19. November 2020 / 13:32 Uhr

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke trotz Corona-Krise optimistisch: "Mit ausreichend Liquidität versorgt"

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke trotz Corona-Krise optimistisch: "Mit ausreichend Liquidität versorgt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Boss Hans Joachim Watzke blickt auf die Finanzen des Klubs.
BVB-Boss Hans Joachim Watzke blickt auf die Finanzen des Klubs. © dpa/Montage
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Bei der Hauptversammlung der Aktionäre von Borussia Dortmund nimmt das sportliche Abschneiden der Profi-Kicker normalerweise großen Raum ein. Bei dem digitalen in diesem Jahr ging es aber vor allem um die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Dem BVB droht laut Boss Hans-Joachim Watzke aber keine Gefahr - trotz hoher Verluste.

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Die Aktionäre des an der Börse notierten Bundesligisten Borussia Dortmund kamen am Donnerstag zu ihrer Hauptversammlung zusammen. Wegen der Corona-Pandemie fand das Treffen als Videokonferenz statt. "Bis März waren wir auf einem stabilen Wachstumspfad. Der komplette Lockdown - das hat sich bei mir tief eingebrannt. Wir haben relativ schnell erkannt, dass wir die Geisterspiele sichern mussten, um die Erlösquellen zu sichern", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke am Donnerstagmittag.

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Christian Kullmann, der stellvertretende Vorsitzender des Aufsichtsrats, sprach bei der Versammlung von einer "sportlich zufriedenstellenden Saison". Finanziell sei es 2019/2020 ein schwieriges Geschäftsjahr mit einem Verlust von insgesamt 44 Millionen Euro gewesen. In diesem Jahr soll es keine Dividende geben. Im Geschäftsbericht des abgelaufenen Jahres war der Revierklub in der Prognose für die laufende Spielzeit 2020/2021 noch von einem Verlust zwischen 70 und 75 Millionen Euro ausgegangen. "Das kann sich aber noch erhöhen. Aber wir sind mit ausreichend Liquidität versorgt, dass uns keine Gefahr droht. Wir haben tolle neue Verträge abgeschlossen - da hatten wir vom Timing her natürlich auch etwas Glück", sagte Watzke.

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Die Corona-Krise hatte die BVB-Finanzen bereits vor einigen Monaten in Mitleidenschaft gezogen. Zuletzt hatte Borussia Dortmund Anfang November für das 1. Quartal 2020/2021 (1. Juli bis 30. September 2020) ein Minus von 35,8 Millionen Euro ausgewiesen. Der Umsatz des Konzerns war auf 56,5 Millionen Euro gefallen. Als Grund gab der BVB den wegen Corona verspäteten Saisonbeginn Mitte September, weniger oder keine Zuschauer im Stadion und Veränderungen bei den TV-Geldern an. "Die großen Klubs trifft die Krise am heftigsten. Der BVB hat die größte Zuschauerkapazität. Jedes Spiel kostet uns vier Millionen Euro. Wir haben natürlich auch den zweitteuersten Kader", so Watzke. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte der BVB noch einen Umsatz von 175,2 Millionen Euro und einen geringen Gewinn von 27.000 Euro ausgewiesen.

Finanz-Chef Thomas Treß gab einen genauen Einblick in die finanzielle Situation. Mit Freude blickt Treß nicht auf die Zahlen. Hintergrund ist die um 52,5 Millionen Euro deutlich gesunkene Liquidität des BVB, der einen Umsatzerlösverlust von 25 Prozent verzeichnet. Dass der Klub neue Verbindlichkeiten aufnehmen musste, widerspreche "dem Geschäftsmodell", sagte Treß. Angesichts der Corona-Krise sei ein solches Vorgehen jedoch alternativlos. "Wir haben unsere Kreditlinie von 60 auf 120 Millionen Euro erweitert, wollen davon aber auch schnell wieder runterkommen", so der Finanz-Chef des Revierklubs. Wichtig für den BVB: Der Klub werde laut Treß 2020/21 im Sponsoring weiter wachsen. Geschäftsführer Carsten Cramer habe es hinbekommen, mit Puma nachhaltig zu verlängern und die Trikotsponsoren Evonik und 1&1 zu binden. Ein Umsatzwachstum pro Jahr von 20 Millionen Euro sei zu erwarten.