30. Juni 2020 / 23:24 Uhr

BVB-Keeper Roman Bürki mahnt: Jadon Sancho "sollte keine Sonderrechte haben"

BVB-Keeper Roman Bürki mahnt: Jadon Sancho "sollte keine Sonderrechte haben"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Keeper Roman Bürki (kleines Foto) fordert, dass Jadon Sancho bei den Dortmundern keine Sonderrolle bekommt.
BVB-Keeper Roman Bürki (kleines Foto) fordert, dass Jadon Sancho bei den Dortmundern keine Sonderrolle bekommt. © BEAUTIFUL SPORTS/WUNDERL/POOL/dpa/Montage
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Jadon Sancho gehört zu den begabtesten Spielern von Borussia Dortmund – aber auch zu denen, die oftmals Ärger verursachen. BVB-Torwart Roman Bürki hat nun in einem Interview mit der "Bild" angemahnt, dass bei Sancho ein Lerneffekt eintreten muss.

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Jadon Sancho testet seine Grenzen bei Borussia Dortmund seit Jahren aus. Der 20 Jahre alte Flügelspieler des BVB hatte sich seinerzeit beim Bundesliga-Vizemeister (seit Sommer 2017 im Team) bereits mehrfach Undiszipliniertheiten erlaubt. So ließ er sich erst kürzlich wie Teamkollege Manuel Akanji von einem Starfriseur zu Hause ohne Mundschutz die Haare schneiden – wofür beide auch von der DFL bestraft wurden. Im Oktober 2019 kehrte er zudem verspätet von der englischen Nationalmannschaft zurück und wurde dafür von der Borussia sanktioniert. Für BVB-Keeper Roman Bürki ist das der richtige Umgang mit Sancho: "Er sollte keine Sonderrechte haben. Spieler in seinem Alter lernen das nur, wenn wir ihnen gemeinsam Grenzen aufzeigen", sagte der Schweizer im Interview mit der Bild.

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Bürki, der seinen Vertrag beim BVB kürzlich bis 2023 verlängert hatte, fordert, dass bei jungen Spielern wie Sancho der Lerneffekt "irgendwann eintreten" müsse: "Man kann nicht immer sagen: 'Er ist noch jung, er ist noch jung...'", so der Dortmunder Schlussmann. "Es gibt in einer Mannschaft Regeln. Und wer sich nicht daran hält, der wird sportlich bestraft. Das tut Spielern übrigens deutlich mehr weh, als wenn man ihnen eine Geldstrafe aufbrummt." So saß Sancho beispielsweise nach seinem Zuspätkommen beim BVB zunächst nur auf der Bank.

Die Nummer eins des BVB warnt allerdings gleichzeitig auch vor einem zu strengen Umgang mit dem Flügelspieler: "Jadon ist ein spezieller Charakter, ein guter Typ. Und er ist vielleicht auch deswegen auf dem Rasen so unbekümmert, weil er auch neben dem Platz vieles easy und locker sieht", meinte Bürki. Der BVB müsse bei Sancho "die richtige Balance" finden. Die Medien würden dies nicht einfacher gestalten: "Ständig wird in den Zeitungen über Super-Sancho geschrieben, so wird es schwierig ihm verständlich zu machen, dass er etwas ändern muss", kritisierte der Nationalkeeper. "Er wird mit 18 oder 19 schon so gelobt, als wäre er bereits einer der besten Spieler der Welt. Aber das ist ein langer Weg." Das Team habe laut Bürki dabei "die Aufgabe, ihm dabei zu helfen zu erkennen, was auf diesem Weg wichtig ist".

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Doch wohin führt der Weg Sanchos? Sky Sports berichtete am Dienstag erneut von dem Interesse Manchester Uniteds am englischen Nationalspieler. Für Bürki wäre ein vorzeitiger Sancho-Transfer (hat noch Vertrag bis 2022) "ein großer Verlust". Selbst bei einem Wechsel des Youngsters würde Bürki trotzdem positiv in die Zukunft blicken: "Falls es leider doch passieren sollte, hätten wir viele gute, junge Spieler, wie Mateu Morey, Tobias Raschl oder Gio Reyna, die in seine Fußstapfen treten könnten."