17. Februar 2020 / 08:30 Uhr

BVB-Legende Jürgen Kohler kritisiert Defensiv-Taktik von Coach Lucien Favre: "Geht einfach nicht" 

BVB-Legende Jürgen Kohler kritisiert Defensiv-Taktik von Coach Lucien Favre: "Geht einfach nicht" 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jürgen Kohler (l.) hat Kritik an der Taktik von BVB-Trainer Lucien Favre geübt. 
Jürgen Kohler (l.) hat Kritik an der Taktik von BVB-Trainer Lucien Favre geübt.  © imago images/osnapix/Herbert Bucco/Montage
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Ex-BVB-Profi Jürgen Kohler hat das taktische Verhalten in der Defensive des BVB hinterfragt. Laut dem Weltmeister von 1990 verteidige Dortmund unter Trainer Lucien Favre "zu hoch". Der Schweizer müsse seine Taktik den Fähigkeiten seiner Verteidiger anpassen.

Am Dienstag will sich der BVB im Champions-League-Hinspiel gegen PSG eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Paris erspielen. Vor der Partie macht sich Jürgen Kohler, Weltmeister von 1990, jedoch Sorgen um die Defensivleistungen der Borussia in den letzten Wochen. "Ich bin der Meinung, dass die letzte Linie der Borussia definitiv zu hoch steht, das Mittelfeld auch. Helfen würde es, den ganzen Block fünf bis acht Meter nach hinten zu verlagern. So hoch zu verteidigen, wie Dortmund das meistens macht, das geht einfach nicht", kritisiert der ehemalige Borussen-Profi im Kicker.

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Vor dem 4:0-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt am Freitag kassierte der BVB Niederlagen in Bremen im Pokal (2:3) und in Leverkusen (3:4), die die Defensivprobleme der Borussia schonungslos aufdeckten. Dafür wurde vor allem Trainer Lucien Favre medial kritisiert und verantwortlich gemacht.

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Kohler: "Musst als Trainer das spielen lassen, was deine Leute können"

Kohler nimmt Trainer Lucien Favre in die Pflicht und übt Kritik an den taktischen Entscheidungen des Schweizers - und indirekt auch an den Verteidigern der Schwarz-Gelben: "Du musst als Trainer das spielen lassen, was deine Leute können. Und nicht das, was du gerne spielen lassen möchtest. Und wenn ich weiß, dass meine Verteidiger ein Tempoproblem haben oder dazu neigen, sich dicke Patzer zu leisten, brauche ich eine Absicherung."

Der frühere Verteidiger erwartet von den BVB-Profis in Zukunft ein besseres Defensiv-Verhalten. "Du musst deine Spieler im Training immer wieder in diese Situationen bringen. Sie müssen erleben, was im Wettkampf von ihnen gefordert ist: die Räume zuzustellen, Zweikämpfe zu führen und Pässe in die Tiefe zu verhindern", so der ehemalige Innenverteidiger.

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Tuchel vor Wiedersehen mit dem BVB: "Die Dinge sind aufgearbeitet"

Gegen Frankfurt machte die Borussia defensiv einen guten Eindruck, doch schon am Dienstag wartet mit PSG ein ganz anderes Kaliber auf den BVB. Die Star-Offensive von Ex-BVB-Coach Thomas Tuchel um Neymar, Kylian Mbappé und Edinson Cavani dürfte Dortmund deutlich mehr abverlangen als die SGE.

Für Tuchel spielt sein unrühmliches Ende beim BVB indes keine Rolle mehr. Er sieht das Wiedersehen mit seinem ehemaligen Klub nicht als Gelegenheit, alte Rechnungen zu begleichen."Dieses Spiel ist keine Bühne, um irgendetwas aufzuarbeiten. Die Dinge sind aufgearbeitet und verarbeitet für mich, die Dinge bleiben da, wo sie jetzt sind."