04. Juni 2020 / 14:00 Uhr

England-Reise in Corona-Pause? BVB-Boss Zorc widerspricht: "Sancho seit Wochen in Dortmund"

England-Reise in Corona-Pause? BVB-Boss Zorc widerspricht: "Sancho seit Wochen in Dortmund"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 BVB-Sportdirektor Michael Zorc (links) hat einen Teil der Vorwürfe gegen Youngster Jadon Sancho entkräftet.
BVB-Sportdirektor Michael Zorc (links) hat einen Teil der Vorwürfe gegen Youngster Jadon Sancho entkräftet. © Ibing/firosportphoto/Hübner/Pool/Imago Images/Montage
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BVB-Sportdirektor Michael Zorc hat einem Bericht widersprochen, nach dem Dortmunds Youngster Jadon Sancho während der Coronavirus-Pause unerlaubterweise nach England gereist sein soll. Die "Friseur-Affäre" will der Verein derweil aufklären.

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Ist Jadon Sancho während der Coronavirus-Pause der Bundesliga unerlaubterweise in seine englische Heimat gereist? BVB-Sportdirektor Michael Zorc widersprach am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor dem Heimspiel von Borussia Dortmund gegen Hertha BSC am Samstag (18.30 Uhr) einer entsprechenden Meldung. "Unseres Wissens ist Jadon seit Wochen in Dortmund", sagte Zorc und wies einen Bericht der Bild zurück.

BVB dementiert Meldung zu England-Reise

Sancho hatte während der Corona-Pause nach offiziellen Angaben wegen einer Wadenverletzung pausieren müssen. Die Bild hatte im Kontext der angeblichen England-Reise Sanchos nun spekuliert, dass der BVB den Spieler nach dessen vermeintlicher Rückkehr in eine 14-tägige häusliche Quarantäne geschickt habe und die Verletzung demnach nur vorgeschoben gewesen sei. Auch diesem Teil des Berichts stellte sich Zorc entgegen: "Das ist komplett falsch. Jadon hatte wochenlang eine Wadenverletzung und aus diesem Grund nicht am Training teilnehmen können."

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Für Schlagzeilen hatte zuletzt auch ein Friseurbesuch Sanchos und seiner Teamkollegen Axel Witsel, Thorgan Hazard, Raphäel Guerreiro, Dan-Axel Zagadou und Manuel Akanji gesorgt. Dafür hatte der Düsseldorfer Star-Friseur Winnie Nana Karkari die Spieler in deren Wohnungen aufgesucht und anschließend Fotos in den sozialen Netzwerken gepostet, auf denen zu erkennen war, dass zeitweise Abstandsregelungen verletzt wurden. Der Friseurbesuch allein wurde jedoch schon als Verstoß gegen das Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) gewertet.

"Friseur-Affäre": Zorc verspricht Aufklärung mit der DFL

Zorc erklärte nach Rücksprache mit den betroffenen Spielern: "Alle versichern, dass während des Haareschneidens die Hygienemaßnahmen eingehalten worden sind. Es wurde sogar eine Plexiglasscheibe eingesetzt. Nur für das Foto wurden die Masken abgenommen." Diese Handlung sei aber nicht richtig gewesen - "und das haben wir den Spielern auch klar gemacht". Der BVB sei in Kontakt mit der DFL, um den Vorfall aufzuklären.

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Zorc warb insbesondere für Sancho, der sich in der Vergangenheit bereits Undiszipliniertheiten erlaubt hatte, um Verständnis. So war der 20-Jährige im Oktober 2019 verspätet von der englischen Nationalmannschaft zurückgekehrt und dafür von der Borussia sanktioniert worden. "Wir dürfen nicht vergessen, dass er immer noch sehr jung ist und Grenzen austestet", sagte der Dortmunder Sportdirektor.

Zorc lobt Sancho für Protest gegen Floyd-Tod

Zudem lobte der frühere BVB-Kapitän Sancho für dessen Protest gegen den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd. "Bei aller Kritik an Jadon: Er war einer der ersten, der ein klares Zeichen gegen Rassismus gesetzt hat", betonte Zorc. Sancho hatte in der Partie beim SC Paderborn (6:1) nach dem ersten seiner drei Treffer unter seinem Trikot ein T-Shirt mit der Aufschrift "Justice for George Floyd" (Gerechtigkeit für George Floyd) präsentiert.

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Der Kontrollausschuss des DFB hatte in Folge der Proteste, an denen sich neben Sancho auch Achraf Hakimi sowie Weston McKennie von Schalke 04 und Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach beteiligt hatten, darauf verzichtet, Ermittlungen gegen die Profis aufzunehmen - obwohl das Regelwerk politische Botschaften auf dem Spielfeld eigentlich verbietet. DFB-Präsident Fritz Keller hatte die Spieler für ihre klare Haltung ausdrücklich gelobt. "Ich finde es gut, dass der Präsident aktuelle Vorfälle in seine Überlegungen mit einfließen lässt", meinte Zorc dazu.