18. Dezember 2020 / 13:26 Uhr

Michael Rummenigge: Darum kann Trainer Edin Terzic beim BVB zur Dauerlösung werden

Michael Rummenigge: Darum kann Trainer Edin Terzic beim BVB zur Dauerlösung werden

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Edin Terzic könnte beim BVB zur Dauerlösung auf dem Trainerposten werden, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge.
Edin Terzic könnte beim BVB zur Dauerlösung auf dem Trainerposten werden, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge. © imago images/Montage
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Nach Ansicht von SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge sorgt der neue Trainer Edin Terzic bei Borussia Dortmund für dringend benötigten frischen Wind. Der Ex-Nationalspieler erklärt, warum der Coach beim BVB auch eine langfristige Lösung sein könnte.

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Endlich erleben wir bei Borussia Dortmund wieder das, was zur DNA dieses Vereins gehört: Emotionen im Verbund mit einer klaren Ansprache. Edin Terzic ist zwar noch keine Woche Cheftrainer des BVB, aber er macht auf mich schon jetzt einen sehr guten Eindruck. Eine Überraschung ist das nicht. Denn: Ich habe schon vor einem Jahr in kleinem Kreis gesagt, dass ich in ihm eine echte Alternative zu Lucien Favre sehe. Terzic ist jung und steht für modernen Fußball. Zudem verfügt er über Auslandserfahrung und hat einen guten Draht zur Mannschaft. Dabei helfen ihm auch seine hervorragenden Englischkenntnisse, die Gespräche mit Jadon Sancho & Co. natürlich deutlich einfacher machen.

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Obwohl das 2:1 am Dienstag bei Werder Bremen nicht berauschend war, ist es ein guter Anfang. Man darf nicht vergessen, dass Terzic kaum Zeit hatte, Veränderungen vorzunehmen und es auch jetzt Schlag auf Schlag weitergeht. Man muss also geduldig sein. Ich denke, dass es im kommenden Jahr auch spielerisch bergauf gehen wird. Schließlich verfügt er über eine Mannschaft der Hochbegabten, die sein Vorgänger in zweieinhalb Jahren nie stabilisieren konnte. Auf deutliche Siege folgte immer wieder klägliches Versagen – und anders herum. Sollte es Terzic gelingen, endlich für konstant gute Leistungen zu sorgen, glaube ich, dass er beim BVB auch zur Dauerlösung auf dem Trainerposten werden kann.

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Manche ziehen nun sogar schon Analogien zu Hansi Flick, der den FC Bayern ja auch zunächst auf Interimsbasis übernahm und in München inzwischen nicht mehr wegzudenken ist. Ich denke, dass dieser Vergleich nicht greifen kann – aber nicht, weil ich Zweifel an Terzic habe. Man muss jedoch bedenken, dass er seinen Job unter anderen Voraussetzungen antritt. Flick ist fast 20 Jahre älter und hatte schon vorher auf ganz anderem Niveau gearbeitet. Zudem steht ihm mit Hermann Gerland jemand zur Seite, der über riesengroße Erfahrung verfügt. Terzic muss seinen Weg noch finden. Das traue ich ihm absolut zu.

Klar ist aber auch, dass vieles von den Ergebnissen der kommenden Wochen abhängen wird. Von der Meisterschaft redet hier in Dortmund momentan eigentlich niemand mehr. Aber die Qualifikation für die Champions League muss am Ende der Saison schon herausspringen. Sollte dies gelingen, sehe ich keinen Grund, warum man nicht an Terzic festhalten sollte. Zumal er auch im Umfeld gut ankommt. Er stammt aus der Region, ist Fan des Vereins seit er neun Jahre alt ist. So eine emotionale Verbindung zu einem Klub ist sicherlich alles andere als schädlich. Ich drücke ihm jedenfalls fest die Daumen, dass er die Herausforderung bewältigt. Die Voraussetzungen dafür, dass dies gelingt, bringt er definitiv mit.