04. November 2020 / 10:31 Uhr

BVB-Boss Watzke über Vertragsgespräche mit Trainer Favre und dessen neue Emotionalität

BVB-Boss Watzke über Vertragsgespräche mit Trainer Favre und dessen neue Emotionalität

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hans-Joachim Watzke spricht über BVB-Trainer Lucien Favre.
Hans-Joachim Watzke spricht über BVB-Trainer Lucien Favre. © 2020 Getty Images/Montage
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Jetzt spricht BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: Im Interview mit der "Sport Bild" lobt der Dortmunder Boss die nun für alle sichtbare Emotionalität des BVB-Trainers Lucien Favre und stellt klar, weshalb es noch keine Gespräche über eine Vertragsverlängerung gab.

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So sah und hörte man BVB-Trainer Lucien Favre im TV bisher selten: Beim 2:0-Sieg über Zenit St. Petersburg trieb der Schweizer seine Mannschaft am Spielfeldrand regelrecht an. Favre brüllte, was das Zeug hält. Weil er um einen neuen Vertrag als Dortmund-Coach kämpft? Der Schweizer spielte seinen Auftritt nach der Partie herunter: "Ich bin immer so. Sie müssen die Augen öffnen", sagte er bei Sky. Fakt ist: Der Vertrag des 63-Jährigen läuft zum Saisonende aus. Gespräche hat es noch nicht gegeben. Gegenüber der Sport Bild hat sich nun BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke über die Favre-Zukunft und dessen Emotionalität an der Seitenlinie geäußert.

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So sei Watzke nicht überrascht, dass sich Favre aktuell so aktiv in der Coaching-Zone zeige: "Es freut mich, wenn jetzt auch der kritischen Öffentlichkeit auffällt, dass er durchaus emotional sein kann. Wenn die Hütte voll ist, hört das nur niemand", sagte der Dortmund-Boss, der glaubt, "dass Lucien gespürt hat, dass die Mannschaft in diesen Tagen ein bisschen mehr Ansprache braucht".

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Schon vor dem Bundesliga-Spiel gegen Arminia Bielefeld kündigte Favre an, dass man ihn zukünftig öfter emotional agieren sehen könnte. "Das kann passieren", sagte der sonst als sehr beherrscht geltende Schweizer schmunzelnd und begründete dies mit anderen Möglichkeiten in den leeren Stadien. "Es ist in der Hinsicht momentan leichter als gewohnt, weil wir normalerweise vor 80.000 Zuschauern spielen." Zudem profitiere er davon, dass ihn seine Spieler nun hören könnten.

Doch wie lange darf sich Favre beim BVB noch ausleben? Der 63-Jährige befindet sich aktuell in seinem letzten Vertragsjahr. Für Watzke kein Problem: "Wenn zwei Vertragspartner - in dem Fall Lucien und der BVB - sich im Sommer gemeinsam darauf verständigen, ohne eine Verlängerung ins letzte Vertragsjahr zu gehen, dann ist das völlig legitim. Es war der Wunsch von beiden Seiten", erklärte Watzke. So hätten sich beide Seiten darauf verständigt, "im neuen Jahr zu sprechen und zu entscheiden, ob es für beide Seiten noch Spaß und Sinn macht." Erst aus dem Gespräch im Frühjahr könne man dann erste Ableitungen treffen.

Favre ist seit Juli 2018 Trainer von Borussia Dortmund. Mit dem Ruhrpott-Klub holte er im Schnitt 2,05 Punkte pro Spiel - ein historischer Bestwert für einen BVB-Trainer, der als Trophäe bisher allerdings nur den DFL-Supercup (2019/20) vorweisen kann. In der Liga wurde Favre bislang in jeder Saison mit den Dortmundern Vizemeister. Zuletzt kamen Gerüchte auf, dass Julian Nagelsmann (aktuell RB Leipzig), Marco Rose (Borussia Mönchengladbach) oder Jesse Marsch (Red Bull Salzburg) mögliche Favre-Nachfolger beim BVB sein könnten. Dazu äußerte sich Watzke nun bis auf grundsätzliches Lob nicht weiter: "Alle drei sind hervorragende Trainer - genau wie Lucien Favre und Hansi Flick."