20. Februar 2022 / 11:38 Uhr

Vom Bankdrücker zur Stammkraft: Warum der BVB nicht mehr auf Mahmoud Dahoud verzichten kann

Vom Bankdrücker zur Stammkraft: Warum der BVB nicht mehr auf Mahmoud Dahoud verzichten kann

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mahmoud Dohoud sitzt nach seinem Wechsel zum BVB oft auf der Bank. Inzwischen ist er immer gesetzt.
Mahmoud Dohoud sitzt nach seinem Wechsel zum BVB oft auf der Bank. Inzwischen ist er immer gesetzt. © IMAGO/MIS/DeFodi (Montage)
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Mahmoud Dahoud ist bei Borussia Dortmund im zentralen Mittefeld gefragt wie kein anderer Spieler. Das war in den ersten Jahren nach seinem Wechsel im Sommer 2017 von Borussia Mönchengladbach zum BVB nicht immer der Fall. Gegen seinen Ex-Klub ist der 26-Jährige gesetzt – wie immer unter Trainer Marco Rose.

In fast fünf Jahren bei Borussia Dortmund erlebte Mahmoud Dahoud schon einige Gefühlswelten. Er kam als eines der größten deutschen Mittelfeld-Talente. Er wurde von den Fans als neuer Ballverteiler und Taktgeber gefeiert. Doch er fiel in ein ordentliches Loch. Ende 2018 begann für den gebürtigen Syrer eine Zeit, die sich kein Fußballer wünscht.

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Ausgerechnet Lucien Favre, der Dahoud in Gladbach entdeckt und zum Bundesliga-Profi gemacht hatte, setzte lieber auf Axel Witsel und Thomas Delaney auf der Doppelsechs. "Über Lucien Favre möchte ich nicht reden", sagte Dahoud mal in einem Interview mit Sport1. Der junge Mittelfeldspieler saß unter seinem einstigen Förderer fast nur auf der Bank. Im Jahr 2019 absolvierte der BVB insgesamt 34 Bundesliga-Spiele, der U21-Europameister von 2017 kam dabei nur auf fünf Startelf-Einsätze. Und auch 2020 lief es ähnlich. Dahoud war oft nur hinten dran, blieb fast immer wieder die kompletten 90 Minuten auf der Bank.

Als Edin Terzic den Klub interimsweise im Dezember 2020 übernahm, war Dahoud zunächst erneut nicht gefragt. Eine Meinungsverschiedenheit mit dem Coach sorgte sogar für eine Suspendierung von zwei Spielen. "Danach haben wir kurz geredet, die Sichtweise des anderen angehört und das Ding aus der Welt geräumt. Danach war die Sache auch schon erledigt", sagte der in der Öffentlichkeit oft ruhige und zurückhaltende Dahoud damals.

Aufschwung nach Suspendierung

Das Gespräch zeigte Wirkung. Der zweimalige deutsche Nationalspieler erarbeitete sich einen Stammplatz, war beim starken Bundesliga-Schlussspurt und dem DFB-Pokal-Sieg in der vergangenen Saison einer der Schlüsselspieler. "Ich glaube, dass die Fans den besten Mo noch gar nicht sehen konnten", sagte Dahoud am Ende der letzten Saison. Ob er das fast ein Jahr später nochmal so sagen würde? Der inzwischen 26-Jährige ist gefragt wie nie zuvor. Er ist die Nummer eins im zentralen Mittelfeld. Er schießt jetzt auch Tore und glänzt als Vorbereiter. "Die zwei Spiele von Mo waren stark, strategisch sehr ordentlich und natürlich auch seine Tore aus seiner Position als Sechser heraus können wir gut gebrauchen", sagte BVB-Coach Marco Rose nach dem 5:1-Sieg gegen den SC Freiburg vor wenigen Wochen.

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Unter Rose spielt Dahoud eine viel wichtigere Rolle als noch unter den Ex-Trainern Peter Bosz und Favre. Der 26-Jährige agiert befreit und losgelöst von allen Problemen, die es in seinen ersten Jahren beim BVB gab. "Mo zeigt sein großartiges Potenzial endlich auch auf dem Platz. Genau das haben wir uns von seiner Verpflichtung erhofft", sagte BVB-Manager Michael Zorc einst. Und so blockte der Revierklub laut übereinstimmenden Medienberichten im Winter eine Anfrage von Newcastle United ab. Ein Dahoud-Verkauf ist kein Thema. Zu wichtig ist der Ex-Gladbacher mit seinem Tempo und seiner Dynamik für die Dortmunder. Er schafft immer wieder neue Räume, überzeugt mit seiner Ballsicherheit und Übersicht. Auf so einen Spieler kann der BVB nicht verzichten.

Was Dahoud noch fehlt? Er muss in Phasen, wo es beim Team nicht rund läuft, vorangehen. Nach dem 2:4 unter der Woche in der Europa League gegen die Glasgow Rangers hat er am Sonntag gegen Gladbach Gelegenheit dazu.

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