12. Oktober 2019 / 23:32 Uhr

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke erklärt Rivalität mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke erklärt Rivalität mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern-Präsident Uli Hoeneß (l.) und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke werden keine Freunde mehr.
Bayern-Präsident Uli Hoeneß (l.) und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke werden keine Freunde mehr. © imago images / ActionPictures
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Uli Hoeneß und Hans-Joachim Watzke – sie stehen wie niemand sonst für ihre Vereine FC Bayern München und Borussia Dortmund. Die Alphatiere pflegen seit vielen Jahren eine persönliche Rivalität, die in den Jahren nach den BVB-Meisterschaften 2011 und 2012 ihren Höhepunkt erreichte.

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Sie gehören zu den mächtigsten Persönlichkeiten im deutschen Fußball – aber leiden können sie sich so gar nicht. Dafür sind Uli Hoeneß, Präsident von Rekordmeister FC Bayern München, und Hans-Joachim Watzke, der Geschäftsführer von FCB-Verfolger Borussia Dortmund, wohl einfach zu verschieden. Über die seit Jahren andauernde Rivalität der beiden hat Watzke in seiner Biografie „Echte Liebe. Ein Leben mit dem BVB“ geschrieben, die von Bild in Auszügen vorab veröffentlicht wird.

Anlass für die teils offen zur Schau gestellten Feindseligkeiten ist laut Watzke demnach eine Äußerung von Hoeneß nach dem Meistertitel der Dortmunder 2011. Der Präsident des FC Bayern erklärte, die Münchner hätten dem BVB 2004 Darlehen über 2 Millionen Euro gewährt. Damals war Watzke noch nicht im Amt. Watzke: „Völlig überraschenderweise, ironisch gesagt, tauchte das Thema erstmals (...) auf, als wir das erste Mal Meister waren.“ Also sieben Jahre später.

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Watzke „würde lieber unter der Brücke betteln, als zum FC Bayern zu gehen“

Er habe sich öffentlich nur „ein bisschen“ dagegen gewehrt, gibt der 60-Jährige zu. „Was mit dieser Geschichte ja erzeugt werden sollte, war die Assoziation, dass ich zum FC Bayern gegangen wäre und ihn (Hoeneß, d. Red.) um Geld gebeten hätte“, erklärte Watzke. „Ich würde aber niemals den FC Bayern auch nur um einen einzigen Euro fragen. Ich schätze den Klub sehr, aber lieber würde ich unter der Brücke in Dortmund betteln, als zum FC Bayern zu gehen. Wenn du deinen größten Rivalen um Geld anpumpst – mehr erniedrigen kann man sich nicht auf dieser Welt.“

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So richtig Pfeffer in die Rivalität der beiden Alphatiere kam zwei Jahre später, nachdem der BVB im Champions-League-Finale von London dem FCB unterlegen war. Die Bayern luchsten Dortmund mit Mario Götze, Robert Lewandowski und – wenige Jahre später – Mats Hummels drei Spieler von Weltklasse-Format ab. Watzke wurmt das noch heute: „Wir hatten eine Weltklasse-Mannschaft. Und wenn diese Mannschaft in ihrer Struktur nicht zerfleddert worden wäre, dann hätte diese Mannschaft auch die Champions League gewonnen. Hundertprozentig.“ Doch der FCB trat auf den Plan – und wilderte ausgerechnet beim ärgsten Verfolger.

Watzke über die Jahre nach Wembley: „Wären unsere gewesen“

„Die nächsten Jahre wären unsere Jahre gewesen“, sagt Watzke rückblickend über die Zeit nach dem Endspiel von Wembley, das die Bayern durch ein Tor von Arjen Robben für sich entschieden. Watzke: „Aber dann ging Mario. Dann ging Robert. Dann ging die ganze Scheiße los.“ Der BVB brauchte Jahre, um sich von diesen Verlusten zu erholen – auch wenn Götze und Hummels inzwischen wieder zum BVB zurückgekehrt sind.

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Anders als zu Hoeneß, der sich in der Watzke-Biografie trotz Nachfrage des Co-Autors Michael Horeni nicht äußern wollte, hat der BVB-Chef zu Hoeneß’ Bayern-Kollegen Karl-Heinz Rummenigge inzwischen ein entspanntes, fast freundschaftliches Verhältnis. Rummenigge über den Zoff von Watzke und Hoeneß: „Ich will nicht viel über (ihr) Verhältnis sagen. Aber Uli ist ein wahnsinnig emotionaler Mensch. Und er lässt auch gern mal einen scharfen Satz los, der dann natürlich auch in Dortmund ankommt. Dann ruft Aki immer bei mir an und sagt: ‚Sag ihm doch bitte, er soll damit aufhören.‘ Ich bespreche das dann mit Uli.“

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