16. März 2019 / 20:30 Uhr

Extrem wichtig: Reus schießt den BVB bei Hertha BSC zum Last-minute-Sieg

Extrem wichtig: Reus schießt den BVB bei Hertha BSC zum Last-minute-Sieg

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Marco Reus und Jadon Sancho bejubeln den späten BVB-Treffer gegen Hertha.
Marco Reus und Jadon Sancho bejubeln den späten BVB-Treffer gegen Hertha. © imago images / Jan Huebner
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Borussia Dortmund holt sich die Tabellenführung zurück. In einem hochklassigen Spiel gewinnt der BVB in letzter Minute gegen Hertha BSC. Bei den Berlinern werden in der Schlussphase zwei Spieler vom Platz gestellt.

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Das war ein Topspiel, das diesen Namen auch verdiente. Borussia Dortmund hat im ausverkauften Berliner Olympiastadion vor rund 75 000 Zuschauern einen knappen 3:2 (2:1)-Sieg gegen Hertha BSC gefeiert – in allerletzter Minute. Der BVB, der sich zwei individuelle Fehler leistete, war vor allem in der Schlussphase die gefährlichere Mannschaft, allerdings genügt die Chancenverwertung lange nicht höchsten Ansprüchen. Der ansonsten unauffällige Marco Reus schoss den BVB in allerletzter Minute mit seinem ersten wirklich gefährlichen Moment zum Sieg. Damit ist der BVB wieder Tabellenführer und setzt den FC Bayern unter Druck, der am Sonntag gegen Mainz 05 antritt.

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„Es war ein unheimlich interessantes Spiel“, sagte Matchwinner Marco Reus nach dem Spiel bei Sky. „Mich hat gewundert, dass die Berliner relativ offen gespielt haben. Wir haben uns in der ersten Halbzeit nicht wirklich zugetraut, offensiv zu spielen. In der zweiten Hälfte haben wir druckvoller agiert und einen besseren Fußball gespielt. Wir wissen, dass es aktuell nicht so leichtfüßig ist wie in der Hinrunde. Aber so ein Sieg gibt uns einen Push.“ Trainer Lucien Favre sagte: „Wir wollten unbedingt gewinnen. Es war schwer, das haben wir in der ersten Halbzeit festgestellt. Es ist nicht einfach, gegen diese Mannschaft zu spielen. Wenn sie alle Spieler halten können, werden sie ein gutes Team haben in der Zukunft.“

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Der SPORTBUZZER hat die Leistungen der BVB-Profis bewertet. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER hat die Leistungen der BVB-Profis bewertet. ©

Hertha profitiert früh von Bürki-Fehler

Die Berliner profitierten früh von einem krassen Fehler von Roman Bürki. Der in dieser Saison überragende BVB-Torwart konnte einen haltbaren Schuss von Maximilian Mittelstädt in der vierten Minute nicht richtig abwehren und erlaubte Salomon Kalou so einen freien Schuss aufs Tor. Der erfahrene Ivorer ließ sich diese Chance nicht entgehen – und erzielte bereits sein drittes Tor in dieser Saison gegen die Dortmunder, die über weite Strecken der ersten Hälfte fast apathisch wirkten. Nach vorn ging beim personell gebeutelten BVB ohne die verletzten Axel Witsel, Mario Götze und Paco Alcácer nur wenig.

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Dafür leistete der BVB sich Mitte der ersten Hälfte den zweiten krassen Aussetzer: Julian Weigl verschuldete einen Handelfmeter – weil er einen Reflex nicht unterdrücken konnte. Nach einer Flanke schob er seine Hand vor den Oberkörper. Wohl, um sein Gesicht vor einem drohenden Einschlag zu schützen. Das Problem: Die sogenannte Schutzhand gibt es in den Fußballregeln gar nicht mehr. Kalou versenkte den Elfmeter sicher. Vier seiner sechs Saisontore hat der frühere Chelsea-Star gegen den BVB erzielt.

Die Dortmunder wirkten nach Wiederanpfiff wie ausgewechselt: Die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit glichen einem Sturmlauf der Gäste. Pulisic (47.) prüfte Jarstein, der den Ball ans Außennetz abwehren konnte. In der gleichen Minute aber klingelte es. Nach der anschließenden Ecke von Sancho wurde Dan-Axel Zagadou zwar von zwei Hertha-Verteidigern gedeckt, köpfte den Ball jedoch gekonnt ins lange Eck – 2:2.

Chancenverwertung des BVB ist haarsträubend

Das war längst nicht das Ende der Dortmunder Bemühungen: Sancho (49.) scheiterte, weil die Herthaner in höchster Not noch den Ball abwehren konnten. Die Berliner gerieten mächtig ins Trudeln, kamen nach rund zehn Minuten aber wieder besser ins Spiel und durch Grujic (56.) zu einer richtig dicken Möglichkeit: Der Serbe setzte den Ball an den Pfosten, den Abpraller brachte Kalou nicht unter Kontrolle, weshalb das Leder ins Aus trudelte. Dortmund im Glück, auch wenige Minuten später: Diallo brachte Duda nach einem Traumpass von Kalou im Strafraum zu Fall, doch für einen Elfmeter reichte es nicht. Im direkten Gegenzug scheiterte Sancho (60.) vollkommen frei vor Jarstein. Da war mehr drin für den BVB.

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Platz 11: Hertha BSC - 6 Punkte, 8:11 Tore. ©

Die Schlussphase blieb so offen wie die gesamte zweite Halbzeit. Erfrischend: Beide Mannschaften spielten auf Sieg. Die Dortmunder waren die gefährlichere Mannschaft, die Chancenverwertung aber war haarsträubend: Pulisic (75.) traf nach Zuspiel von Bruun Larsen aus bester Position nicht einmal das Tor, der eingewechselte Hakimi (79.) scheiterte ebenfalls aus bester Lage, nachdem Hertha zuvor mit Mann und Maus verteidigt hatte. In der Schlussphase dezimierten die Berliner sich selbst – nach einem Foul gegen Hakimi sah Jordan Torunarigha Gelb-Rot. Delaney (88.) scheiterte mit einem satten Schuss an der Querlatte.

Es sollte nicht die letzte Chance für die Dortmunder gewesen sein – die sich durch Reus dann doch noch den Sieg sicherten. In der dritten Minute der Nachspielzeit stand Reus plötzlich am Elfmeterpunkt vollkommen frei – zum ersten und einzigen Mal im gesamten Spiel. Sancho, der sich auf der linken Seite gut in den Strafraum dribbelte, sah den Kapitän – und der drückte den Ball an Jarstein vorbei ins Tor.