20. Oktober 2019 / 09:50 Uhr

Kritik an BVB und Marco Reus nach Einsatz gegen Gladbach: "Ziemlich unangebracht"

Kritik an BVB und Marco Reus nach Einsatz gegen Gladbach: "Ziemlich unangebracht"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Marco Reus stand im Topspiel gegen Borussia Mönchengladbach trotz einer Erkältung für den BVB auf dem Platz - und schoss sogar das Siegtor.
Marco Reus stand im Topspiel gegen Borussia Mönchengladbach trotz einer Erkältung für den BVB auf dem Platz - und schoss sogar das Siegtor. © imago images/Jan Huebner
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Borussia Dortmund hat sich in der Bundesliga mit einem wichtigen Heimsieg gegen den bisherigen Tabellenführer Borussia Mönchengladbach zurückgemeldet. Entscheidender Spieler des BVB: Kapitän Marco Reus, der trotz eines grippalen Infekts über 90 Minuten auf dem Platz stand. Genau dafür ernten der BVB und sein Kapitän nun Kritik.

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Marco Reus wurde im Bundesliga-Topspiel von Borussia Dortmund gegen Borussia Mönchengladbach zur alles entscheidenden Figur. Der Kapitän des BVB schoss in der 58. Minute das einzige Tor beim 1:0-Erfolg gegen den bisherigen Tabellenführer und war im Sturmzentrum in Abwesenheit der verletzten (Paco Alcácer) oder erkrankten (Mario Götze) Stammkräfte auch Angreifer gegen seinen Ex-Klub. Und das, obwohl er selbst alles andere als fit war.

Das gab der BVB erst nach Schlusspfiff in einem Tweet preis. "Trotz eines grippalen Infekts hat sich unser Kapitän in den Dienst der Mannschaft gestellt", verbreiteten die Dortmunder wenige Minuten nach Abpfiff. Reus spielte trotz einer Erkältung gegen Gladbach. Während viele Fans den mutigen Entschluss des 30-Jährigen feierten, gab es im Netz auch zahlreiche kritische Stimmen, die nicht verstanden, warum der BVB die Gesundheit seines Offensivstars, der sich zuletzt in einer Formkrise befand, aufs Spiel setzte.

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BVB-Tweet zu Marco Reus sorgt für Ärger: "Dieses heldenhafte Abfeiern ist ziemlich dämlich"

Denn diesen Vorwurf muss der BVB, der sich wegen der Ausfälle von Alcácer, Götze und der kurzfristigen Suspendierung von Jadon Sancho wohl sportlich von Reus abhängig sah, sich nach dem Spiel anhören. "Dieses heldenhafte Abfeiern ist ziemlich dämlich", kommentierte ein User auf Twitter. Ein anderer bezeichnete den Tweet der Borussia als "unangebracht" und erklärte diese Einschätzung wie folgt: "Wenn man einen grippalen Infekt hat und nicht gesund ist, sollte man sich auskurieren."

Bleibt die Frage: Wie gefährlich kann ein grippaler Infekt - mit anderen Worten eine Erkältung - bei sportlicher Betätigung werden? Das hängt nach Einschätzung von Sportmediziniern ganz von der Schwere der Erkrankung ab. Bei leichtem Schnupfen sei sportliche Betätigung in Ordnung, erklärte der Sportmediziner Dr. Dr. Michael Despeghel von der Universität Gießen dem Portal Fitbook. "Auf extremen Ausdauer- und Kraftsport sollte trotzdem verzichtet werden." Es gelte, "Tempo rausnehmen und die gewohnte sportliche Anstrengung verringern." Ein Bundesliga-Spiel, bei dem Profis teilweise über 10 Kilometer zurücklegen, gehört zweifelsohne zu dieser Kategorie.

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Im schlimmsten Fall kann Sport - ganz besonders Leistungssport - während einer Erkrankung dazu führen, dass es zu einer Herzmuskelentzündung kommt. Diese Myokarditis kann sogar lebensbedrohlich werden. Zwar ist davon auszugehen, dass ein Bundesliga-Star wie Marco Reus von seinem Verein umfassend betreut und so das Risiko von Folgeschäden auf ein Minimum reduziert werden kann. Auf Twitter weist ein User aber auch auf die Gefahren hin: "Durch solche 'Vorbilder' riskieren im Amateurbereich Menschen ihre Gesundheit, die nicht so eine tolle Betreuung haben wie Marco Reus."

Dass Herzprobleme im Leistungssport keine Seltenheit sind, zeigen die mahnenden Beispiele von Sami Khedira und Daniel Engelbrecht. Während sich Weltmeister Khedira zu Beginn dieses Jahres einer Operation unterziehen musste, war der ehemalige Drittliga-Profi Engelbrecht der erste Fußballer, der mit einem eingesetzten Defibrillator auf dem Fußballplatz stand. Inzwischen hat der 28-Jährige seine Karriere beendet. 2013 erlitt der Stürmer einen Herzstillstand. Engelbrecht: "Davor habe ich mich super gefühlt, ich war in der Form meines Lebens. Die Herzrhythmusstörungen kamen einfach aus dem Nichts."

Marco Reus polterte: "Mentalitäts-Scheiße geht mir auf die Eier"

Reus selbst hatte in den vergangenen Wochen eine Mentalitätsdebatte losgetreten, nachdem er wiederholt auf ein vermeintliches Problem des neu zusammengestellten BVB-Kaders angesprochen wurde. "Eure Mentalitäts-Scheiße geht mir so auf die Eier", polterte der Nationalspieler nach dem Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt vor vier Wochen: "Das 2:2 war ein Mentalitäts-Problem? Ist das Euer Ernst? Jede Woche dieselbe Kacke."

Reus sah die Defizite gegen Frankfurt eher im schwachen Defensivverhalten vor einem Gegentor. "Wir ziehen es nicht bis zum Ende durch - aber das hat nichts mit Mentalität zu tun. Kommt mir bitte nicht mit Mentalität. Jetzt ist es langsam mal gut." Jetzt ist der Nationalspieler trotz einer Erkältung demonstrativ voran gegangen - und hat mit diesem Vorgehen auch Kritik auf sich gezogen.

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So reagiert das Netz auf den Reus-Einsatz gegen Gladbach:

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