09. Oktober 2020 / 19:13 Uhr

Bundestrainer Joachim Löw wehrt sich gegen Kritik: "Mache Dinge aus Überzeugung"

Bundestrainer Joachim Löw wehrt sich gegen Kritik: "Mache Dinge aus Überzeugung"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Joachim Löw setzt sich gegen die aufkommende Kritik zur Wehr.
Bundestrainer Joachim Löw setzt sich gegen die aufkommende Kritik zur Wehr. © imago images/Moritz Müller
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Nach dem 3:3 gegen die Türkei stand die deutsche Nationalmannschaft und vor allem Bundestrainer Joachim Löw in der Kritik. Doch ihn würde dies nicht interessieren, sagte Löw vor der Partie gegen die Ukraine. Die Testspiele seien dafür da, um Erkenntnisse zu gewinnen.

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Die Kritik an Bundestrainer Joachim Löw fiel deutlich aus nach dem 3:3 im Testspiel am Mittwoch gegen die Türkei. Vor allem Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus schoss scharf gegen den 60-Jährigen. "Wieder kosteten taktische Fehler von Jogi Löw bei den Einwechslungen den Sieg", sagte der ehemalige Kapitän des Nationalteams der Bild nach dem 3:3 gegen die Türkei am Mittwochabend - und legte einen Tag später nach: "Spiele wie gegen die Türkei braucht kein Mensch. Kein Verein und kein Spieler will sie. Das ist nur eine Vermarktungsgeschichte, mit solchen Spielen macht sich der DFB nur die Taschen voll."

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Am Freitag wehrte sich Löw auf Nachfrage des SPORTBUZZER in der Pressekonferenz vor dem Nations-League-Spiel gegen die Ukraine gegen die Kritik. "Ich mache die Dinge aus absoluter Überzeugung. Alles hat irgendwelche Gründe", sagte Löw deutlich. Testspiele seien für ihn die gute Gelegenheit, neue Spieler auszuprobieren, die sonst vielleicht kaum Einsatzchancen bekommen würden. Deshalb gehe es ihm speziell in Testspielen wie gegen die Türkei um Erkenntnisgewinne.

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Nachdem Löw im Spiel gegen die Türkei mehrfach wechselte, riss der Spielfluss ab und es häuften sich die Fehler in der Defensive. Daraufhin hatte unter anderem Matthäus bemängelt, dass der Bundestrainer immer wieder Probleme für seine Mannschaft heraufbeschwören würde. Das ließ Löw allerdings nicht gelten. "Das Ergebnis steht nicht über allem. Ich will in erster Linie Erkenntnisse gewinnen. Ich weiß, warum ich etwas mache und da beeindruckt es mich nicht, wenn ich dafür kritisiert werde", sagte er.

Gegen die Ukraine in der Nations League wird Löw hingegen wohl auf Experimente verzichten. Neben den Stars des FC Bayern um Kapitän Manuel Neuer und Serge Gnabry sind auch Chelsea-Profi Timo Werner und Real-Madrid-Mittelfeldspieler Toni Kroos wieder einsatzbereit. Es wird das erste Mal seit gut elf Monaten sein, dass die deutsche Nationalmannschaft nahezu in Bestbesetzung zusammen spielen kann.

Löw wollte belastete Spieler schonen

Auch deshalb verstehe er die Kritik an dem Spiel gegen die Türkei nicht. "Wenn die Mannschaft in der Besetzung das erste Mal zusammen spielt, erwarte ich keine Wunderdinge", sagte Löw. Er habe zudem bewusst so entschieden, dass er Spielern wie Florian Neuhaus, Nico Schulz oder Julian Draxler Einsatzzeit gibt - und den Spieler des FC Bayern eine Pause gönnt. "Ich weiß, dass die Spieler hochbelastet sind. Ich habe das bewusst gemacht", so der Bundestrainer.

Dennoch sieht Löw durchaus Verbesserungspotenzial. Immerhin kassierte seine Mannschaft erneut kurz vor Schluss einen Gegentreffer, der den Sieg kostete - wie schon zuvor in den Spielen unter anderem gegen Spanien. "Wir müssen reifer spielen. Das bedeutet, dass wir in den Spielen die Kontrolle behalten und Lösungen finden", sagte Löw.