28. Juni 2020 / 12:25 Uhr

"Einfach die Klappe halten": BVB-Boss Watzke schießt gegen Schmadtke - und erklärt Pleite gegen Hoffenheim

"Einfach die Klappe halten": BVB-Boss Watzke schießt gegen Schmadtke - und erklärt Pleite gegen Hoffenheim

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war die Leistung des BVB beim 0:4 im letzten Heimspiel gegen Hoffenheim viel zu wenig.
Für Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war die Leistung des BVB beim 0:4 im letzten Heimspiel gegen Hoffenheim viel zu wenig. © (c) Copyright 2019, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Borussia Dortmund beendete die Bundesliga-Saison mit einer peinlichen 0:4-Heimklatsche gegen 1899 Hoffenheim. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kritisierte zwar die Leistung der Favre-Elf - auf einen Seitenhieb von Wolfsburg-Sportchef Jörg Schmadtke reagierte er jedoch gereizt. 

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BVB-Boss Hans-Joachim Watzke war ehrlich. Es sei besser gewesen, dass er sich erst am Sonntagmorgen im Sport1-Doppelpass zur 0:4-Heimklatsche gegen 1899 Hoffenheim vom Samstagnachmittag öffentlich äußern musste. "Wenn ich gestern ein Interview gegeben hätte, hättet ihr die Sendezeit heute um eine Stunde verlängern müssen", entgegnete er Moderator Thomas Helmer. "Ich war ziemlich geladen", erklärte der 61-Jährige.

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Mit etwas Abstand sei zwar etwas Gelassenheit im Gefühlsleben von Watzke eingekehrt, zumal er angesichts der Corona-Krise zunächst einmal froh sei, "dass wir die Saison überhaupt zu Ende spielen konnten", andererseits meinte er zur deftigen Niederlage gegen Hoffenheim: "Das war eine Nicht-Leistung, da kann man sich nur für entschuldigen."

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Zu möglichen Gründen führte Watzke auch das gewonnene Topspiel eine Woche zuvor gegen RB Leipzig an: "Der Schlüssel lag in diesem Spiel. Wir wollten Leipzig zeigen, wer die Nummer zwei ist. Das hat zu einem totalen Spannungsabfall geführt." Zudem habe eine junge BVB-Mannschaft auf dem Platz gestanden und der ausbleibende Heimvorteil mache sich auch bemerkbar. Wie sehr die normalerweise inspirierende Atmosphäre des eigenen, vollen Stadions der Borussia fehlt, dokumentiert die ernüchternde Bilanz in den Geisterspielen seit der Corona-Pause. Drei der fünf Partien endeten mit einer Niederlage. Watzke: "Wir haben immer von den 81.000 Zuschauern profitiert."

Watzke reagiert gereizt auf Schmadtke-Kritik: "Würde einfach die Klappe halten"

Auf den Vorwurf von Wolfsburg-Sportchef Jörg Schmadtke, dass der BVB viel zu wenig Gegenwehr gegen Hoffenheim gezeigt habe, reagierte Watzke gereizt: "Wenn ich selber 0:4 verloren hätte, würde ich einfach die Klappe halten", meinte Dortmunds Geschäftsführer zur deutlichen Niederlage des VfL gegen den FC Bayern. Schmadtke hatte gesagt: "Der letzte Spieltag hat viel Aussagekraft über jede einzelne Mannschaft" - und nannte als Beispiel die Schützenhilfe von Union Berlin für Werder Bremen. Die Dortmunder wollte er explizit nicht nennen - aber am Sky-Mikrofon war klar, dass er sie meinte. "Ziehen Sie", so Schmadtke auf Nachfrage, "ihre eigenen Schlüsse daraus..." Hintergrund: Für die Wolfsburger ging es im Fernduell mit Hoffenheim noch um die direkte Qualifikation für die Europa League. So überholte die TSG den VfL in der Tabelle noch am letzten Spieltag.

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Watzke stärkt Favre: "Die Chance hat er verdient"

Derweil stärkte Watzke BVB-Coach Lucien Favre den Rücken. Der Schweizer soll die Dortmunder auch in die neue Saison führen, obwohl ihm immer wieder vorgehalten wird, kein Titeltrainer zu sein. "Gestern hätte jeder Trainer der Welt das Spiel verloren, weil es an der Mannschaft lag. In Leipzig stand jedoch der gleiche Trainer an der Linie", so der BVB-Boss: "Ich finde, Lucien ist zweimal Vizemeister geworden. Er kann in der nächsten Saison mit den Vorurteilen aufräumen. Die Chance hat er verdient."