01. April 2022 / 17:32 Uhr

"Buni" gesperrt: Phönix Lübeck wirft der Stadt Handlungsunfähigkeit vor

"Buni" gesperrt: Phönix Lübeck wirft der Stadt Handlungsunfähigkeit vor

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Die Platzkomission hat den Sportplatz am Buni gesperrt.
Die Platzkomission hat den Sportplatz am "Buni" gesperrt. © Agentur 54°
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Das Spiel findet nach Absprache nun auf dem Kunstrasenplatz am Flugplatz statt. Lohmühle finanziell kein Thema.

Frank Salomon ist stinksauer. Es geht um das Heimspiel des 1. FC Phönix Lübeck am kommenden Sonntag, 3. April, in der Fußball-Regionalliga gegen den HSC Hannover (14 Uhr). Eigentlich sollte dieses im Stadion Buniamshof ausgetragen werden. Eine Platzkommission um Boris Hoffmann, Ingo Schubert von der Stadt Lübeck (Bereich Schule und Sport) und dem Vereinsvorsitzenden Thomas Laudi erklärte den Platz am Freitagvormittag allerdings für unbespielbar.

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Nach der Ortsbegehung sagte Hoffmann zu den LN: „Ich war erschrocken. An Fußball ist auf diesem Platz nicht zu denken. Es war ein Alptraum, als ich auf dem Platz stand. Hier besteht akute Verletzungsgefahr. Alles andere habe ich nicht zu bewerten.“ Der Platz wurde schließlich gesperrt und der Verein beantragte eine Spielverlegung auf den eigenen Kunstrasenplatz im Stadion Flugplatz an der Travemünder Allee.

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„Schon gegen Jeddeloh war der Platz in einem grenzwertigen Zustand. Da waren sich Schiedsrichter, Gegner und wir einig“, erklärte Salomon auf Nachfrage. Problem ist, dass die Stadt Lübeck nach dem Heimspiel am 5. Februar gegen Altona 93 (2:1) nichts am Platz gemacht hat. An diesem Tag wurde der Rasen bei Dauerregen förmlich zerlegt. „Es wurde alles transparent gemacht. Wir haben auf allen Wegen auf die katastrophalen Zustände aufmerksam gemacht. So sind wir erstaunt, mit welcher Gleichgültigkeit, solche Themen bei der Stadt Lübeck behandelt werden“, betont Salomon weiter. „Die Regionalliga ist so etwas wie ein Aushängeschild für die Sportstadt Lübeck. Dass man auf einer nicht hergerichteten Sportstätte Gäste aus ganz Norddeutschland empfangen soll, ist schon mehr als schade.“

Der Platz ist auch für Kreisliga nicht nutzbar

Und der empörte Sportdirektor legt nach: „Das ist das Ergebnis von monatelanger Handlungsunfähigkeit. Das Urteil der Platzkommission war einstimmig, dass auf diesem Platz allgemein kein Fußball, auch nicht in der Kreisliga, stattfinden kann.“ Der Rasen am Buni ist uneben, hat tiefe Löcher und wurde nicht bewässert. Das heißt, es wurden seit Februar keinerlei Reparaturarbeiten vorgenommen! „Wir sind echt erstaunt. Nicht zuletzt, weil wir den Platz auch nicht unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen haben“, sagte Salomon.

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Tiefe Löcher und stellenweise ist kein Rasen vorhanden - der Platz am Buniamshof ist nicht bespielbar.
Tiefe Löcher und stellenweise ist kein Rasen vorhanden - der Platz am Buniamshof ist nicht bespielbar. © Boris Hoffmann/hfr

"Die Lohmühle kommt nicht in Frage“

Dem Norddeutschen Fußballverband hat man mitgeteilt, „dass wir gern spielen wollen. Dass nun auf Kunstrasen gespielt wird, hängt damit zusammen, dass kein anderer Rasenplatz in Lübeck zur Verfügung steht. Die Lohmühle vom VfB Lübeck kommt aus finanziellen Gründen nicht in Frage“, so Salomon. Der Spielausschuss stimmte schließlich zu, damit der Spielplan nicht aus den Fugen gerät. Auch seitens der örtlichen Polizei gab es kein Veto, da man mit keinem großen Fanansturm rechnet.

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