16. Mai 2020 / 15:48 Uhr

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke verteidigt Bundesliga-Neustart: "Spieler wollen auch weiterspielen"

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke verteidigt Bundesliga-Neustart: "Spieler wollen auch weiterspielen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hat die Wiederaufnahme der Bundesliga verteidigt.
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hat die Wiederaufnahme der Bundesliga verteidigt. © imago images/Jörg Schüler
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Kurz vor dem Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 hat sich BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei "Sky" über den Bundesliga-Neustart geäußert - und der Politik ein großes Kompliment gemacht. Der Dortmund-Boss verteilte auch bissige Kritik.

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Es geht wieder los: Die Bundesliga startet mit Geisterspielen nach der über zweimonatigen Corona-Pause in die Saison. Das Highlight des 26. Spieltags ist das 96. Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04. BVB-Boss Hans Joachim Watzke hat sich vor dem Anpfiff bei Sky dankbar gezeigt, dass es trotz der Corona-Pandemie überhaupt so weit kommen konnte. "Wir haben so ein Konzept gemacht, dass jeder fragt, ob wir ihnen unser Konzept schicken können. Das ist auch ein großes Kompliment an die deutsche Politik", sagte der 60-Jährige und fügte an: "Die Spieler wollen ja auch weiterspielen. Die deutsche Bevölkerung hat sich großartig verhalten."

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Den Wiederbeginn empfindet er zudem als "surreal". "Das ist schon gewöhnungsbedürftig", gab Watzke vor dem Derby bei Sky zu. Er sei zudem "sehr angespannt. Das hat zwei Gründe: Die sportliche Perspektive, aber auch, dass alles glatt geht." Er habe sich deutlich für den Neustart der Bundesliga ausgesprochen, "da spürt man natürlich eine große Verantwortung".

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Watzke hält die Partien ohne Zuschauer in der Corona-Pandemie weiter für alternativlos. "Ich bin froh, dass es jetzt weitergeht", sagte der 60-Jährige. Risikofaktoren für das Konzept der Deutschen Fußball Liga sieht er vor allem bei "menschlichem Versagen. Das ist nun einmal so". Er habe aber "großes Vertrauen" in seine Spieler, sagte Watzke. "Wenn wir jetzt beweisen, das dieses Konzept trägt, wird auch die Zustimmungsrate in einigen Wochen eine ganz andere sein."

Watzke kritisiert Politiker aus der "zweiten oder dritten Reihe"

Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge zum jetzigen Zeitpunkt gegen die Fortsetzung der Bundesliga. Demnach kritisieren 56 Prozent der Befragten den Saison-Neustart an diesem Wochenende, wie aus dem "Deutschlandtrend" im ARD-"Morgenmagazin" vom Freitag hervorgeht. Knapp ein Drittel (31 Prozent) ist dagegen für die Fortführung. Zwölf Prozent interessieren sich nicht für Fußball; ein Prozent machte keine Angaben.

Watzke hob, angesprochen auf die Umfrage, hervor, dass sich 30 Prozent der Befragten für einen Neustart mit Geisterspielen ausgesprochen hätten, dies wären immerhin über 50 Millionen Menschen in Deutschland. Nicht gefallen habe Watzke allerdings, "dass es den einen oder anderen Politiker aus der zweiten oder dritten Reihe gibt, der sich am Fußball abgearbeitet hat." Zuletzt hatte es aus der Politik vereinzelt Kritik an den Re-Start-Plänen gegeben - der SPD-Bundestagsabgeordnete und Mediziner Karl Lauterbach hatte sich gleich mehrfach entsprechend geäußert, doch auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) zeigten sich skeptisch.