14. Dezember 2020 / 11:21 Uhr

Förderer und Ex-Coach über BVB-Interimstrainer Terzic: "Ein ganz anderer Typ als Favre"

Förderer und Ex-Coach über BVB-Interimstrainer Terzic: "Ein ganz anderer Typ als Favre"

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Frank Schulz (links) kennt den neuen BVB-Interimstrainer Edin Terzic noch bestens aus dessen Zeit als Spieler.
Frank Schulz (links) kennt den neuen BVB-Interimstrainer Edin Terzic noch bestens aus dessen Zeit als Spieler. © imago images/Revierfoto/privat/Montage
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Nach den Entlassungen von Lucien Favre und Co-Trainer Manfred Stefes bei Borussia Dortmund soll es mindestens bis zum Saisonende Assistent Edin Terzic richten. Doch wie tickt der 38-Jährige? Der SPORTBUZZER stellt den BVB-Interimstrainer nach einem Gespräch mit dessen Ex-Coach Frank Schulz vor.

Scout und Jugendtrainer bei Borussia Dortmund, danach Co-Trainer von Landsmann Slaven Bilić bei Beşiktaş Istanbul in der Türkei und bei West Ham United in England. So sahen die Stationen von Edin Terzic vor der Zusammenarbeit mit Lucien Favre aus. Der Schweizer hatte den gebürtigen Mendener im Jahr 2018 in sein Trainer-Team geholt. Und jetzt ist der 38-Jährige die Interimslösung nach dem Aus des punktbesten BVB-Trainers aller Zeiten.

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Schon am Dienstag im Bundesliga-Spiel bei Werder Bremen soll Terzic Regie führen. Der bisherige U17-Trainer Sebastian Geppert und Top-Talente-Coach Otto Addo assistieren ihm. Doch wie tickt der Interimstrainer? Sein früherer Coach und Förderer Frank Schulz gibt im Gespräch mit dem SPORTBUZZER ein paar interessante Einblicke. "Edin ist ein super positiver Mensch, der in erster Linie immer die Gemeinschaft sieht", sagt Schulz.

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Insgesamt 78-mal kam Terzic als Spieler unter Schulz zum Einsatz – erst bei Westfalia Herne, dann beim BV Cloppenburg. Der frühere Bundesliga-Profi des VfL Bochum, Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach holte den damaligen Offensivspieler Terzic erst nach Herne und nahm in 2008 mit nach Cloppenburg. Dort spielte der BVB-Interimstrainer unter anderem an der Seite von Ex-Bundesliga-Coach André Breitenreiter in der Regionalliga West. „Edin hat immer Spaß und Freude in die Mannschaft gebracht. Er ist ein ganz feiner Kerl mit einer positiven Ausstrahlung. Ich weiß noch genau, wie er nach unseren Spielen immer noch mit meinen Kindern gekickt hat“, so Schulz.


In Cloppenburg schlug der Deutsch-Kroate auch beruflich die sportliche Richtung ein. Er machte eine Ausbildung in der Geschäftsstelle des BVC, wechselte dann aber 2010 als Co-Trainer in die U19 des BVB an die Seite von Hannes Wolf. Nach weiteren Stationen beim Revierklub folgte 2013 der Lockruf von Bilić, der Terzic mit in die Türkei nahm. "Ich hätte nicht gedacht, dass er als Assistenz-Trainer so einen Weg geht. Ich hätte Edin eher im Marketingbereich oder als Sportlicher Leiter gesehen", erklärt Schulz, der nach der überraschenden Bekanntgabe des BVB am Sonntag gleich den Kontakt zu seinem ehemaligen Schützling herstellte: "Ich habe ihm natürlich gratuliert und geschrieben, dass ich es ihm absolut zutraute."

"Terzic geht mit den Spielern anders um als Favre"

Der heute 59-jährige Trainer des SC Reken kennt als Ex-Profi aber natürlich auch die Unterschiede zwischen dem Trainer- und Co-Trainer-Posten. "Edin steht jetzt viel mehr im Rampenlicht. Als Co-Trainer konnte er sich noch frei bewegen. Jetzt wird er sich umstellen müssen. Aber er ist ein ganz anderer Typ als Favre und geht mit den Spielern anders um. Edin ist einfach ein Mensch, den man nur mögen kann. Zu Klubs wie Dortmund gehört ein Typ wie Edin hin", ist Schulz überzeugt.