17. Oktober 2020 / 23:40 Uhr

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke wettert in Richtung der Politik: "Populistisches Fußball-Bashing"

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke wettert in Richtung der Politik: "Populistisches Fußball-Bashing"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sieht die sich anbahnende Welle von Bundesliga-Geisterspielen kritisch
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sieht die sich anbahnende Welle von Bundesliga-Geisterspielen kritisch © imago images/Thomas Bielefeld
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Hans-Joachim Watzke sieht die Bundesliga bei der Umsetzung von Corona-Maßnahmen nicht immer gerecht behandelt. Er knöpft sich die Politik vor und stichelt auch in Richtung von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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Trotz der steigenden Corona-Zahlen in Deutschland sieht Hans-Joachim Watzke die sich anbahnende Welle von neuerlichen Geisterspielen und die Kritik an den vermeintlichen Sonderrechten für die Bundesliga als ungerechtfertigt an. "Ich verstehe nicht, warum man sich wieder am Fußball abarbeitet. Der Fußball hat in Deutschland ein weltweit anerkanntes Top-Konzept umgesetzt. Es geht überhaupt keine Gefahr aus", sagte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund im ZDF-Sportstudio und sieht die Liga auch von höchsten politischen Kreise nicht immer gerecht beurteilt.

"Wir waren bisher sehr verlässlich und das wird von der Politik auch anerkannt", meinte Watzke und wurde deutlich: "Auf der anderen Seite erwarte ich aber auch von der Politik, dass sie die Fragen in die Richtung stellt, wo Gefahren für die Gesundheit sind und nicht ein populistisches Fußball-Bashing betreibt, wie es zuletzt auch teilweise aus der Bundesregierung gekommen ist." Auf Nachfrage präzisierte der BVB-Boss: "Ich habe irgendwann gelesen - vielleicht stimmt es ja auch nicht - die Bundeskanzlerin hätte vor zehn Tagen gesagt, es gibt wichtigere Themen momentan als Fußball-Bundesliga mit Zuschauern. Das fand ich nicht zielführend."

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Watzke erklärte: "Es geht nicht darum, was wichtig ist. Es gibt immer 1000 Sachen, die wichtiger sind als die Fußball-Bundesliga. Aber wir müssen doch nicht die Frage nach Wichtigkeit stellen. Wir müssen die Frage nach Gefährdungspotenzialen stellen. Und dieses Gefährdungspotenzial sehe ich momentan in der Fußball-Bundesliga nicht, weil sich die Leute super-diszipliniert verhalten und die Vereine das Konzept eins zu eins umsetzen."

Am Samstag fanden drei der sieben Bundesliga-Spiele ohne Fans im Stadion statt. Auch die Dortmunder, die auswärts bei der TSG Hoffenheim 1:0 gewannen, werden wohl vorerst auf Fans im heimischen Stadion verzichten müssten. "Ein Spiel gegen Schalke wird uns eine Million kosten, die wir nicht einnehmen. Gegen St. Petersburg dann das Gleiche. Das ist schon schlimm. Wir brauchen zumindest diese Geisterspiele, sonst wird es eng", sagte Watzke und blickte auf die kommenden Wochen voraus. Der Fußball habe "eine riesen Kostenstruktur" und müsse "natürlich irgendwann Geld einnehmen."