24. April 2022 / 18:21 Uhr

Kein Elfmeter für BVB nach Pavard-Foul: Schiedsrichter Daniel Siebert räumt Fehlentscheidung ein

Kein Elfmeter für BVB nach Pavard-Foul: Schiedsrichter Daniel Siebert räumt Fehlentscheidung ein

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bei der Situation entschied sich Daniel Siebert (kleines Bild) dazu, keinen Elfmeter zu pfeifen. 
Bei der Situation entschied sich Daniel Siebert (kleines Bild) dazu, keinen Elfmeter zu pfeifen.  © IMAGO/Jan Huebner (MONTAGE)
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Im Topspiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund kam es vor allem in der zweiten Halbzeit zu strittigen Entscheidungen des Schiedsrichters Daniel Siebert. Im Gespräch mit dem "Kicker" hat der Referee nun einen Fehler eingeräumt. Beim Stand von 2:1 für die Bayern hätte es erneut Elfmeter für den BVB geben müssen.

Im ausufernden Meisterjubel der Spieler des FC Bayern München ging der große Elfmeter-Frust der Dortmunder etwas unter: Die BVB-Verantwortlichen um Trainer Marco Rose und Lizenzspielerchef Sebastian Kehl fühlten sich im Anschluss der Meister-Kür der Bayern in der Allianz Arena von Schiedsrichter Daniel Siebert um einen Elfmeter gebracht. In der 59. Minute beim Stand von 1:2 aus Sicht der Westfalen wurde Jude Bellingham von Benjamin Pavard im gegnerischen Strafraum elfmeterwürdig gefoult. Doch trotz VAR-Check blieb Sieberts Pfeife stumm. Ein Fehler, wie der Unparteiische am Sonntag im Gespräch mit dem Kicker einräumte.

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"Strafstoß wäre die richtige Entscheidung gewesen", gab der FIFA-Referee, der bei der EM 2021 drei Spiele leitete, unumwunden zu. "Im Laufduell zwischen Pavard und Bellingham setzt Pavard zur Grätsche an, um mit seinem rechten Bein den Ball vom Fuß zu grätschen. Dieser erste Versuch schlägt fehl, Pavard spielt den Ball nicht, sein Bein stellt stattdessen im Laufweg von Bellingham ein Hindernis dar", beschrieb Siebert die Szene und stellte fest: "Regeltechnisch ist es ein Zufallbringen und damit ein Foul. Dass Pavard kurz danach den Ball berührt, ist irrelevant." Auf dem Platz hätte Pavard mit seiner Grätsche den Kontakt im Fußbereich für Siebert verdeckt. Auf Verdacht pfeifen könne er nicht, "sondern nur auf Strafstoß entscheiden, wenn ich einen strafbaren Kontakt deutlich wahrnehme. Ansonsten gilt: Im Zweifel weiterlaufen lassen."

Beim BVB war der Ärger nach dem verweigerten Elfmeter-Pfiff, der zum Ausgleich hätte führen können, groß: "Es ist ein absolutes Spitzenspiel, es geht um eine Menge, es geht um Renommee Bayern gegen Dortmund, dann erwarte ich einfach, dass die Dinge anständig geregelt werden. Wenn das heute wieder nicht der Fall war, dann muss ich sagen: Hut ab", flüchtete sich Trainer Marco Rose bei Sky in Sarkasmus. Der designierte Sportdirektor Sebastian Kehl ergänzte via Kicker: "Es war mehr drin, gerade wenn man die Elfmeter-Fehlentscheidung berücksichtigt. Dann geht das Spiel womöglich anders aus. Das ärgert uns schon. Man hätte sich die Situation wenigstens anschauen sollen."