04. April 2021 / 17:05 Uhr

BVB-Bosse üben nach Pleite gegen Frankfurt schonungslose Kritik: Watzke von Team "maßlos enttäuscht"

BVB-Bosse üben nach Pleite gegen Frankfurt schonungslose Kritik: Watzke von Team "maßlos enttäuscht"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc übten harsche Kritik am Auftritt des BVB gegen Eintracht Frankfurt.
Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc übten harsche Kritik am Auftritt des BVB gegen Eintracht Frankfurt. © IMAGO/Ralf Ibing/firo Sportphoto/pool/Eibner (Montage)
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Beim BVB wächst die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Nach dem 1:2 gegen Eintracht Frankfurt erscheint die erneute Champions-League-Teilnahme unwahrscheinlich. Die Klub-Bosse Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc gingen mit dem Team ungewohnt hart ins Gericht.

Beim BVB hängt der Haussegen mächtig schief. Nach dem 1:2 (1:1) am Samstag im "Endspiel" um Europa gegen Eintracht Frankfurt reagierte das Umfeld der Westfalen fassungslos. Der späte Knockout nach dem Treffer von Eintracht-Torjäger André Silva (87.) nahm den Dortmundern bei nun sieben Punkten Rückstand auf den Tabellenvierten Eintracht Frankfurt bei noch sieben ausbleibenden Spielen fast alle Hoffnungen auf ein versöhnliches Saisonfinale. Selbst Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke konnte seinen Frust nach der Pleite im Sechs-Punkte-Spiel nicht mehr verbergen. "Ich habe die Mannschaft immer in Schutz genommen. Aber für das Auftreten im Spiel gegen Eintracht Frankfurt kann ich das nicht mehr machen", so der angefressene Klub-Chef gegenüber den Ruhr Nachrichten.

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Gegenstand der unverblümten Kritik: Die BVB-Akteure ließen ausgerechnet bei einer Partie mit immenser Bedeutung grundlegende Tugenden vermissen. "In so einem Endspiel müssen wir eine andere Körperhaltung und eine entschlossenere Ausstrahlung an den Tag legen. Da muss jeder sehen, dass wir als Sieger vom Platz gehen wollen", erklärte Watzke. "Das hat mir gefehlt. Das ist eine Willensfrage, und da hat mich die Mannschaft maßlos enttäuscht."

Auch Sportdirektor Michael Zorc machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl und stimmte in die Mannschafts-Schelte ein. "In der Rolle des Jägers erwarte ich deutlich mehr. Wir haben unseren eigenen Ansprüchen nicht genügt, haben viel zu viele Fehler gemacht, das war zwischenzeitlich wild auf dem Platz", befand der 58-Jährige. Das Team sei "immer wieder hinterhergelaufen" und habe im Angriffsdrittel durch unkonzentrierte Abspielfehler gute Chancen leichtfertig liegen gelassen.

Auch Hummels und Can angefressen

Nachvollziehbar ist die schonungslose Kritik allemal. Denn bei den Dortmundern wächst die Gewissheit, dass der BVB erstmals seit 2015 nicht zum Kreis der kontinentalen Fußball-Elite gehören dürfte. Im ersten Zorn verspürte auch Mats Hummels wenig Lust auf gängige Durchhalteparolen. Vielmehr klang der einstige Weltmeister nach Kapitulation: "Nicht die Champions League zu erreichen, wäre sportlich und finanziell eine Katastrophe. Wir sind jetzt nah dran und haben uns leider ein großes Loch gegraben." Ähnlich sah es Nationalspieler Emre Can: "Ich habe keinen Bock, in der Europa League zu spielen. Ich will Champions League spielen."

Ohne neuerliche Champions-League-Teilnahme dürfte die Kaderplanung für die kommende Saison bescheidener ausfallen: "Logischerweise hat das finanzielle Konsequenzen, und es kann sein, dass man einen nicht kaufen kann, den man haben will und einen verkaufen muss, den man halten will", mutmaßte Hummels. Spekulationen über den Verkauf von Stars wie Jadon Sancho und auch Erling Haaland in diesem Sommer dürften sich nun noch verstärken. Jüngste Medienberichte aus Spanien über ein Treffen zwischen Haalands Vater Alf-Inge und Berater Mino Raiola mit Barca-Präsident Joan Laporta sorgten bereits in den vergangenen Tagen für Aufregung. Ruhiger wird es auch nach der Pleite gegen die SGE sicherlich nicht.