27. Juni 2022 / 08:33 Uhr

Vorbild, Ratgeber - Reservist? Wie Schlotterbeck und Süle beim BVB die Rolle von Hummels verändern

Vorbild, Ratgeber - Reservist? Wie Schlotterbeck und Süle beim BVB die Rolle von Hummels verändern

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mats Hummels (Mitte) bekommt mit Nico Schlotterbeck (links) und Niklas Süle neue Konkurrenz in der BVB-Defensive.
Mats Hummels (Mitte) bekommt mit Nico Schlotterbeck (links) und Niklas Süle neue Konkurrenz in der BVB-Defensive. © IMAGO/Avanti/Lackovic (Montage)
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Auf der Zielgeraden seiner Karriere muss Mats Hummels bei Borussia Dortmund um seinen Stammplatz zittern. Die Zugänge Nico Schlotterbeck und Niklas Süle drängen an dem 33-Jährigen vorbei. Hummels drohen wenige Einsatzminuten und eine Rolle als Ratgeber für das Duo. Genügt ihm das?

Zunächst wird alles so sein wie bisher. Wenn die Spieler von Borussia Dortmund am Montag abseits der Öffentlichkeit zur Leistungsdiagnostik erstmals nach der Sommerpause zusammenkommen, ist Mats Hummels dabei - Niklas Süle und Nico Schlotterbeck sind es hingegen nicht. Der Grund dafür ist aber genau der, der in die Abwehr-Thematik des Vizemeisters Brisanz bringt: Schlotterbeck und Süle haben wegen ihrer Einsätze in der deutschen Nationalmannschaft noch Sonderurlaub. Hummels stand nicht im Aufgebot, die Jüngeren wurden ihm vorgezogen. Nun muss er fürchten, auch beim BVB vom dynamischeren Duo verdrängt zu werden.

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Schlotterbeck (22) und Süle (26) sind auch beim BVB die Zukunft, das ist klar. Die Frage ist: Wie viel Gegenwart ist der 33 Jahre alte Hummels, der in seine 13. BVB-Saison geht und 427 Pflichtspiele für die Borussen absolviert hat? Im Vorjahr war er Teil einer Abwehr, die mit 52 Gegentreffern nur einen weniger kassierte als Bundesliga-Absteiger Arminia Bielefeld.

Erst einmal wird Hummels froh sein, dass ab Montag wieder sportlich über ihn berichtet wird statt in irgendwelchen Klatschportalen über sein Privatleben - auch wenn er die Berichterstattung stets humorvoll begleitete. Und auch mit der sportlichen Situation geht er souverän um. Angeblich war er ein Befürworter der Transfers des Ex-Bayern Süle und des aus Freiburg kommenden Schlotterbeck. Nachdem er sich im Vorjahr oft mit Patellasehnen-Problemen auf den Platz quälte, dürften ihm die beiden in dieser Hinsicht sogar Druck nehmen.

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In anderer Hinsicht sind sie aber sicher Ansporn. Freiwillig wird er seinen Platz nicht räumen. Und er wird versuchen, den zeitlichen Vorsprung von knapp zwei Wochen zu nutzen, um sich vor dem Einstieg der Konkurrenten bei Trainer-Rückkehrer Edin Terzic zu empfehlen. Spekuliert wird auch über eine Dreierkette, in der Hummels als Mittelmann die beiden jüngeren Kollegen führt. Das akute Interesse des BVB an Nationalspieler David Raum spricht dagegen - denn der ist Außenverteidiger. Außerdem hat Terzic in seiner ersten Amtszeit bei den Profis von Dezember 2020 bis Juni 2021 in 32 Pflichtspielen nur einmal mit einer Dreierkette spielen lassen.

Klar ist: Im Gegensatz zu Manuel Akanji, mit dessen Abgang und den daraus resultierenden Einnahmen man in Dortmund immer noch rechnet, und Emre Can, der bei einem entsprechenden Angebot wohl gehen dürfte, war ein Abschied von Hummels in diesem Sommer nie ein Thema. Nicht unwahrscheinlich ist aber, dass die kommende seine letzte Saison im BVB-Trikot wird.

Bei Spielern "deutlich jenseits der 30 muss man gucken, wie lange er noch in der Lage ist, Top-Leistungen abzuliefern", sagte Klubchef Hans-Joachim Watzke auf Fragen zu Hummels und dem ebenfalls ins letzte Vertragsjahr gehenden Kapitän Marco Reus Ende April in einem Talk der Ruhr Nachrichten: "Warum sollen wir anderthalb Jahre vorher ohne Not verlängern, wenn sich dann vielleicht irgendwann herausstellt, dass der Spieler es für die nächste Periode nicht mehr schafft? Deshalb warten wir das ab."

Doch unabhängig von seinem sportlichen Wert kommt Hummels erst einmal die wichtige Rolle zu, Süle und vor allem Schlotterbeck quasi einzuarbeiten. Vor allem für letzteren wird er wohl zur wichtigen Bezugsperson. "Als ich in den entscheidenden Jugendphasen war, war Mats mit der beste Innenverteidiger in Deutschland und der Welt", sagte Schlotterbeck: "Wenn man mit ihm in einem Team spielen darf, macht einen das unendlich glücklich."

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