15. September 2020 / 20:59 Uhr

Bundesweite Fan-Rückkehr perfekt: DFB-Präsident Keller "sehr dankbar", BVB-Boss Watzke mahnt

Bundesweite Fan-Rückkehr perfekt: DFB-Präsident Keller "sehr dankbar", BVB-Boss Watzke mahnt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ab sofort sind Fans wieder flächendeckend in den Stadien erlaubt. DFB-Präsident Fritz Keller und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke reagieren.
Ab sofort sind Fans wieder flächendeckend in den Stadien erlaubt. DFB-Präsident Fritz Keller und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke reagieren. © imago images/Sven Simon/dpa/Montage
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Wochenlang wurde kontrovers über eine bundeseinheitliche Lösung bei der Rückkehr der Fans in Stadien und Hallen diskutiert. Nun ist ein Kompromiss gefunden worden, mit dem der Sport vorerst gut leben kann - der laut laut BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke allerdings auch eine "große Verpflichtung" sei.

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Schluss mit den Fan-Gesängen vom Tonband: Die Bundesliga darf in die neue Saison (Start ab Freitag) bundesweit flächendeckend mit Fans starten. Die Länder einigten sich am Dienstag in einer Videoschalte auf eine Rückkehr der Zuschauer in die Fußballstadien und Sporthallen. In einer sechswöchigen Testphase ist zunächst eine Auslastung von 1000 Heim-Zuschauern (keine Gästefans erlaubt) bis maximal 20 Prozent der jeweiligen Stadion- oder Hallenkapazität erlaubt. Allerdings nur, wenn die 7-Tages-Inzidenz (Coronavirus-Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern) in den Spielorten niedriger als 35 ist. Bei einem Wert größer oder gleich 35 müsse dann allerdings das Infektionsgeschehen klar eingrenzbar sein. Ende Oktober soll die Lage neu bewertet werden.

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Für die Entscheidung, bundesweit wieder vor Fans zu spielen, hat die Politik von den Verbands- und Vereinsverantwortlichen am Dienstag viel Lob erhalten. DFB-Präsident Fritz Keller war „sehr glücklich“ und zeigte sich „sehr dankbar“. Dass sich alle Bundesländer geeinigt hätten, sei ein gutes Zeichen. „Mit 20 Prozent kann man anfangen“, sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes.

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Keller denkt bereits an Länderspiele vor Fans: „Das werde ich selbstverständlich in Anspruch nehmen“, wird Keller bei Sport1 zitiert. „Bei Freundschaftsspielen haben wir selbst zu entscheiden. Bei den anderen muss die UEFA entscheiden. Aber da sind wir auch im Gespräch.“ Die DFB-Elf trifft am 7. Oktober im Rheinenergiestadion in Köln in einem Testspiel auf die Türkei – sechs Tage später dann im gleichen Stadion im Rahmen der Nations League auf die Schweiz.

Auch aus der Liga gibt es positive Stimmen zum Beschluss: So freut sich Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro auf die lange vermisste Stimmung auf den Rängen. „Schon die 300 Zuschauer beim Pokalspiel zuletzt haben die Atmosphäre in der BayArena spürbar verbessert. Nun können wir mit rund 6000 Fans für das erste Heimspiel gegen Leipzig planen. Wir sind vorbereitet - und sehr glücklich darüber“, sagte er.

Politik beugt sich dem Druck

Einem stimmungsvollen Saisonauftakt in der Bundesliga an diesem Wochenende steht nun nichts mehr im Wege. Bislang war eine bundeseinheitliche Regelung bei der Fan-Rückkehr in die Stadien erst im Laufe des Oktobers erwartet worden. Die Ministerpräsidenten der Länder hatten nach ihrer Schalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die eine Einigung erzielen sollte. Doch der Druck, gemeinsam vorzugehen, war in den vergangenen Wochen auch aufgrund der unterschiedlichen Beschlüsse der lokalen Gesundheitsbehörden weiter gestiegen.

BVB vor 10.000 Fans im Signal-Iduna-Park

Borussia Dortmund plant für Samstag (18.30 Uhr/Sky) im Topspiel gegen Borussia Mönchengladbach mit 10.000 Fans im Signal-Iduna-Park, wie der Verein mitteilte. Tickets gehen allerdings nur an Dauerkartenbesitzer, die in Nordrhein-Westfalen wohnen. Generell ist nach dem aktuellen Beschluss nur der Verkauf von digitalen Tickets erlaubt. Für BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke eine positive Entwicklung: „Die Fußball-Bundesligisten, aber auch die Klubs und Vereine anderer Sportarten, können am heutigen Tage sehr froh sein, und dieses Gefühl haben wir beim BVB auf jeden Fall“, sagte Watzke. Der Chef des Bundesligisten Borussia Dortmund bedankte sich in seinem Statement „bei allen aus der Politik“, die in den vergangenen Wochen an der Entscheidung mitgewirkt hätten.

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Allerdings mahnte Watzke auch angesichts des Vertrauensvorschusses der Politik, „dass wir als Klubs gemeinsam mit den beteiligten Fans mit dieser Probezeit in den kommenden Wochen äußerst verantwortungsvoll umgehen“, so der Dortmund-Boss.