21. Dezember 2019 / 10:10 Uhr

Lucien Favre zerlegt BVB-Profis nach Pleite in Hoffenheim: "Das ist Dummheit"

Lucien Favre zerlegt BVB-Profis nach Pleite in Hoffenheim: "Das ist Dummheit"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Trainer Lucien Favre (r.) ist mit der Leistung seiner Mannschaft hart ins Gericht gegangen.
BVB-Trainer Lucien Favre (r.) ist mit der Leistung seiner Mannschaft hart ins Gericht gegangen. © imago images/Thomas Frey/Jan Huebner
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Nach der bitteren Niederlage bei der TSG Hoffenheim hat Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre harte Kritik an seiner eigenen Mannschaft geübt. Die Spieler und Sportdirektor Michael Zorc gaben sich verhaltener.

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Lucien Favre war spürbar übellaunig. Der Trainer von Borussia Dortmund hat seine Mannschaft nach der bitteren Niederlage gegen die TSG Hoffenheim regelrecht zerlegt, ärgerte sich unter anderem über die "Dummheit" der Spieler, die zuvor mit einem Leistungseinbruch eine hochverdiente 1:0-Führung aus der Hand gegeben hatten und noch mit 1:2 (1:0) verloren.

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BVB-Coach Lucien Favre: Niederlage gegen Hoffenheim "ist dumm"

Der 62-Jährige regte sich insbesondere über die zum wiederholten Mal erschreckend schwache Chancenverwertung auf. Die Dortmunder hatten nach dem frühen 1:0 von Mario Götze vergeblich versucht, einen zweiten Treffer zu erzielen und vergaben dabei beste Möglichkeiten, das Spiel zu entscheiden. "Wir hatten das Spiel total im Griff", klagte Favre im ZDF. "Wir machen unsere klare Torchancen nicht. Es war so einfach, das 2:0 und das 3:0 zu machen. Das ist unglaublich, das ist dumm."

BVB in Noten: Die Einzelkritik zur Pleite gegen die TSG Hoffenheim

Der SPORTBUZZER hat die Leistungen der BVB-Spieler bei der Niederlage gegen die TSG Hoffenheim bewertet. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER hat die Leistungen der BVB-Spieler bei der Niederlage gegen die TSG Hoffenheim bewertet. ©

Julian Weigl: "Denke nicht, dass wir die Saison schon abschreiben sollten"

Statt selbst mutig auf die Entscheidung zu gehen, zogen die Gäste sich im Verlauf der zweiten Halbzeit immer weiter zurück und luden die Hoffenheimer zu Chancen ein, die Sargis Adamyan und Andrej Kramaric eiskalt ausnutzten. "Wir haben es vielleicht zu schön machen wollen", sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc. "Wir sind konsterniert, dieses Spiel aus der Hand zu geben."

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Sein Trainer ging mit der Leistung noch härter ins Gericht. "Wir schießen, statt zu flanken. Das ist Dummheit", moserte der sichtlich angefressene Schweizer. Seine Spieler hatten sich zuvor zurückhaltender geäußert. "Kein schlechtes Spiel", sah etwa Julian Weigl, der sich fast schon in Durchhalteparolen flüchtete: "Ich denke nicht, dass wir die Saison schon abschreiben sollten." Allerdings kann der Rückstand auf die Tabellenführer RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach nach Abschluss der Rückrunde auf sieben Punkte ansteigen.

Sportdirektor Michael Zorc: Lethargie "habe ich nicht gesehen"

Man müssen schauen, "was in der Rückrunde noch geht", sagte Nationalspieler Julian Brandt, der betonte, seine Wut über das Resultat nicht vor den TV-Kameras, sondern innerlich auszulassen. "Am Ende musst du das Spiel über die Bühne bringen." Eine geradezu lethargische Vorstellung, die viele Fans erkannten, beobachtete Sportchef Zorc nicht. "Das habe ich nicht gesehen, das lasse ich mir auch nicht erzählen."

Wie zuvor Weigl machte Zorc die schwache Vorstellung der Dortmunder im zweiten Durchgang am Fehlen von Leistungsträgern wie Kapitän Marco Reus, Axel Witsel oder Mats Hummels fest, der zur Pause mit Verdacht auf Handbruch ausgewechselt werden musste. Laut Zorc hätten am Ende auch die Körner gefehlt, auf die Rückschläge nochmal zu antworten.

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Ein ernüchterndes Hinrunden-Fazit zog Weigl vor dem Hintergrund der enttäuschenden letzten Spiele gegen Leipzig (3:3) und die TSG, nach denen der BVB die erste Saisonhälfte mit nur 30 Punkten beendet. "Natürlich sind das (nach der Hinrunde, d. Red.) zu wenig Punkte, es hätten viel mehr sein sollen. Wir hätten gerne sechs Punkte aus den letzten zwei Spielen gehabt, es ist nur einer geworden. Deshalb ist aber auch nicht alles schlecht."