18. März 2020 / 18:22 Uhr

BVB-Boss Watzke über Kritik an Corona-Aussagen und Geisterspiele: "Müssen Saison zu Ende bringen"

BVB-Boss Watzke über Kritik an Corona-Aussagen und Geisterspiele: "Müssen Saison zu Ende bringen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke erinnert daran, dass die Saison aus finanziellen Gründen zu Ende gespielt werden muss - zur Not auch vor leeren Rängen.
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke erinnert daran, dass die Saison aus finanziellen Gründen zu Ende gespielt werden muss - zur Not auch vor leeren Rängen. © 2020 Getty Images (Montage)
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Mit seinen Aussagen über die Unterbrechung der Bundesliga-Saison hat Hans-Joachim Watzke am Sonntag für Wirbel gesorgt. Der Geschäftsführer von Borussia Dortmund ordnete diese nun in einem Interview mit "11Freunde" ein.

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Hans-Joachim Watzke hat trotz der aktuellen Coronavirus-Krise daran erinnert, dass die derzeit unterbrochene Bundesliga-Saison in naher Zukunft weitergespielt werden muss. "Wenn uns die Behörden grünes Licht geben, dass diese Spiele im ganz kleinen Kreis erlaubt werden, dann werden wir die Mög­lich­keit nutzen, unsere Arbeit machen", sagte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund in einem Interview mit dem Magazin 11Freunde. "Wie viele andere Unter­nehmen auf der Welt dies aktuell auch ein­ge­schränkt machen, um Arbeits­plätze zu schützen. Was den Fuß­ball angeht, reden wir über fast 60.000."

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Dabei ist es nahezu undenkbar, dass Fans demnächst wieder im Stadion zugelassen sind. Die Klubs werden sich kurz- und mittelfristig auf Geisterspiele einstellen müssen - das weiß auch Watzke. "Wir stehen natür­lich auch im direkten Aus­tausch mit dem Bun­des­mi­nister für Gesund­heit, Jens Spahn, den zustän­digen natio­nalen, regio­nalen und lokalen Behörden und auch den wich­tigsten Insti­tuten. Die sagen uns leider: In den nächsten Wochen werden eher noch mehr Maß­nahmen ein­ge­leitet, eine Rück­nahme der Ein­schrän­kungen ist vor­erst nicht wahr­schein­lich", betonte der 60-Jährige

Watzke: Geisterspiele "aus gutem Grund"

Der BVB-Boss erklärte, dass es aus finanziellen Gründen wichtig ist, die aktuelle Spielzeit trotzdem alsbald weiterzuführen. Er sagte: "Sie glauben gar nicht, wie gern wir hier gerade in Dort­mund vor mehr als 80.000 Leuten spielen wollen würden, aber das wird uns aus gutem Grund leider keine Behörde in nächster Zeit zuge­stehen. So schlimm es ist und so sehr es unserer stim­mungs­vollen Fuß­ball­kultur in Deutsch­land wider­strebt. Wir müssen diese Saison aber zu Ende bringen."

Abseits der wirtschaftlichen Belange sieht Watzke noch aus einem anderen Grund die Notwendigkeit, den Ball demnächst wieder laufen zu lassen. "Und ich glaube auch, dass wir irgend­wann wieder spielen müssen, damit wir auch noch andere Themen haben als dieses Virus, das gerade alles domi­niert", sagte der erfahrene Funktionär.

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Die Kritik nach seinem Auftritt bei der ARD-"Sportschau" am vergangenen Sonntag kann der BVB-Boss nicht nachvollziehen. Ihm wurde vorgeworfen, die Coronavirus-Krise zu leicht zu nehmen und den Fußball zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Dem stellt sich Watzke vehement entgegen. "Ich werde nicht dafür bezahlt, beun­ru­higt zu sein. In so einem Moment darf man als Ver­ant­wort­li­cher nicht beun­ru­higt sein, son­dern muss mit klarem Kopf Ent­schei­dungen treffen", machte er deutlich und fügte an: "Übri­gens nicht bloß im Sinne von einigen Hoch­be­zahlten, son­dern im Sinne von 850 Mit­ar­bei­tern. Der BVB ist einer der größten Arbeit­geber in Dort­mund. Ich trage Ver­ant­wor­tung für diese Men­schen und ihre Fami­lien."

BVB laut Watzke "weit weg von Existenz-Sorgen"

Von einer kollektiven wirtschaftlichen Unterstützung unter den Klubs hält Watzke noch immer wenig. Solidarfonds bezeichnete er als "erstmal gut. Das darf natür­lich nicht dazu führen, dass Klubs, die in den ver­gan­genen Jahren sport­lich und öko­no­misch viele Fehler gemacht haben, am Ende davon pro­fi­tieren." Die Borussia selbst sieht er verhältnismäßig gut gerüstet. Watzke meinte, dass der BVB "vor­zeitig Vor­keh­rungen" getroffen habe, "damit wir aktuell weit weg von einer Situa­tion sind, die uns Liqui­di­täts- oder gar Exis­tenz-Sorgen bereiten müsste."