16. Oktober 2022 / 20:23 Uhr

BVB analysiert Pleite bei Union Berlin: Sowohl Kobel als auch Terzic nehmen Schuld auf sich

BVB analysiert Pleite bei Union Berlin: Sowohl Kobel als auch Terzic nehmen Schuld auf sich

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gregor Kobel und Trainer Edin Terzic waren nach der BVB-Pleite bei Union Berlin bedient.
Gregor Kobel und Trainer Edin Terzic waren nach der BVB-Pleite bei Union Berlin bedient. © IMAGO/RHR-Foto/Jan Huebner (Montage)
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Borussia Dortmund muss mit der Niederlage bei Union Berlin den Kontakt zum Spitzenreiter aus Köpenick abreißen lassen – und rutscht ins Bundesliga-Mittelfeld ab. Nach Ende der Partie begibt sich der BVB auf Fehlersuche gleich zwei Akteure nahmen die Schuld auf sich.

Die achte Spielminute der Partie seiner Dortmunder bei Union Berlin am Sonntagabend (0:2) wird BVB-Keeper Gregor Kobel so schnell nicht mehr vergessen. Ausgerechnet dem so sicheren Schweizer Schlussmann unterlief im Topspiel gegen den Tabellenführer ein folgenschwerer Fehler. Beim Versuch eines Rückpasses rutschte der Schlussmann auf dem nassen Geläuf aus und öffnete dem heranstürmenden Berliner Janik Haberer Tür und Tor, um den Führungstreffer zu erzielen. Kurz nach Abpfiff der Partie nahm der Führungsspieler die Schuld für die nun schon vierte Saisonniederlage nach zehn Spieltagen (BVB jetzt Achter) bedröppelt auf sich – doch es gab noch einen zweiten BVB-Akteur, der das kurz darauf tat.

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Doch zunächst zu Kobel. Der Keeper gab sich untröstlich: "Es ist eine super unglückliche Situation. Und ich finde, danach habe unser Team in eine schlechte Position gebracht", sagte der 24-Jährige mit versteinerter Miene. "Es ist ein sehr sehr schwieriges Spiel und wir starten von einer schlechten Ausgangslage" – wegen ihm selbst, was dem so ehrgeizigen Torwart am meisten störte. "Es ist ein super schwieriger Ort, hier zu spielen. Wenn du hier hinkommst in die Atmosphäre und gegen einen solchen Gegner spielst, dann musst du halt von Anfang an richtig da sein. Klar, es ist super unglücklich wie ich ausrutsche. Man hat heute gesehen, dass viele ausgerutscht sind. Aber wenn du von 0:1 aus startest, dann wird es ein schwieriges Spiel und sehr sehr zäh", sagte Kobel und gab sich die Schuld für die Pleite, die Haberer (21.) wenig später mit seinem zweiten Treffer besiegelte.

BVB-Trainer Terzic erklärt Idee mit Dreierkette

Aber auch Trainer Edin Terzic, der sich für eine Startelf mit Dreierkette entschieden hatte, nahm sich nicht aus der Verantwortung. Die Frage, ob auch die taktische Abkehr von der gewohnten Viererkette Einfluss auf den Spielausgang hatte, sei aus seiner Sicht zwar eine hypothetische Diskussion, "wenn man gesehen hat, wie die Tore passiert sind. Es waren keine taktischen Themen, sondern es waren halt einfach individuelle Geschichten."

Jedoch räumte er selbstkritisch ein: "Natürlich müssen wir uns diese Fragen gefallen lassen, dann nehme ich das halt auf meine Kappe. Es waren die Überlegungen, die wir uns vor dem Spiel gemacht haben."

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Die beiden Sommer-Zugänge Niklas Süle und Nico Schlotterbeck hatten gemeinsam mit Mats Hummels die ungewohnte Abwehrkette gebildet: "Wir werden seit der Verpflichtung dieser beiden Innenverteidiger immer wieder gefragt, wann wir denn mal zu Dritt spielen", erklärte Terzic das Experiment. "Heute haben wir es getan, es hat nicht funktioniert." Er sei jedoch "davon überzeugt, dass es nicht daran lag, dass wir hier heute 0:2 zurücklagen zur Halbzeit."

Pechvogel Kobel nahm Terzic derweil in Schutz: "Das ist unglücklich. Das ist Fußball. Das ist gar kein Problem. Dafür sind wir alle Menschen. Solche Dinge passieren."

Verloren habe das Spiel der gesamte BVB: "Im Endeffekt war es dann einfach zu wenig." Aus Sicht des Trainers hatte aber auch der Gegner großen Anteil an der Niederlage: "Jeder hat mitbekommen, wie gut Union Berlin performt. Wenn man 0:2 zurückliegt, ist es brutal schwer, hier nochmal zurückzukommen."

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