06. Februar 2021 / 11:00 Uhr

Michael Rummenigge: Wie der Kampf um die Champions League die Zukunft von Haaland, Jovic & Co. beeinflusst

Michael Rummenigge: Wie der Kampf um die Champions League die Zukunft von Haaland, Jovic & Co. beeinflusst

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Luka Jovic mit Eintracht Frankfurt und BVB-Torjäger Erling Haaland befinden sich derzeit im Rennen um die Champions-League-Ränge.
Luka Jovic mit Eintracht Frankfurt und BVB-Torjäger Erling Haaland befinden sich derzeit im Rennen um die Champions-League-Ränge. © Getty Images/Montage
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SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge analysiert das enge Ringen um die Qualifikation für die Champions League. Dabei blickt er auf die einzelnen Klubs und erklärt, welche Folgen der Ausgang auch für manchen Spieler haben könnte.

Der 20. Spieltag steht bevor und die Bundesliga ist spannend wie lange nicht mehr – zumindest dann, wenn man sich auf die Plätze hinter dem FC Bayern konzentriert. Die Münchner drehen an der Spitze ihre Kreise, aber dahinter gibt es mit Blick auf die Qualifikation für die Champions League ein echtes Hauen und Stechen. Nur sechs Punkte trennen den Tabellenzweiten RB Leipzig und den Siebten Borussia Mönchengladbach. Zwischen dem Dritten VfL Wolfsburg und den Gladbachern sind es sogar nur drei Punkte. Der Liga tut so eine Konstellation natürlich gut. Auch wenn einige Klubs das anders sehen dürften. Nehmen wir zum Beispiel Borussia Dortmund.

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Für den BVB stand es eigentlich fest, dass man die Königsklasse Jahr für Jahr erreicht. Als Borusse muss ich leider sagen, dass es in dieser Spielzeit verdammt eng und im Falle eines Verpassens des Saisonziels auch verdammt kritisch werden kann. Ich gehe zwar davon aus, dass die Dortmunder im kommenden Sommer so oder so einen Umbruch machen und über Spieler wie Mo Dahoud, Nico Schulz, Julian Brandt oder Roman Bürki nachdenken. Aber sollte die Champions League in der nächsten Spielzeit ohne der BVB stattfinden, werden die Dortmunder aufgrund der ausbleibenden Einnahmen ganz sicher auch erwägen müssen, Erling Haaland oder Jadon Sancho verkaufen.

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Eine ganz andere Konstellation herrscht hingegen bei Eintracht Frankfurt. Niemand erwartet den Sprung in die Königsklasse – und plötzlich steht das Team dank der hervorragenden Arbeit von Fredi Bobic und Adi Hütter auf Platz vier. Man darf nicht vergessen: Es ist erst zwei Jahre her, dass die Eintracht ihre sogenannte "Büffelherde" mit Luka Jovic, Sebastien Haller und Ante Rebic für über 100 Millionen Euro abgegeben hat. Andere Vereine erholen sich von einem Aderlass erst nach sehr langer Zeit oder nie. In Frankfurt hat man sich eine Saison lang neu sortiert und ist jetzt wieder richtig stark. Und: Jovic ist inzwischen auch noch zurück. Bei allen Qualitäten würde ich aber selbst im Falle einer Champions-League-Teilnahme nicht zwingend versuchen, ihn zu kaufen. Eine Verlängerung der Leihe wäre ein gutes Modell und weniger risikoreich. Außerdem hat man mit André Silva einen anderen Top-Stürmer unter Vertrag.

Neben der Eintracht überrascht mich auch der VfL Wolfsburg. Ich gebe zu: Ich hätte dem Klub eine derartige Saison nicht zugetraut. Und man stelle sich folgendes Szenario vor: Neben dem FC Bayern und RB Leipzig, das sich nach derzeitigem Stand als zweite Kraft etablieren könnte, kommen der VfL und die Eintracht in die Königsklasse. Dann schauen der BVB, Gladbach und Bayer Leverkusen in die Röhre. Das Dilemma des BVB, für den die Königsklasse mit dem momentanen Kader eigentlich Pflicht ist, habe ich schon beschrieben. Aber auch für die andere Borussia und Bayer wäre ein derartiges Abschneiden eine herbe Enttäuschung. Die Gründe für ein Scheitern wären denen bei den Dortmundern ähnlich: Mangelnde Konstanz, die man sich selbst zuzuschreiben hat. Gladbach bezwang in den vergangenen Wochen die Bayern und den BVB – und steht derzeit trotzdem nur auf Platz sieben. Und Leverkusen musste zuletzt im Pokal sogar bei Rot-Weiss Essen die Segel streichen.