03. Mai 2022 / 12:03 Uhr

Süle, Schlotterbeck und Co.: So könnte die BVB-Abwehr in der neuen Saison aussehen

Süle, Schlotterbeck und Co.: So könnte die BVB-Abwehr in der neuen Saison aussehen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Niklas Süle (l.) und Nico Schlotterbeck gehören ab der kommenden Saison zum BVB-Kader.
Niklas Süle (l.) und Nico Schlotterbeck gehören ab der kommenden Saison zum BVB-Kader. © IMAGO/Langer/RHR-Foto (Montage)
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Mit den Transfers von Nico Schlotterbeck und Niklas Süle treibt Borussia Dortmund den Umbau der Hintermannschaft voran. Der SPORTBUZZER beleuchtet, wie der BVB seine Defensive personell in der kommenden Saison aufstellen könnte.

50 Gegentore in 32 Bundesliga-Spielen, dazu das frühe Aus in Champions League, Europa League und DFB-Pokal: Das Abwehrverhalten gilt in dieser Saison als die große Schwachstelle bei Borussia Dortmund. Mit der Verpflichtung von Nico Schlotterbeck vom SC Freiburg als zweitem neuen Mann für das Abwehrzentrum nach Niklas Süle vom FC Bayern treibt der BVB die Umbau-Maßnahmen in seiner Hintermannschaft mit Blick auf die kommende Spielzeit voran. Der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), beleuchtet, wie sich die Dortmunder Defensive künftig zusammensetzen könnte.

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Innenverteidiger

Im Abwehrzentrum hat Trainer Marco Rose in der neuen Saison dank der Transfers von Schlotterbeck und Süle zwei zusätzliche namhafte Optionen. Die beiden werden in das interne Duell mit Mats Hummels gehen. Der Weltmeister von 2014 hat in Dortmund einen Vertrag bis 2023. Zuletzt musste er wegen einer Muskelverletzung allerdings pausieren, zudem gibt es um den 33-Jährigen immer wieder Diskussionen wegen vermeintlicher Tempodefizite. In einem System mit Viererkette und damit nur zwei Innenverteidigern könnte Hummels es schwer haben, an den beiden Neuzugängen vorbei zu kommen. Lässt Rose mit Dreierkette agieren - so wie in der laufenden Saison gelegentlich - könnten jedoch alle drei gleichzeitig in der Startformation stehen.

Welche Alternativen Rose im Abwehrzentrum darüber hinaus hat, ist zurzeit relativ unklar. Der Schweizer Nationalspieler Manuel Akanji (Vertrag bis 2023, 24 Bundesliga-Spiele in der laufenden Saison) soll unter anderem bei Manchester United ein Transfer-Kandidat sein. Der bevorstehende Sommer wäre für die Borussia wohl die letzte Gelegenheit, eine respektable Ablöse für den 26-Jährigen zu erzielen, falls dieser seinen Vertrag nicht verlängert.

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Der Kontrakt von Dan-Axel Zagadou läuft aus. Der 22 Jahre alte Franzose, der 2017 aus dem Nachwuchs von Paris Saint-Germain gekommen war, überzeugte bei seinen Einsätzen nicht immer, wurde in den vergangenen Jahren allerdings auch mehrfach durch langwierige Verletzungen zurückgeworfen. In keinem seiner fünf Jahre in Dortmund absolvierte der 1,96-Meter-Hüne mehr als 17 Bundesliga-Partien, in der laufenden Spielzeit sind es 13 (acht von Beginn an).

Der erst 18 Jahre alte Soumaila Coulibaly, der im vergangenen Sommer mit einem Kreuzbandriss von PSG nach Westfalen gewechselt war, spielte bei den Profis des BVB bislang keine Rolle. Für ihn stehen neun Drittliga-Einsätze für die zweite Mannschaft der Dortmunder und für Partien für die U19 in der UEFA Youth League zu Buche.

Ähnlich wie bei Zagadou scheint auch bei Marin Pongracic ein Abschied wahrscheinlich. Der 24-Jährige ist bis Saisonende vom Bundesliga-Konkurrenten VfL Wolfsburg ausgeliehen, kam aber selten über die Rolle eines Ergänzungsspielers hinaus. Für Aufsehen sorgte zudem eine juristische Auseinandersetzung mit dem VfL. Bei der Borussia kam Pongracic wettbewerbsübergreifend zu 22 Einsätzen, 16 davon in der Liga. Bei Bedarf kann Rose in der Innenverteidigung zudem auf den vielseitig einsetzbaren Emre Can zurückgreifen. Der Nationalspieler gilt jedoch im defensiven Mittelfeld als stärker. Überdies hatte es in den vergangenen Wochen Berichte gegeben, nach denen der Klub Can gerne verkaufen wolle.

Außenverteidiger

Auch auf den defensiven Außenpositionen deuten sich Baustellen im BVB-Kader an. Links stehen mit Nico Schulz und Raphael Guerreiro zwei etablierte Optionen zur Verfügung. Der 29 Jahre alte Schulz (Vertrag bis 2024) konnte in seinen drei Jahren in Dortmund jedoch selten überzeugen und gilt als Kandidat für einen Abschied im Sommer. In der aktuellen Spielzeit absolvierte er wettbewerbsübergreifend 23 Spiele, davon 15 in der Bundesliga. Guerreiro, mit Portugal 2016 Europameister, ist noch bis 2023 an den Revierklub gebunden. Er gilt als ballsicherer und torgefährlicher als Schulz, aber auch als verletzungsanfällig. Mehrfach musste der 28-Jährige wegen muskulärer Blessuren in den vergangenen Jahren pausieren.

Mit Tom Rothe verhalf Rose zudem beim 6:1 gegen den VfL Wolfsburg im April einem 17 Jahre alten Youngster zum Profi-Debüt - Rothe erzielte prompt ein Tor. Gerüchten zufolge soll auch der Algerier Ramy Bensebaini von Borussia Mönchengladbach ein Kandidat beim BVB sein.

Rechts in der Vierer- bzw. Fünferkette stehen mit Thomas Meunier, Mateu Morey und Felix Passlack drei Kandidaten parat. Meunier kam 2020 als vermeintliche Stütze aus Paris, war in seinen Leistungen bislang aber oftmals schwankend und fehlt derzeit mit einer Sehnenverletzung. Der Spanier Morey arbeitet nach seiner in der vergangenen Saison erlittenen schweren Knieverletzung an seinem Comeback. Passlack, der auch auf der linken Seite eingesetzt werden kann, war trotz der Verletzungen seiner internen Konkurrenten meist Bankdrücker. Phasenweise half auch Can auf den Außenpositionen in der Abwehr aus.