19. Oktober 2019 / 21:00 Uhr

Kommentar zur Suspendierung von Jadon Sancho beim BVB: Es ist richtig, dass Favre nicht lange fackelt

Kommentar zur Suspendierung von Jadon Sancho beim BVB: Es ist richtig, dass Favre nicht lange fackelt

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lucien Favre hat vor dem Topspiel gegen Mönchengladbach hart durchgegriffen und seinen Leistungsträger Jadon Sancho suspendiert.
Lucien Favre hat vor dem Topspiel gegen Mönchengladbach hart durchgegriffen und seinen Leistungsträger Jadon Sancho suspendiert. © imago images/Jan Huebner
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Borussia Dortmund hat im Topspiel gegen Borussia Mönchengladbach (1:0) auf Jungstar Jadon Sancho verzichtet – aus disziplinarischen Gründen. Für den SPORTBUZZER-Fußballchef steht fest: Mit dieser Maßnahme hat BVB-Trainer Lucien Favre eine deutliche Botschaft an die eigene Mannschaft gesendet.

Lucien Favre streicht Jadon Sancho überraschend aus dem Kader von Borussia Dortmund – ausgerechnet im so wichtigen Topspiel gegen Spitzenreiter Gladbach verzichtete der BVB-Trainer auf einen seiner besten Spieler. Wie t-online berichtete, kam der Engländer fast 24 Stunden zu spät von seiner Länderspielreise zurück und tanzte seinem Trainer und seinen Mitspielern damit zum wiederholten Male auf der Nase rum.

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Des Öfteren fiel der talentierte Sancho mit Undiszipliniertheiten auf, kam beispielsweise mehrfach zu spät zum Training. Es ist der schmale Grat, den Coaches in solchen Fällen oft begehen müssen: Was lässt man seinen besten Spielern durchgehen und wann ist die Grenze endgültig überschritten?

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Beim BVB erinnert die Situation an die Zeiten von Aubameyang und Dembélé

Favre hatte eine ähnliche Situation mit Max Kruse in Gladbach. Beim BVB erinnert das Ganze stark an die Zeiten von Pierre-Emerick Aubameyang und Ousmane Dembélé. Zwei absolute Ausnahmekönner, die allerdings auch gerne mal durch die Gegend jetteten, verschliefen oder sich den privaten Friseur ins Hotel bestellten. Sie machten teilweise, was sie wollten.


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Thomas Tuchel, der damalige Trainer, ließ ihnen eine Zeit lang wirklich eine Menge durchgehen. Entgegen seinem eigentlichen Naturell – weil er wusste, wie wichtig diese Spieler für ihn auf dem Platz waren. Als er dann irgendwann durchgriff, war es zu spät und er hatte die Kabine verloren.

Es ist richtig, dass Favre nicht lange fackelt

Deshalb ist es gut und richtig, dass Favre nicht lange fackelt. Er setzt damit ein deutliches Signal an die Mannschaft: Egal, wer sich danebenbenimmt, muss mit Konsequenzen rechnen! Wir sind auch so stark genug und Sancho nur einer von vielen. Der 1:0-Heimsieg gegen Gladbach ohne den Engländer dient als Beleg.

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Selbst wenn das Spitzenspiel am Samstagabend verloren gegangen wäre, war Favres Vorgehen konsequent und alternativlos. Hätte er nicht reagiert, wäre dem Disziplinfanatiker sämtliche Glaubwürdigkeit abhandengekommen.