09. Januar 2021 / 20:24 Uhr

BVB erneut eine Nummer zu groß für RB Leipzig – Haaland trifft doppelt

BVB erneut eine Nummer zu groß für RB Leipzig – Haaland trifft doppelt

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
 Leitet den Dortmunder Sieg in Leipzig mit seinem Treffer ein: Jadon Sancho (vorn).
Leitet den Dortmunder Sieg in Leipzig mit seinem Treffer ein: Jadon Sancho (vorn). © imago images/MIS
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Der Leipziger Angriff auf die Tabellenspitze war – zumindest offensiv – kaum mehr als ein laues Lüftchen. Die Roten Bullen kassieren gegen Borussia Dortmund eine 1:3-Pleite, auch weil sie ihre offensiven Qualitäten viel zu spät entdecken. Immerhin: Alexander Sörloth erzielt sein erstes Bundesliga-Tor.

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Bewährungsprobe, Gradmesser, Meilenstein und, und, und: Dem Duell zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund war im Vorfeld beiderseits reichlich Bedeutung beigemessen worden. Sieger in jeder Hinsicht: die Gäste. 1:3 (0:0) unterlagen die Messestädter den Schwarz-Gelben im Top-Duell des 15. Bundesliga-Spieltags. Die Elf von Coach Julian Nagelsmann verpasste so den Sprung auf Tabellenplatz eins, konnte aus dem Patzer des FC Bayern vom Freitag, kein Kapital schlagen. Im Gegenteil: Der Vorsprung auf den BVB beträgt nun nur noch drei Punkte. Die Erfolgsserie auf eigenem Rasen ist ebenso gerissen wie die der Spiele ohne Gegentor. Und: Erneut konnten die Sachsen gegen einen der "Großen" nicht gewinnen.

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Hinten klappt’s hüben wie drüben

Eines vorweg: Wer ein Festival an Offensivaktionen erwartet hatte, wurde enttäuscht. Die Hausherren gaben den ersten ordentlichen Schuss auf den Kasten von Roman Bürki in der 41. Minute (!) ab. Dani Olmo setzte den Ball aus 18 Metern drüber. Zuvor hätte Tyler Adams in der 26. Minute abschließen können, entschied sich aber für den Pass in die Mitte. Ein Fehler. Der BVB blieb in Halbzeit eins gänzlich ohne Torschuss, hatte im Leipziger Strafraum kaum Ballkontakte.

DURCHKLICKEN: Bilder vom Duell im Januar 2021

Das war viel zu wenig: RB Leipzig unterlag im Spitzenspiel des 15. Spieltages nach einer über weite Strecken enttäuschenden Offensivleistung Borussia Dortmund mit 1:3. Zur Galerie
Das war viel zu wenig: RB Leipzig unterlag im Spitzenspiel des 15. Spieltages nach einer über weite Strecken enttäuschenden Offensivleistung Borussia Dortmund mit 1:3. ©

Ein schlechtes Spiel war das Top-Duell dennoch nicht. Er lege viel Wert auf die Defensive, hatte RB-Coach Nagelsmann vorab gesagt und auch entsprechend trainieren lassen. Das zeigte Wirkung. Die Roten Bullen standen dicht und verteidigten aufmerksam. Dayot Upamecano und Marcel Halstenberg reduzierten den Aktionsradius von Wunderstürmer Erling Haaland auf nahezu null.

Aber auch Edin Terzic hatte seiner Elf noch einmal die Wichtigkeit der Defensivarbeit eingeschärft. Denn die Borussen machten ihrerseits die Räume ebenfalls eng, standen vor allem im Zentrum stabil. Wenn für die Leipziger etwas ging, dann über links. Dort mühte sich der gefühlt einen Kopf größere Thomas Meunier gegen den kleinen, wieselflinken Angelino. Der Spanier wusste seine Wendigkeit geschickt einzusetzen. Aber seine (und auch alle anderen Leipziger) Ballgewinne wurden nicht gut weiterentwickelt. Viel Potenzial also in Sachen Offensive für den zweiten Durchgang – auf beiden Seiten.

Schwarz-gelbe Offensive

Die in dieser Angelegenheit bessere Kabinenansprache schien Terzic gehalten zu haben. Denn der BVB läutete den Wiederbeginn direkt mit einer Doppelchance ein. Erst scheitert Marco Reus aus sehr spitzem Winkel an Peter Gulacsi (49.), dann setzte Emre Can nach der folgenden Ecke einen Kopfball über den Kasten. Dortmund blieb am Drücker und wurde belohnt. In der 55. Minute gab Haaland das Leder nach schönem Solo in die Mitte, Reus verlängerte mit der Hacke auf Jadon Sancho – und RB kassierte erstmals nach fünf Partien zu null wieder ein Gegentor. Und das völlig zu Recht, denn die Leipziger hatten deutlich zu pomadig begonnen und den Gästen die Initiative überlassen.

Nagelsmanns Reaktion war personeller Art. Er schickte Alexander Sörloth und Lukas Klostermann auf das Feld (63.). Aus der Dreier- wurde so hinten eine Viererkette. Emil Forsberg und der angeschlagene Marcel Sabitzer verließen den Platz. Mit Hee-chan Hwang warf er wenig später einen weiteren Angreifer in die Partie (71.). Der kam gerade rechtzeitig, um das 0:2 zu erleben. Nachdem Haaland in der 65. Minute noch frei stehend an Gulacsi gescheitert war, passte es nun besser und Dortmund erhöhte.

DURCHKLICKEN: Guido Schäfers Noten für die RB-Elf

So hat Guido Schäfer die Leistung der RB-Elf im Duell mit Dortmund gesehen: Zur Galerie
So hat Guido Schäfer die Leistung der RB-Elf im Duell mit Dortmund gesehen: ©

Dabei blieb es nicht. Während RB vorn weiter nicht zu Potte kam, war da ja immer noch – genau – Haaland. Der Norweger hatte schon im Juni in Leipzig doppelt getroffen, tat das auch am Samstag und machte in der 85. Minute den Sack zu. Sein Landsmann Sörloth kam immerhin noch zu seinem ersten Bundesliga-Tor. So richtig freuen konnte er sich angesichts des Spielstands aber nicht.