04. November 2020 / 19:36 Uhr

Vor BVB vs. Bayern: Die Bosse Watzke und Rummenigge über Konkurrenz, Haaland und eine Männerfreundschaft

Vor BVB vs. Bayern: Die Bosse Watzke und Rummenigge über Konkurrenz, Haaland und eine Männerfreundschaft

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Treffen am Samstag mit ihren Klubs aufeinander: Die Klub-Bosse Hans-Joachim Watzke (l., BVB) und Karl-Heinz Rummenigge (FC Bayern).
Treffen am Samstag mit ihren Klubs aufeinander: Die Klub-Bosse Hans-Joachim Watzke (l., BVB) und Karl-Heinz Rummenigge (FC Bayern). © imago/Norbert Schmidt
Anzeige

Wenn Borussia Dortmund auf den FC Bayern trifft, flogen in der Vergangenheit oftmals auch die öffentlichen Giftpfeile zwischen den Vereinsbossen Hans-Joachim Watzke und Karl-Heinz Rummenigge. Vor dem direkten Duell am Samstagabend haben sich beide Chefs für ein Interview zusammengesetzt. 

Anzeige

Orientiert man sich an der aktuellen Bundesliga-Tabelle, kommt es am Samstagabend (18.30 Uhr, Sky) zum absoluten Showdown: Der aktuellen Tabellenführer FC Bayern tritt beim Tabellen-Zweiten Borussia Dortmund an. Mit jeweils 15 Punkten führen die beiden namhaftesten Klubs Deutschlands die Liga an. Und auch wenn der Rekordmeister aus München durch mittlerweile acht Titelgewinne in Folge seine Vormachtstellung in den letzten Jahren deutlich manifestierte, hält Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge die Dortmunder immer noch für den größten nationalen Widersacher.

Anzeige

"Fußball ist Emotion, Borussia Dortmund ist ohne Frage unser größter Konkurrent. Ich möchte genauso Emotionen. Wenn wir achtmal hintereinander Meister werden, entsteht für den Nicht-Bayern-München-Fan eine gewisse Langeweile", sagte der 65-Jährige im Sport-Bild-Doppelinterview mit seinem Dortmunder Pendant Hans-Joachim Watzke.

Mehr vom SPORTBUZZER

Es sei auch gar nicht so lange her, dass er in einem Meisterschaftskampf vor dem BVB zitterte, verriet Rummenigge. "In der Saison 2018/19 hatten wir neun Punkte Rückstand auf Dortmund, da hatte ich das Gefühl: Das wird richtig knapp! Das war eine ganz enge Veranstaltung. Wir haben dann in der Rückrunde wieder zu uns gefunden, und Dortmund hat es nicht konzentriert zu Ende gespielt", so der Bayern-Vorstandsvorsitzende, der aber betonte: "Wir sind an Konkurrenz interessiert."

Nachdem das Verhältnis der beiden Bosse in der Vergangenheit schon mal wesentlich angespannter gewesen war, hat man sich inzwischen wieder angenähert, erklärte Watzke, angesprochen auf eine möglicherweise entstandene Männerfreundschaft: "Davon sind wir glaube ich nicht weit entfernt! Bei den Bayern ist es grundsätzlich so: Wenn du vor ihnen stehst, wird das Verhältnis frostiger."

Watzke über Verhältnis zu Rummenigge: "Das Vertrauen ist gewachsen"

In der Saison 2011/12, als der BVB bislang letztmals Deutscher Meister wurde, habe man sich "öffentlich etwas behakt", doch "irgendwann haben wir beide gemerkt, dass es zielführend ist, wenn die Chefs der beiden größten deutschen Klubs vernünftig miteinander umgehen. Das funktioniert nun schon seit einigen Jahren so, und im Laufe der Jahre ist Vertrauen gewachsen", so Watzke.

Nachdem die Münchner den Dortmundern in der Vergangenheit bereits einige Spieler (Robert Lewandowski, Mario Götze, Mats Hummels) direkt weggeschnappt haben, konnte sich der BVB vor rund einem Jahr auf dem Transfermarkt gegen die Bayern durchsetzen, als man Erling Haaland von RB Salzburg verpflichtete. Rummenigge erklärte nun, dass es "absolut sinnvoll" sei, dass der 20-Jährige in Dortmund spielt: "Der BVB hatte auf dieser Position einen Bedarf. Wenn du aber Robert Lewandowski hast, macht es keinen Sinn, Haaland dazuzuholen und ihn erst einmal auf die Warteposition zu schieben."

Laut Sport Bild war der Norweger dem deutschen Rekordmeister einst zu teuer. 2017 hätte der Klub den damals 17-Jährigen von Molde FK für eine Ablöse in Höhe von 2,8 bis 3,5 Millionen Euro unter Vertrag nehmen können, bei einem Gehalt zwischen 12.000 und 15.000 Euro - zu viel für einen Spieler, der erstmal für den Münchner Nachwuchs vorgesehen gewesen wäre.

Die heißesten Duelle zwischen dem FC Bayern und dem BVB der vergangenen Jahre

Die Duelle zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern waren in den vergangenen Jahren geladen von Rivalität und spektakulärem Fußball. Die heißesten Duelle zwischen Kimmich, Lewandowski, Hummels, Aubameyang und Co. zeigt der <b>SPORT</b>BUZZER in dieser Galerie. Zur Galerie
Die Duelle zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern waren in den vergangenen Jahren geladen von Rivalität und spektakulärem Fußball. Die heißesten Duelle zwischen Kimmich, Lewandowski, Hummels, Aubameyang und Co. zeigt der SPORTBUZZER in dieser Galerie. ©

Zwar hielt Bayern weiterhin Kontakt zur Haaland-Seite, doch als es im Winter 2019 um eine Verpflichtung des Angreifers von RB Salzburg ging, sprachen zwei Dinge gegen einen Wechsel: Die Münchner konnten die von Berater Mino Raiola geforderten Einsatzzeiten wegen dem im Sturm gesetzten Lewandowski nicht gewährleisten - und als Backup des Polen war Haaland den Bayern-Verantwortlichen die Ablöse von 20 Millionen, drei Millionen Euro an Beraterprovision und ein Gehalt in Höhe von acht Millionen Euro nicht wert. Beim BVB hat sich der Norweger bisher als absoluter Glücksgriff erwiesen - vielleicht kann er das ja auch am Samstagabend erneut unter Beweis stellen.