15. Dezember 2018 / 10:21 Uhr

Packt es der BVB am 15. Spieltag? Die letzten Herbstmeister und was aus ihnen wurde

Packt es der BVB am 15. Spieltag? Die letzten Herbstmeister und was aus ihnen wurde

Udo Muras
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Dortmund um Jadon Sancho und Marko Reus (r.) spielen bisher eine überragende Saison. 
Die Dortmund um Jadon Sancho und Marko Reus (r.) spielen bisher eine überragende Saison.  © Imago
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Am Samstag kann Borussia Dortmund den inoffiziellen Titel einfahren – was Platz eins zur Winterpause wert ist, zeigt ein Blick in die Bundesliga-Historie. 

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Läuft alles optimal, sind sie am Samstag schon vor dem Anpfiff am Ziel. Denn wenn Borussia Dortmund um 18.30 Uhr auf Werder Bremen trifft, dann kennt sie schon das Ergebnis von Gladbach. Und wenn die „Elf vom Niederrhein“ in Hoffenheim verliert, dann ist der BVB vor seinem 15. Saisonspiel inoffizieller Herbstmeister. Ansonsten muss er halt selbst gewinnen. Zu vernachlässigen ist die Minichance des Titelverteidigers Bayern München (in Hannover), der außer neun Punkten noch 15 Tore aufholen müsste. Die Bayern bleiben ja trotzdem Rekordherbstmeister (23-mal).

Was man sich für den Titel ohne zugehörige Trophäe kaufen kann, wird alle Jahre wieder gefragt. Antwort: In erster Linie Selbstvertrauen und Ruhe.

Die Herbstmeister und Meister der vergangenen Jahre

Borussia Dortmund kann am 15. Spieltag bereits Herbstmeister werden. In den vergangenen zehn Jahren war der FC Bayern häufig an der Reihe - und feierte fast immer die Meisterschaft im Mai. Generell gilt: In 69 Prozent der Fälle wurde der Herbstmeister am Ende der Saison auch Deutscher Meister. Der BVB hat sogar eine Quote von 100 Prozent. Wir zeigen die Herbstmeister und Meister der vergangenen zehn Jahre. Zur Galerie
Borussia Dortmund kann am 15. Spieltag bereits Herbstmeister werden. In den vergangenen zehn Jahren war der FC Bayern häufig an der Reihe - und feierte fast immer die Meisterschaft im Mai. Generell gilt: In 69 Prozent der Fälle wurde der Herbstmeister am Ende der Saison auch Deutscher Meister. Der BVB hat sogar eine Quote von 100 Prozent. Wir zeigen die Herbstmeister und Meister der vergangenen zehn Jahre. ©
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„Dafür kriegst du zwar nichts. Aber sie zu haben ist psychologisch nicht so schlecht“, findet BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Auf Platz eins überwintern, das sorgt für ein ruhiges Weihnachtsfest. Und es macht Hoffnung auf einen Wonnemai, denn die Statistik verspricht eine 69-prozentige Wahrscheinlichkeit auf den Titel. 38 von 53 Herbstmeistern holten sich die Schale. Im Falle Dortmunds ist es sogar quasi eine Titelgarantie, dreimal waren sie Herbstmeister (1994, 1995 und 2010), dreimal wurden sie Meister.

Für Rekorde ist der FC Bayern zuständig

Zuletzt mangelte es wegen der Münchner Dominanz schon in der ersten Saisonhälfte an Spannung, aber nicht an Rekorden. 2012/2013 schafften sie die früheste Herbstmeisterschaft (14. Spieltag), 2013/2014 die meisten Punkte (45), im Vorjahr den größten Vorsprung (elf Punkte). Auch die längste Serie legten sie hin: In den letzten sieben Jahren hieß der Vorrundenerste immer Bayern München, in den letzten sechs kam er als Erster auch ins Ziel.

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Ausgerechnet Jupp Heynckes verspielte zuletzt diese günstige Ausgangslage (2011/2012 wurde Dortmund Meister) – und das nicht zum ersten Mal. Auch 2009/2010 grüßte er mit Leverkusen von der Spitze, ehe die Bayern am 24. Spieltag erstmals vorbeizogen. Aber zu den ungeschriebenen Herbstmeistergesetzen zählt eben: Manche schaffen es nie! Leverkusen scheiterte schon 2001/2002, auch Schalke 04 (1971/1972 und 2000/2001), Eintracht Frankfurt (1991/1992 und 1993/1994) und Hoffenheim (2008/2009) wurden zwar Herbstmeister, aber nie deutscher Meister in der Bundesliga.

Toppmöller weiß es am besten

Klaus Toppmöller (67) weiß am besten, dass das Halbjahreszeugnis eben doch kein verlässliches Orakel ist. „Man freut sich, aber die Saison ist erst am letzten Spieltag zu Ende. Deshalb gebe ich auch den Bayern noch eine dicke Chance“, sagt der Ex-Trainer und frühere Bundesliga-Torjäger (108 Treffer für Kaiserslautern). Ihm brachte die Herbstmeisterschaft nie Glück: weder dem Spieler (1978) noch dem Trainer (1993 mit Frankfurt, 2001 mit Leverkusen).

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Meister wurde er nie. Warum? Toppmöller hat im Gespräch mit dem SPORTBUZZER noch alles präsent: Leverkusen ging plötzlich wegen der Lipobay-Affäre (das Medikament aus dem Bayer-Werk führte zu 52 bekannten Todesfällen) das Geld aus. Verstärkungen in der Winterpause waren unmöglich, dabei schlug das Verletzungspech hart zu. Und die Mannschaft, die bis zuletzt in allen Wettbewerben spielte, zerbrach an der Belastung. Toppmöller: „Ich habe noch rotiert, so gut es ging, aber am Ende hat es nicht gereicht.“ Vizekusen war geboren.

VfL Wolfsburg mit größter Aufholjagd

In Frankfurt litt die Mannschaft unter dem Ausfall von Torjäger Anthony Yeboah (Schienbeinbruch) und Ränkespielen. Toppmöller: „Manager Bernd Hölzenbein sagte mir, ich solle Torwart Uli Stein rausnehmen. Da habe ich ihn auf meinen Vertrag hingewiesen – ich war schließlich für die Aufstellung verantwortlich. Dann haben sie eben mich und Stein rausgeschmissen.“ Eintracht stürzte auf Rang fünf ab – Rekord bis 2009, als Hoffenheim in ähnlicher Lage (Kreuzbandriss bei Torjäger Ibisevic, Zoff zwischen alten und neuen Spielern) die Luft ausging und als Siebter nicht mal in den Europapokal kam. Meister wurde der Vorrundenneunte VfL Wolfsburg. Einmalig!

Dieses Jahr spricht statistisch viel für den noch ungeschlagenen BVB. Wer mehr als vier Punkte Vorsprung hatte, kam noch immer durch.

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