09. Februar 2019 / 13:39 Uhr

Seit 30 Jahren auf Sendung: Hans Werner Niesner kommentiert für Eurosport

Seit 30 Jahren auf Sendung: Hans Werner Niesner kommentiert für Eurosport

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hans Werner Niesner kommentiert für Sportdeutschland.tv.
Hans Werner Niesner kommentiert für Sportdeutschland.tv. © Christian Mathiesen
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Er weiß, wie es geht: Hans Werner Niesner, Trainer beim BV Gifhorn, kommentiert schon seit einer gefühlten Ewigkeit Badmintonspiele fürs Fernsehen. Auch bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 will er wieder hinterm Mikrofon sitzen.

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Im Mai beginnt der Badminton-Qualifikationszyklus für Olympia 2020. Einer hat sein Ticket für Tokio allerdings schon so gut wie sicher: Hans Werner Niesner, Badminton-Trainer des BV Gifhorn. Er rechnet damit, dass er dann wieder für Eurosport am Mikro sitzt. „Man hat mir gesagt, in Sachen Badminton sei ich die erste Adresse“, sagt der 71-jährige Wolfsburger, der jüngst bei der DM in Bielefeld mal wieder bewies, warum. Niesner glänzte als Kommentator bei Sportdeutschland.tv beim Herren-Endspiel.

Hans Werner Niesner ist ein Routinier

Einen Zettel pro Finalist mit den wichtigsten Infos hatte sich Gifhorns Mr. Badminton zurechtgelegt. Zur Sicherheit. „Falls mal ein Blackout kommt.“ Doch den gab’s nicht – und der war auch nicht zu erwarten. Niesner ist ein Routinier. Sein Debüt in der Kommentatoren-Kabine gab er vor 30 Jahren, Eurosport hatte ihn angesprochen, 1989 ging er erstmals auf Sendung – und war überraschend breit aufgestellt. Was zu seinem Portfolio gehörte? „Tischtennis, Squash, Rudern, Volleyball“, zählt Niesner auf. Doch vor allem Badminton. Der Gifhorner gab der Sportart seine Stimme, als Badminton 1992 in Barcelona erstmals olympisch war.

Mehr Badminton im Sportbuzzer

Die bisherige Krönung für TV-Niesner: 2005 berichtete der Experte über die Team-WM in China und die Einzel-WM in den USA: „Das waren meine Highlights.“ Zeitliche Rekorde brach der 71-Jährige 2014, als er mit Harry Weber über die Team-EM der Damen und Herren in der Baseler St. Jakobshalle berichtete. „Ein Spiel der Deutschen dauerte fünfeinhalb Stunden...“

So lange dauerte das Finale von Bielefeld nicht. Nach 39 Minuten hatte Max Weißkirchen (Beuel) gegen Samuel Hsiao (Wipperfeld) mit 21:16, 21:18 gewonnen. Niesner kommentierte souverän, der Ausdruck „Jungspecht“, ein Klassiker aus seinem Wortschatz, durfte ebenso wenig fehlen wie interessante Randinfos: So erfuhren die Zuschauer, dass Federbälle schneller fliegen, wenn die Halle warm und gut besetzt ist. Grund: Die Gänsefedern saugen dann die höhere Luftfeuchtigkeit auf – und werden schwerer.

Das Feedback stimmt

Niesners Erfolgsrezept am Mikro: „Man muss wissen, dass man nicht nur vor Fachleuten spricht. Es geht auch darum, die Zuschauer zu begeistern, die zufällig einschalten.“

Das Feedback stimmte jedenfalls. In Bielefeld soll seine Kommentatoren-Rolle im kommenden Jahr ausgebaut werden. Es dürfte die Generalprobe für Tokio werden. Es wären nach Barcelona und Peking (2008) Niesners dritte Olympische Spiele als TV-Kommentator.