschland als amtierender Weltmeister nicht nur bereits in der WM-Vorrunde aus, sondern stieg auch noch sportlich aus der Liga A der gerade erst eingeführten Nations League ab (dank einer UEFA-Reform bleibt die DFB-Elf aber trotzdem erstklassig). Doch davon ließ sich die deutsche Nationalmannschaft um Bundestrainer Joachim Löw 2019 nicht beirren. Der 59-Jährige setzte weiter konsequent auf junge Spieler und trieb den Umbruch weiter voran – so sehr, dass die DFB-Mannschaft im Oktober erstmals seit 2014 ohne einen WM-Helden von 2014 in der Startelf ausgekommen war. Und die Löw-Elf blieb erfolgreich. Noch vor Holland holte sich "Die Mannschaft" den Gruppensieg in der EM-Qualifikation.

Die DFB-Kandidaten für die EM 2020 im Chancen-Check

Leroy Sané (links) ist nach seiner schweren Kreuzband-Verletzung wieder ein heißer Kandidat für die EM-Nominierung. Robin Gosens überzeugt bei Atalanta Bergamo und steht vor dem Einzug ins Viertelfinale der Champions League. Zur Galerie
Leroy Sané (links) ist nach seiner schweren Kreuzband-Verletzung wieder ein heißer Kandidat für die EM-Nominierung. Robin Gosens überzeugt bei Atalanta Bergamo und steht vor dem Einzug ins Viertelfinale der Champions League. ©

Joachim Löw: Note Zwei für deutsche Nationalmannschaft im Jahr 2019

Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) hat Löw nun sein persönliches Jahresfazit gezogen und auf die EM 2020 geblickt – bei der Deutschland eine echte Hammer-Gruppe erwischt hat.

Als Schulnote erhält das DFB-Jahr von Löw eine Zwei. "Unter wirklich schwierigen Voraussetzungen, unterschiedlichen Konstellationen und großen Herausforderungen hat es die Mannschaft am Ende doch sehr gut gelöst", begründet der Bundestrainer sein Urteil. "Man spürt eine große Energie in der Mannschaft, einen guten Teamgeist, und man spürt Lust auf Erfolge und gute Spiele."

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Für die Note 1 hätten allerdings noch "Kontinuität und Konstanz" gefehlt, was auch an den vielen verletzungsbedingten Ausfällen gelegen habe. "Jede Mannschaft, die irgendwann mal einen großen Titel gewinnen will, braucht Automatismen. Da sind wir ein bisschen im Hintertreffen, weil immer wieder andere Spieler auf dem Platz oder im Kader waren." So feierten gleich sechs Spieler 2019 ihr DFB-Debüt.

Nationalmannschaft: Alle Debütanten unter Joachim Löw

Alle Nationalmannschafts-Debütanten unter Bundestrainer Joachim Löw im Überblick - kickt Euch durch die Galerie. Zur Galerie
Alle Nationalmannschafts-Debütanten unter Bundestrainer Joachim Löw im Überblick - kickt Euch durch die Galerie. ©

Löw: DFB-Team zählt bei EM 2020 nicht zu "Top-Favoriten"

Auf die EM verspürt Löw "eine sehr große Vorfreude". Deutschland trifft unter anderem auf Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal – immerhin finden alle Partien in der Allianz-Arena in München statt. "Das ist eine Gruppe, die hat es in sich, da ist jeder brutal gefordert. Jede Mannschaft muss wahrscheinlich übers Limit gehen, um sich durchzusetzen", analysiert Löw. "Die Gruppe zieht wirklich alle in ihren Bann."

Joachim Löw über die EM-Gruppe: "Jeder muss ans Limit gehen"

Über den EM-Titel will Löw allerdings nicht sprechen. "Die Entwicklung – individuell und als Mannschaft – ist noch nicht abgeschlossen. Wir brauchen noch Zeit", sagt der DFB-Trainer, der Deutschland "nicht zu den Top-Favoriten" zählt. "Wir werden uns gut vorbereiten, wollen attraktiven Fußball spielen und natürlich auch die Gruppenphase überstehen. Man darf aber nicht vergessen, dass es Mannschaften gibt, die schon länger zusammenspielen und uns somit auch einen Schritt voraus sind." Dazu zählt Löw unter anderem Frankreich, Holland, England und Italien.

Internationale Pressestimmen zur EM-Auslosung: Frankreich wittert "Todesgruppe"

Mit Skepsis begleitet die internationale Presse den komplizierten Modus der EM 2020. Eines ist jedoch klar: Die Hammer-Gruppe mit Deutschland, Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal elektrisiert alle. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Reaktionen der Auslosung. Zur Galerie
Mit Skepsis begleitet die internationale Presse den komplizierten Modus der EM 2020. Eines ist jedoch klar: Die Hammer-Gruppe mit Deutschland, Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal elektrisiert alle. Der SPORTBUZZER zeigt die Reaktionen der Auslosung. ©

Auch wegen der starken EM-Gegner ist die deutsche Elf sofort gefordert. Vier Tage nach dem Auftaktspiel am 16. Juni gegen Frankreich empfängt Deutschland Portugal um Superstar Cristiano Ronaldo. "Wir alle haben aus der WM 2018 gelernt. Bei einem Turnier sind alle Spiele K.o.-Spiele", erklärt Löw. Jetzt sind wir mit dem Weltmeister und Europameister in einer Gruppe, aber selbst wenn wir zuerst gegen eine vermeintlich kleine Fußballnation spielen würden, würde ich sagen: 'Aufgepasst, es ist das erste Spiel.'"