16. Dezember 2020 / 14:44 Uhr

Kommentar zum Startelf-Debüt von BVB-Top-Talent: Lasst Moukoko 16 sein!

Kommentar zum Startelf-Debüt von BVB-Top-Talent: Lasst Moukoko 16 sein!

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Youssoufa Moukoko verdient Geduld, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp.
Youssoufa Moukoko verdient Geduld, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp. © Getty Images (Montage)
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Nach dem Startelf-Debüt von Dortmunds Top-Talent Youssoufa Moukoko beim 2:1-Sieg bei Werder Bremen appelliert RND-Sportchef Heiko Ostendorp an Geduld und Vernunft im Umgang mit dem 16-Jährigen Stürmer.

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Edin Terzic hat es also tatsächlich getan: Gleich in seinem ersten Spiel als Trainer von Borussia Dortmund, dem 2:1-Erfolg in Bremen, brachte er Youssoufa Moukoko in der Startelf. Anders als sein Vorgänger Lucien Favre stellte Terzic das 16 Jahre alte Wunderkind von Beginn an ins Sturmzentrum – als Ersatz für seinen verletzten Torjäger Erling Haaland. Favre hatte es zuletzt mit Julian Brandt oder Marco Reus versucht, ohne Erfolg.

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Das Fazit von Moukokos erstem Bundesliga-Auftritt von Anfang an: ordentlich, aber mit Luft nach oben. Viel mehr Worte sollte man in der Analyse über ihn gar nicht verlieren. Bedenklich wäre es, wenn man den hochtalentierten Teenager nun mit „normalen“ Profi-Maßstäben messen würde. Das wurde vorher nicht getan, als Moukoko medial überhyped und vom Klub in Watte gepackt wurde. Und das sollte man jetzt erst recht nicht tun, weil der Junge nun mal ein 16-Jähriger bleibt.

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Allerdings würde es in der aktuellen Aufgeregtheit nicht verwundern, wenn schon bald folgende Schlagzeilen zu lesen wären: „Moukoko seit xx Minuten ohne Tor.“ Oder: „Moukokos Tor-Krise geht weiter.“ Die ersten Rekordgeschichten sind seit seinen Einsätzen national und international auserzählt, es müssen neue her. Besser jetzt als gleich.

Negativbeispiele für Talent--Absturz: Meyer, Avdijaj, Kurt

Der BVB und vor allem Terzic tragen aktuell viel Verantwortung mit Blick auf die Entwicklung eines der größten Hoffnungsträger des Klubs, möglicherweise sogar des gesamten deutschen Fußballs. Schalkes Supertalent Max Meyer wurde einst als der „deutsche Messi“ gefeiert – und mit 25 Jahren gerade in die zweite Mannschaft von Crystal Palace abgeschoben. Donis Avdijaj (ebenfalls Schalke) knipste sich in Moukoko-Manier durch sämtliche Jugend-Bundesligen und steht mit 24 nun beim holländischen Außenseiter FC Emmen unter Vertrag, nachdem er zuvor vereinslos war. Sinan Kurt ging als 18-Jähriger Überflieger, der alle DFB-Nachwuchsteams durchlaufen hatte, von Borussia Mönchengladbach zum FC Bayern und kickt nun beim SV Straelen in der Regionalliga. Zuvor war er ebenfalls ohne Klub.

Die Liste derjenigen, die zu früh zu hoch geflogen sind, ist lang, die Erwartungen an Moukoko nach wie vor riesig. Aber man sollte einen 16-Jährigen auch 16 sein lassen. Terzic hat es nach dem 2:1-Sieg in Bremen so formuliert: „Wir dürfen nicht unsere offensive Stärke komplett in die Hände eines 16-Jährigen legen.“ Damit hat er absolut recht. Solange Moukoko beim BVB allerdings als einzige Spitze in der Startelf steht, wird es vermutlich schwierig, dies zu verhindern.