01. Oktober 2022 / 19:17 Uhr

BVB-Trainer Terzic wird nach Dämpfer in Köln deutlich: "Wieder sehr sichtbar, woran es seit Jahren hapert"

BVB-Trainer Terzic wird nach Dämpfer in Köln deutlich: "Wieder sehr sichtbar, woran es seit Jahren hapert"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Trainer Edin Terzic war nach der Niederlage von Borussia Dortmund beim 1. FC Köln aufgebracht.
BVB-Trainer Edin Terzic war nach der Niederlage von Borussia Dortmund beim 1. FC Köln aufgebracht. © IMAGO/Revierfoto
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Mit dem 2:3 beim 1. FC Köln hat Borussia Dortmund einen neuerlichen Dämpfer erhalten. Trainer Edin Terzic sprach in seiner emotionalen Analyse bei "Sky" viel Lob an sein Team aus, kritisierte den Auftritt in der zweiten Hälfte aber auch schonungslos – um die Mannschaft schließlich leidenschaftlich zu verteidigen.

Ein bisschen seltsam klang es schon. Borussia Dortmunds Trainer Edin Terzic begann seine Analyse der 2:3-Niederlage beim 1. FC Köln am Sky-Mikrofon mit einer Menge Lob für sein Team. "Wir haben in der ersten Halbzeit ein richtig gutes Spiel gezeigt, konnten uns sehr viele Torchancen herausspielen, haben nur 1:0 geführt, hatten aber die Möglichkeit, noch höher zu führen. Vor allen Dingen haben wir auch sehr wenig zugelassen, waren sehr diszipliniert und organisiert", setzte der 39-Jährige an, um dann aber doch deutliche Kritik zu üben und seine Mannschaft schließlich wieder zu verteidigen – gegen den latenten Vorwurf der kindlichen Unbelehrbarkeit.

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Erst einmal aber nahm der aufgewühlte Coach den Auftritt seiner Elf in den zweiten 45 Minuten von Köln schonungslos auseinander. "In der Halbzeitpause sprechen wir an, dass es extrem wichtig sein wird, wie wir jetzt in die zweite Halbzeit starten - die ersten 10, 15 Minuten. Nach gefühlt acht Sekunden kassieren wir gleich die erste Ecke, weil wir nicht sauber sind am Ball, nicht bereit sind. Wenn man sieht, wie wir in den ersten 15, 20 Minuten der zweiten Halbzeit der Zweikämpfe geführt haben, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass wir dann zwei Tore kassiert haben", schimpfte Terzic mit Blick auf die ersten beiden FC-Treffer durch Florian Kainz (53.) und den früheren Borussen Steffen Tigges (56.), die die Begegnung nach dem Dortmunder Führungstor von Julian Brandt (31.) drehten.

BVB-Coach Terzic erklärt den Tritt auf die Euphoriebremse

Der Stachel der dritten Saisonniederlage – und zum dritten Mal eine mit drei Gegentoren – saß sichtbar tief beim Dortmunder Coach, der seinen Klub einst als Fan, später auch als Nachwuchstrainer, Interimscoach und Technischer Direktor begleitete. "Nach jedem gewonnenen Spiel stellt ihr mir die Frage, was sind die Ambitionen, was sind die Ziele für diese Saison? Wir treten immer auf die Euphoriebremse, genau wegen Spielen wie heute", blaffte Terzic, der wohl schon wieder die altbekannte Debatte um eine vermeintlich ausbaufähige (Sieger-)Mentalität auf sich und sein Team zukommen sah: "Weil es wiederholt auftritt, dass wir solche Spiele, die wir komplett kontrollieren, einfach weggeben." Später fügte Terzic noch hinzu, in Köln sei wieder mal "sehr sichtbar" geworden, "woran es hapert seit Jahren, um ganz oben anklopfen zu können. Daran werden wir arbeiten."

Was also ist jetzt zu tun? "Wir werden das ganz klar analysieren, werden es wieder ansprechen, werden wieder versuchen, daraus unsere Lehren zu ziehen, werden wieder darüber reden, dass wir eine Reaktion zeigen müssen, um das endlich abzustellen", entgegnete Terzic gereizt - und betonte dabei in jedem Nebensatz das "wieder" nachdrücklich.

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Dortmund in Sevilla unter Zugzwang

Den Einwurf des Reporters, dieses wiederholende Vorgehen sei ja wie bei Kindern, wollte der gebürtige Sauerländer aber nicht gelten lassen. "Nein", antwortete er energisch: "Das hat nichts mit Kindern zu tun. Das sind professionelle Sportler. Wir sind Profifußballer. Wir sind hier, um Spiele zu gewinnen." Terzic verwies auf die "Widerstände" im Vorfeld des Köln-Spiels. Er spielte damit vermutlich auf die zahlreichen verletzten und erkrankten Profis in seinem Kader an, auf die während der Länderspielpause ohnehin ausgedünnte Trainingsgruppe, vielleicht auch auf den Wirbel um die sportlich letztlich glücklose Rückkehr von Angreifer Anthony Modeste zu dessen Ex-Klub Köln.

Viel Zeit zur Erholung bleibt den Schwarz-Gelben aber nicht. Bereits am Mittwoch (21 Uhr, DAZN) ist der BVB in der Champions League beim FC Sevilla gefordert - und nach der unglücklichen 1:2-Niederlage bei Manchester City vor knapp drei Wochen etwas unter Druck. "Wir müssen in Sevilla unbedingt etwas holen, wir werden alles versuchen. Dann warten die nächsten Aufgaben, wir wissen, wie anstrengend das bis zur WM wird", schloss Terzic.

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