20. November 2020 / 07:31 Uhr

Endlich 16 Jahre alt: BVB-"Granate" Youssoufa Moukoko bereit für Profi-Debüt - und noch viel mehr

Endlich 16 Jahre alt: BVB-"Granate" Youssoufa Moukoko bereit für Profi-Debüt - und noch viel mehr

Heiko Ostendorp und Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Zeitpunkt ist gekommen: Mit 16 Jahren und einem Tag kann Wunderkind Youssoufa Moukoko am Samstag zum jüngsten Bundesliga-Debütanten der Geschichte werden.
Der Zeitpunkt ist gekommen: Mit 16 Jahren und einem Tag kann "Wunderkind" Youssoufa Moukoko am Samstag zum jüngsten Bundesliga-Debütanten der Geschichte werden. © imago images/Team 2
Anzeige

Alle Augen auf Youssoufa Moukoko! Das Wunderkind von Borussia Dortmund feiert am Freitag seinen 16. Geburtstag und könnte schon am Samstag gegen Hertha BSC als jüngster Bundesliga-Spieler der Geschichte sein Profi-Debüt beim BVB geben – und damit Nachfolger von Ex-BVB-Star Nuri Sahin werden. Der SPORTBUZZER stellt den Stürmer vor, der alles außer ein "Bubi" ist.

Anzeige

Die Party bleibt aus. Und das hat nicht mal Corona-Gründe. Dennoch dürfte es Youssoufa Moukoko kaum stören, dass er nicht wie andere Jugendliche pünktlich zum 16. Geburtstag ein großes Fest feiert, erster Vollrausch möglicherweise inklusive. Zwar hat Moukoko diesem Tag entgegengefiebert wie kaum ein anderer, doch seine Fete soll erst am Samstag steigen: Ohne Gäste, im Berliner Olympiastadion.

Anzeige

Beim Auswärtsspiel seines Klubs Borussia Dortmund gegen Hertha BSC (20.30 Uhr, DAZN) könnte BVB-Trainer Lucien Favre das "Wunderkind", das "Jahrhunderttalent" oder wahlweise "den neuen Messi" endlich von der Leine lassen, endlich. "Alle Beteiligten haben sich danach gesehnt, dass es losgeht", sagt Dortmunds Lizenzspielerchef Sebastian Kehl und will damit keineswegs Druck aufbauen – im Gegenteil.

Mehr vom SPORTBUZZER

Bei den Schwarzgelben wurde in den vergangenen Wochen und Monaten wirklich viel dafür getan, damit der Moukoko-Hype nicht zu groß wird. Sämtliche Interviewanfragen wurden abgeblockt, der Spieler zwischenzeitlich sogar aus der Nachwuchs-Nationalmannschaft genommen – aus Selbstschutz. "Es ist einfach zu viel geworden", sagte sein Berater Patrick Williams dem SPORTBUZZER. "Vor allem, wenn er beim DFB war." Sobald Moukoko den Ball hatte, klickten die Auslöser der Fotografen, die seinetwegen zu den Spielen anreisten. Journalisten belagerten die Familie und Klassenkameraden, Erwachsene wollten Selfies und Autogramme.

Und der Bundestrainer schwärmte von einer "Granate. Er hat ein Talent, dem man nicht oft begegnet", so Joachim Löw gegenüber dem SPORTBUZZER. Um diese Aufruhr komplett zu verstehen, muss man "Mouki", wie ihn seine Mitspieler bei den Profis inzwischen rufen, spielen gesehen haben. Oder zumindest trainieren. Neben Marco Reus, Jadon Sancho oder Erling Haaland. Der selbst so übertalentierte Norweger ist 20 und schwärmt von seinem neuen Sturmkollegen: "Ich will keinen Druck aufbauen, aber er ist der beste 15-Jährige, den ich in meinem Leben gesehen habe." Und der wohl ehrgeizigste.

Im Kraftraum zur Bundesliga-Fitness

Seit er bei den Profis mitmachen darf, legt Moukoko Sonderschichten ein, übt Torabschlüsse oder arbeitet zusätzlich im Kraftraum, um seinen Körper auf das vorzubereiten, was ab Samstag folgt: Zweikämpfe und Laufduelle gegen erfahrene Bundesliga-Spieler. Fouls und Tritte von gegnerischen Verteidigern, denen es herzlich egal ist, ob Moukoko schon einen millionenschweren Ausrüstervertrag mit "Nike" in der Tasche hat oder ihm 750.000 Menschen bei Instagram folgen. Er betritt die große Fußballbühne nicht als 16-Jähriger Bubi, sondern als kommender Weltstar – jeder kennt ihn bereits.

Seine Trefferquote ist mit dem Begriff "phänomenal" wohl noch untertrieben eingeordnet: Seit Moukoko als Elfjähriger vom FC St. Pauli zum BVB wechselte, übersprang er diverse Male ganze Jahrgänge. In der U-17-Bundesliga traf er in 50 Spielen 83-mal, in der U-19-Bundesliga sorgte er in 23 Partien für 44 Treffer. "Die U19 ist zu einfach für ihn", sagte Nuri Sahin, bis heute der jüngste Bundesligaspieler der Geschichte, im Kicker. "Er muss jetzt den nächsten Schritt machen."

Ricken: "Nie auf sein Talent verlassen"

Und der wurde ihm vom Klub auch deshalb ermöglicht, weil er trotz seines jungen Alters eine professionelle Einstellung mitbringt, wie BVB-Nachwuchschef Lars Ricken berichtet: "Er war nie der Spieler, der sich nur auf sein Talent verlassen hat. Es wird jungen Spielern oftmals vorgeworfen, sich darauf auszuruhen, aber Youssoufa hat sich jedes Jahr konstant weiterentwickelt. Er hat alles für den Sprung in den Profibereich getan."

Mehr zu Moukoko

Die anhaltenden Spekulationen über sein angeblich höheres Alter wurden 2016 per Nachbeurkundung auf dem Standesamt in Hamburg juristisch ausgeräumt. Und auch die jüngsten rassistischen Beleidigungen, die Moukoko beim Jugend-Derby gegen Schalke 04 ertragen musste, steckte er offenbar gut weg. Psychisch und physisch scheint er bereit für mehr. Und die Bundesliga darf sich auf eine neue Attraktion freuen. Das glaubt auch BVB-Boss Vereinsboss Hans-Joachim Watzke, der sagt: "Youssoufa hat das Tor-Gen. Egal, ob du bei der U19 drei oder vier Buden machst – wenn du die regelmäßig machst, hast du das Gen irgendwann."