04. Februar 2020 / 23:58 Uhr

BVB hadert nach Pokal-Aus in Bremen mit Offensiv-Problemen - Hummels sauer: "Haben 0,0 Tiefe gehabt"

BVB hadert nach Pokal-Aus in Bremen mit Offensiv-Problemen - Hummels sauer: "Haben 0,0 Tiefe gehabt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Verteidiger Mats Hummels (links) ist nach dem Pokal-Aus bei Werder bedient: Die Offensiv-Leistung missfällt dem Ex-Nationalspieler.
BVB-Verteidiger Mats Hummels (links) ist nach dem Pokal-Aus bei Werder bedient: Die Offensiv-Leistung missfällt dem Ex-Nationalspieler. © imago images/Kirchner-Media
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Borussia Dortmund ist im DFB-Pokal wie in der Vorsaison an Werder Bremen gescheitert. Nach dem Schlusspfiff ärgerten sich die BVB-Profis über die mangelnde offensive Durchschlagskraft in der ersten Durchgang. Erst mit Joker Erling Haaland wurden die Dortmunder besser.

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"Die Konstellation gefällt mir nicht. Die ganze Welt erwartet, dass wir gewinnen und weiterkommen." Als hätte er es geahnt, warnte Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc vor dem Gastspiel bei Werder Bremen - es scheint, als hätten die Spieler des BVB nicht sehr aufmerksam zugehört. Die 2:3-Niederlage der Borussia im Achtelfinale des DFB-Pokals, das Aus im Cup: es tut dem ambitionierten Vizemeister extrem weh. Ganz besonders, weil man sich nach einem starken Rückrundenauftakt eigentlich im Aufwärtstrend gewähnt hatte.

Das wohl kaum eingeplante Aus des BVB sei "extrem bitter" resümierte Julian Brandt nach dem Spiel bei Sky. "Gerade der DFB-Pokal ist ein Wettbewerb, wo man sich viel vornimmt und wo es auch schnell gehen kann. Man kann es aber mit der Liga nicht vergleichen." Man könne von den Dortmundern "nicht erwarten, dass wir in jedem Spiel fünf Tore schießen", sagte der Nationalspieler. Eine alarmierende Selbsterkenntnis hatte Brandt auch parat: "Uns hat die Gier gefehlt, Tore zu schießen." Nicht zum ersten Mal ist die mangelnde Zielstrebigkeit und der unbedingte Wille ein Problem des BVB - diese "Mentalitäts-Debatte" wurde schon lange vorher geführt.

BVB in Noten: Die Einzelkritik gegen Werder Bremen

Bittere Niederlage für Borussia Dortmund im DFB-Pokal gegen Werder Bremen. Alle BVB-Spieler hier in der Einzelkritik. Zur Galerie
Bittere Niederlage für Borussia Dortmund im DFB-Pokal gegen Werder Bremen. Alle BVB-Spieler hier in der Einzelkritik. ©

BVB-Profi Hummels hadert: "Wir haben Werder reingeholt"

Die Profis der Dortmunder haderten nach dem Schlusspfiff mit der Pleite und ganz besonders der schwachen Halbzeit, die am Ende ausschlaggebend war. Erst mit Super-Neuzugang Erling Haaland gelang ein Aufschwung. Ohne den Mittelstürmer hatte zuvor die Durchschlagskraft gefehlt - was auch den Dortmunder Spielern missfiel. "Er bringt uns Tiefe. Wir haben im ersten Durchgang 0,0 Tiefe gehabt", legte Abwehrchef Mats Hummels die BVB-Probleme schonungslos offen. "Dann wurde es viel, viel besser." Also mit Haaland.

Favre hatte seine neue Wunder-Waffe zunächst auf der Bank gelassen - weil er nur Teile vor der Vorbereitung absolvierte. Ohne echten Stürmer (nach dem Abschied von Paco Alcácer ist Haaland der einzige im Kader) fehlte Dortmund der Fixpunkt. Den noch dazu pomadig aufspielenden Dortmundern, bei denen Last-Minute-Neuzugang Emre Can dem Norweger auf der Bank Gesellschaft leistete, gelang offensiv nichts, den zuletzt heftig kriselnden Bremern alles. Selke (16.) nach einem Hakimi-Fehler und Bittencourt (30.) mit einem Traumtor überwanden die Dortmunder Abwehr. Hummels: "Man muss nicht so tun, als wäre Werder eine schlechte Mannschaft, sie stehen zu Unrecht so weit unten in der Tabelle. Wir haben es uns heute aber selber zuzuschreiben. Wir haben einer Mannschaft reingeholt, die kaum Selbstvertrauen hat."

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Erst zur Pause korrigierte Favre seinen taktischen Fehler, brachte Haaland ins Spiel. Und der Norweger lieferte einmal mehr ab, schoss 21 Minuten nach seiner Einwechslung nach einem Chip von Brandt, das 1:2. Werder aber konterte, Rashica (70.) überwand BVB-Keeper Hitz zum schnellen 3:1. Brandt: "Das war sehr bitter. Nach dem 0:2-Rückstand hätten wir es vielleicht noch gepackt." So kamen die Dortmunder zwar noch zum Anschluss durch den eingewechselten Teenager Giovanni Reyna (78.), aber eben nicht zu mehr.

Enttäuschender Marco Reus vergibt große BVB-Chance zum Ausgleich

Für Aufregung sorgte noch eine Szene in der 82. Minute: Reyna fiel im Strafraum sehr leicht. Werder-Kapitän Moisander reagierte sauer, schubste den US-Boy zu Boden. Der BVB wollte nach einer heftigen Rudelbildung um Haaland und Vogt einen Elfmeter, bekam ihn von Schiedsrichter Guido Winkmann aber nicht. Stattdessen erhielten Reyna und Moisander Gelb. "Alle waren der festen Überzeugung, dass er Rot geben muss und Elfmeter. Er sagte, es war keine Tätlichkeit", sagte Hummels über eine Unterredung mit dem Unparteiischen.

Werder Bremen in Noten: Die Einzelkritik gegen den BVB

Werder Bremen hat die Pokal-Sensation gegen den BVB geschafft. Alle Spieler hier in der Einzelkritik. Zur Galerie
Werder Bremen hat die Pokal-Sensation gegen den BVB geschafft. Alle Spieler hier in der Einzelkritik. ©

Der BVB rannte auch danach an, blieb im Abschluss allerdings glücklos. Die beste Möglichkeit hatte noch der schwache Kapitän Marco Reus (SPORTBUZZER-Note 5), der nach Vorlage von Reyna allerdings genau auf Pavlenka schoss So wiederholen sich die Geschehnisse der Vorsaison, als die Mannschaft von Lucien Favre auch von den Bremern ausgeschaltet wurde. Michael Zorc behielt am Ende recht - eine Tatsache, auf die der BVB-Sportchef sicherlich gern verzichtet hätte.