25. Juni 2020 / 15:18 Uhr

BVB-Lizenzspielerchef Kehl über den Abschied von Mario Götze: "Wird ein Teil von Borussia Dortmund bleiben"

BVB-Lizenzspielerchef Kehl über den Abschied von Mario Götze: "Wird ein Teil von Borussia Dortmund bleiben"

Christian Müller
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl steht fest: Borussia Dortmund und Mario Götze trennen sich zum Saisonende im Guten.
Für BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl steht fest: Borussia Dortmund und Mario Götze trennen sich zum Saisonende im Guten. © RHR-Foto/Müller/Pool/Imago Images/Montage
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Borussia Dortmund verabschiedet am Samstag vor dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim Mario Götze, dessen Vertrag ausläuft. BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl versichert gegenüber dem SPORTBUZZER, das Verhältnis beider Seiten sei trotz der Trennung intakt.

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Es ist ein Abschied der leisen Sorte: Am Samstag (15.30 Uhr) bei der Partie gegen die TSG Hoffenheim ist Mario Götze letztmals als Spieler von Borussia Dortmund dabei - zumindest mittelbar. Denn dass Götze gegen die Hoffenheimer nicht zum Kader von Trainer Lucien Favre gehören wird, hat der Klub inzwischen bestätigt. Die Borussia wird Götze vor dem Anpfiff dennoch offiziell verabschieden, auch wenn sich die Emotionalität im leeren Stadion in Grenzen halten wird. "Ganz persönlich habe ich mir sehr gewünscht, dass Mario zum Abschluss seiner Zeit beim BVB noch einmal dieses Erlebnis hätte, im Trikot seines Heimatklubs aufzulaufen. Leider ist dies aufgrund der Frühgeburt seines Sohnes, dem es inzwischen wieder gut geht, nicht mehr möglich", sagte BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl dem SPORTBUZZER.

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Sieben Jahre nach seinem spektakulären Wechsel zum FC Bayern München verlässt Götze die Schwarz-Gelben zum zweiten Mal. War der erste Abschied durch eine Ausstiegsklausel in Höhe von rund 37 Millionen Euro möglich geworden und mit viel Getöse erfolgt, geht Götze dieses Mal ablösefrei - und eher durch die Hintertür. 2016 kam er nach drei für ihn persönlich mäßig verlaufenen Jahren aus München zurück nach Dortmund. Es folgten vier Jahre, in denen er nicht in die Hauptrolle zurückfand, die er vor dem Transfer zu den Bayern unter dem damaligen Trainer Jürgen Klopp eingenommen hatte. Unter allen vier Trainern der Post-Klopp-Ära - Thomas Tuchel, Peter Bosz, Peter Stöger und Favre - saß Götze oft auf der Bank, war Nebendarsteller.

Zorc erinnert an Götzes Stoffwechselerkankung

Nach Götzes Rückkehr, räumt der langjährige BVB-Kapitän Kehl ein, "hat es nicht so funktioniert, wie es sich beide Seiten vorgestellt haben." Zorc ergänzt, eine rein sportliche Bewertung von Götzes zweiter Zeit in Dortmund sei aufgrund der Stoffwechselerkrankung, die Götze Anfang 2017 erlitten hatte, unfair. "Dadurch wurde er deutlich zurückgeworfen", meint der Sportdirektor.

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Mario Götze wird Borussia Dortmund nach Angaben der "Bild" im kommenden Sommer verlassen. Wer wird der künftige Arbeitgeber des WM-Helden von 2014? Hier die möglichen Kandidaten. ©

So richtig auf die Beine fand der WM-Held von 2014 nach diesem Rückschlag sportlich nicht mehr. Dass er von seinem Talent und seinem Spielverständnis trotzdem nicht alles eingebüßt haben kann, zeigen die Äußerungen von Favre, dem in den zwei Jahren der Zusammenarbeit gelegentlich eine kritische Haltung zu Götze nachgesagt wurde. Vor dem Hoffenheim-Spiel ergriff der Schweizer - eher untypisch für ihn - das Wort, ohne auf das Thema selbst explizit angesprochen worden zu sein: "Er ist und bleibt ein fantastischer Spieler. Er hat wegen unseres 3-4-3-Systems nicht viel gespielt. Aber er bleibt einer der intelligentesten Spieler, die ich auf dem Platz gesehen habe."

Kehl über Götze und den BVB: "Intaktes Verhältnis"

Wohin es Götze, der laut Kehl aktuell viel Zeit im Krankenhaus bei seiner Familie verbringt, zieht, ist nach wie vor offen. Spekuliert wird über einen Wechsel ins Ausland, zuletzt hieß es, Atlético Madrid könnte interessiert sein. "Wir wissen nicht, wohin er wechselt", bekräftigte Zorc jüngst. Für Kehl, der mit Götze in den Meisterjahren 2011 und 2012 selbst zusammengespielt hat, steht ungeachtet der vergangenen unbefriedigenden Jahre jedoch fest: "Trotzdem gehen wir sehr gut und mit einem intakten Verhältnis auseinander. Mario wird immer ein Teil von Borussia Dortmund bleiben.